Bezirksliga Ost

„Santos“, Sadik, Samin – ein neues Dreigestirn für den TSV: „Das ist ein großer Verein – da sagt man sofort zu“

16. Juli 2020, 15:44 Uhr

Das neue Wandsetal-Trainer-Duo: Saadettin Özdeser (li.) und Sadik Özdeser. Foto: HT 16

Die letzte Spielzeit war eine, die ganz und gar nicht nach dem Geschmack des TSV Wandsetal lief. Der Club aus dem Sportpark Hinschenfelde landete abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz in der Bezirksliga Ost. Eigentlich wäre die Truppe von Trainer Michael Tebeck und seinem „Co“ Stefan Zeller abgestiegen. Wie gesagt: eigentlich. Denn durch den Corona-Abbruch bleibt der Verein nun doch in der Bezirksliga. Dort unternimmt der TSV mit dem künftigen Trainer-Duo Saadettin „Santos“ Özdeser und Sadik Özdeser sowie dem neuen Liga-Manager Samin Trako nun einen großen Umbruch. Wir haben uns mit sowohl mit „Santos“ Özdeser als auch Trako über diesen Neustart, den Reiz des Traditionsvereins, die Ziele in der kommenden Saison und die Bastelarbeiten am Kader unterhalten.

Was den letzten Punkt angeht, so wollen sich die neuen „Macher“ allerdings nicht wirklich in die Karten schauen lassen. Zumindest noch nicht. „Wir wissen schon, wie unser Kader am Ende aussehen soll – aber wir halten uns da erstmal noch bedeckt, was einzelne Namen angeht“, sagt „Santos“ Özdeser, der aber zugibt, dass es eine große Aufgabe ist, erstmal das Aufgebot für die kommende Spielzeit zu planen und zu realisieren: „Wir hatten ständig Telefonkontakt. Gerade in der Corona-Zeit“, verrät der Coach, der die Aufgabe beim TSV „absolut gleichberechtigt“ mit seinem Bruder Sadik ausüben wird, über seine Arbeit mit dem neuen Ligamanager Samin Trako. Und auch der gibt sich in Sachen Personal bedeckt: „Die Kaderplanungen laufen auf Hochtouren. Mein Handy glüht und wird täglich zwei Mal geladen“, lacht er, „es gibt schon Neuzugänge, aber die werden wir noch nicht öffentlich benennen. Das machen wir erst, wenn wir vorm Saisonstart den kompletten Kader bekanntgeben.“

Özdeser: „Es gibt niemanden, der vom Fußball so besessen ist und so viel Erfahrung hat, wie mein Bruder“

Coach „Santos“ Özdeser hat klare Vorstellungen, wie er und sein Bruder den TSV spielen lassen wollen. Foto: HT 16

Weil die Namen des kickenden Personals also noch unter Verschluss bleiben sollen, richten wir den Blick auf das neue „Dreigestirn“, dass den Wandsetalern wieder Leben einhauchen will. „Ich war ja, bevor ich zuletzt bei der HT 16 Ligamanager wurde, schon zusammen mit meinem Bruder als Trainer tätig. Bei der HT habe ich mich danach eben um das Organisatorische gekümmert, da das meine Stärke ist Aber ich lebe und liebe Fußball, wollte mit vollem Ehrgeiz und Eifer wieder an der Linie stehen“, erzählt uns „Santos“, für den klar war: Wenn's eine neue Aufgabe gibt, dann mit seinem Bruder. „Ich kenne kaum jemanden, der so besessen vom Fußball ist und so viel Erfahrung hat, wie er. Es wird nicht so sein, dass es da einen ersten und einen zweiten Trainer gibt. Wir sind ganz definitiv gleichberechtigt. Das haben wir immer schon so gemacht“, so Özdeser. Dass er und Sadik Brüder sind, sich quasi in- und auswendig kennen und fußballerisch gleich denken, mache die Sache einfacher, befindet „Santos“, „und auch mit Samin als Manager wird es keine Probleme geben, nur weil wir uns schon seit inzwischen 16 Jahren als Freunde kennen. Man muss das Sportliche und die Freundschaft auf und neben dem Platz trennen. Auch, wenn Samin als Ligamanager unser Vorgesetzter ist: Wir sitzen gemeinsam in einem Boot.“

„Die beiden sind genauso fußballvernarrt wie ich und wollen sich engagieren“, sagt Trako über seine beiden Coaches und nimmt den Faden von „Santos“ Özdeser auf: „In der Corona-Pause haben wir sehr oft telefoniert, da ist auch die Idee entstanden, dass wir gemeinsam als Team etwas machen. Da die beiden zudem eine Wandsetal-Vergangenheit haben, fiel uns die Entscheidung sehr leicht, für einen so großen Verein tätig zu werden“. Apropos in einem Boot sitzen: Wohin selbiges fahren soll, ist für Özdeser klar: „Unser Ziel kann es nur sein, die Klasse zu halten. Bei uns muss man ohne Zweifel von einem Umbruch und Neuaufbau sprechen. Die Bezirksliga Ost ist zudem eine der schwierigsten Bezirksligen. Es wird schwer – das hat man schon in der vergangenen Saison gesehen.“ Das sieht auch Samin Trako so: „Der Klassenerhalt hat zunächst mal oberste Priorität. Langfristig wollen wir uns in der Liga etablieren, um dann irgendwann anzugreifen und vielleicht aufzusteigen.“ Trotz der vergangenen Saison: Der TSV Wandsetal ist eine „gute Adresse“, sind sich „Santos“ und Samin einig. „So ein neues Projekt ist immer etwas schönes. Der TSV ist für mich ein großer Verein, da überlegt man nicht lange, sondern sagt sofort zu“, erklärt Özdeser, der seine und die fußballerische Philosophie seines Bruders wie folgt umreißt: „Wir wollen nicht abwarten und reagieren, wir wollen agieren und Fußball spielen.“ Dabei, so „Santos“ ist er fürs Taktische zuständig und Sadik Özdeser fürs Konditionelle.


Auf der zweiten Seite spricht Samin Trako über den Abschied von der aktiven Karriere und seine neue Aufgabe – und „Santos“ Özdeser spricht über ganz besondere Begegungen in der neuen Saison... 

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