09.03.2019

Ruven bringt DSV zum „Grooven“ – und „Tornie“ freut's: „Das ist Wahnsinn!“

Der nächste Düneberg- „Dreier“: 3:0-Sieg beim SVNA

Ruven Scharnberg (Mitte, Szene aus dem Hinspiel) und der DSV freuten sich diebisch über die nächsten drei Punkte. Foto: Bode

Es ist knappe zwei Wochen her, da stellte sich Dennis Tornieporth dem großen FussiFreunde-Interview, ehe es für den Dünberger SV in die Restserie der Landesliga Hansa gehen sollte. „Wir müssen sportlich immer mehr machen und in die Waagschale werfen als alle anderen. Kämpfen, Laufen, Leidenschaft – nur mit diesen Tugenden haben wir eine Chance. Wir können die Liga halten, das sehe ich nicht als unmöglich an“, sagte „Tornie“ damals. Seine Elf scheint genauso davon überzeugt – und lässt den Worten ihres Trainers nun die entsprechenden Taten folgen. Nachdem der DSV in der Vorwoche daheim den SV Altengamme besiegte, legte die Elf vom Silberberg am Freitagabend nach und ließ beim SV Nettelnburg-Allermöhe alle drei Punkte mitgehen.

Das hatte der DSV, wenn es um die reinen Zahlen geht, allen voran einem Mann zu verdanken: Ruven Scharnberg. Und wie man es eben so schön macht, bescherte Tornieporth seinem „Man of the Match“ den Abgang, der einem solchen gebührt: Auf der Uhr war noch rund eine Viertelstunde Restspielzeit, als „Tornie“ den ersten Wechsel auf Düneberger Seiten vollzog. Er beorderte Scharnberg vom Feld und sicherte dem 22-Jährigen so den Extra-Applaus. Für Scharnberg kam Artur Ketschojan. Und noch ein weiteres Mal sollte Tornieporth nach dem Prinzip „Vorzeitiger Abgang und Applaus“ verfahren: Nämlich in der 89. Minute als Tolga Cosgun für Daniel Gieseke Platz machte. Damit hatte „Tornie“ beide Torschützen des DSV vorzeitig vom Feld geholt.

Andrade-Granados: „In der zweiten Halbzeit haben wir komplett nicht teilgenommen“

Die Leistung seiner Mannschaft bereitete SVNA-Coach Daniel Andrade-Granados Kopfschmerzen. Foto: Bode

Den Torreigen auf dem Kunstrasen am Henriette-Herz-Ring eröffnete dabei Scharnberg. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt, als Düenebergs Nummer zehn zum ersten Mal zuschlug und den Ball an SVNA-Schlussmann Fynn Körner vorbei ins Netz schoss. Doch Scharnberg hatte an diesem Abend offenbar noch nicht genug: 21 Minuten später stand er wieder im Mittelpunkt und bezwang Körner zwischen den Pfosten des Tores der Gastgeber ein zweites Mal. Der Grundstein zum Erfolg des DSV war damit gelegt, doch damit begann für die Tornieporth-Equipe die Zeit des Zitterns. Denn statt ebenso schnell wie bei den ersten beiden Toren auch noch den dritten Treffer nachzulegen, verpasste es der Gast, den berühmten Sack bereits frühzeitig zuzumachen. Für die endgültige Gewissheit, dass die Düneberger mit dem nächsten „Dreier“ im Gepäck den Heimweg antreten würden, sorgte erst die 79. Minute: Elf Zeigerumdrehungen vor dem Schlusspfiff von Referee Tim Kossek (SC Wentorf) war es Tolga Cosgun, der mit dem 3:0 für den Schlusspunkt des Spiels sorgte und auf der Verliererseite einen restlos bedienten Trainer hinterließ.

Nachdem Daniel Andrade-Granados schon in der Vorwoche nach dem 3:3 gegen den Bramfelder SV alles andere als zufrieden war („Wir haben uns absolut desaströs präsentiert. Ich bin enttäuscht von der zweiten Halbzeit. Das Spiel hat vielleicht auch gezeigt, warum wir nicht an die Spitzenposition dieser Liga gehören“), fand der SVNA-Übungsleiter auch dieses Mal deutliche Worte. „Aus meiner Sicht war das kein schönes Spiel. Die Mannschaft mit der besseren Mentalität hat sich am Ende durchgesetzt. Wir wirkten phasenweise so, als wären wir mitten im Abstiegskampf und sehr verunsichert“, befand „DAG“ und stellte fest: „In der ersten Hälfte hatte Düneberg zwei Schüsse aufs Tor und trifft zwei Mal. Gegen so eine Quote ist es schwer. In der zweiten Halbzeit haben wir komplett nicht teilgenommen, hatten keine Siegermentaliät und haben keine Basics abgerufen. Mit dieser Art von Aufwand, sofern wir das so betiteln wollen, holt man leider nichts. Das 0:3 erinnert an den Ausgleichstreffer der letzten Woche. Das sagt viel über unsere aktuelle Verfassung aus. Das Positive an der jetzigen Phase ist: Wir sind absolut alleinverantwortlich für unsere Probleme und Defiziten. Es ist und bleibt ein Spiegel der Vorbereitung. Es liegt nun an uns, aus den Fehlern zu lernen, und alle zusammen wieder gemeinsam in die richtige Richtung zu gehen.“

Tornieporth: „Wir haben den Bogen endlich gespannt“

Beifall für den starken Auftritt seiner Mannschaft: DSV-Trainer Dennis Tornieporth. Foto: Bode

Sein Gegenüber indes durfte wie schon in der Vorwoche, als der DSV Andrade-Granados' Ex-Club Altengamme bezwungen hatte, frohlocken. Nachdem er im Anschluss an den Sieg gegen den Club vom Gammer Weg am vergangenen Samstag bekannte, dass seine Mannschaft sich „von der Einstellung und Mentalität um 100 Prozent im Vergleich zu vielen Spielen im vergangenen Jahr“ gesteigert hätte“ und er seinem Team attestierte: „Das war Abstiegskampf, aber das war erst das erste von zwölf Endspielen“, stellte Dennis Tornieporth diesmal fest: „Ich glaube, wenn uns einer vorher gesagt hätte, dass wir da ein Remis holen, dann hätte das komplette Funktionsteam das so unterschrieben.“ Wie seine Elf beim SVNA aufgetreten sei, „war der absolute Wahnsinn. Man hat nicht gesehen, welche Mannschaft mit dem Rücken zur Wand steht. Nettelnburg hatte nicht eine Chance aus dem Spiel heraus, das muss man gegen eine Qualität, wie der SVNA sie auf dem Platz hat, erst mal schaffen. Wir haben eine Spitzenmannschaft dominiert“, so „Tornie“ weiter.

Das 3:0, erklärte der DSV-Übungsleiter, sei ein „absolut verdienter Sieg. Auch in der Höhe. Wir haben noch Chancen liegengelassen. So macht es richtig Spaß. Das ist Fußball. So freut man sich wieder zum Training und zu den Spielen zu kommen.“ Dennoch: Auch wenn sein Team nun mit den Erfolgen gegen den SVNA, Altengamme und vorm Jahreswechsel gegen Buxtehude den dritten Sieg in Serie eingefahren hat, „wissen wir alle, dass das das zweite von zwölf Endspielen war. Es ist trotzdem nur ein kleiner Schritt und vor uns liegt noch ein weiter Weg. Wenn wir so auftreten, dann können wir aber alles erreichen. Wir dürfen kein bisschen weniger machen. Wir sind stolz auf die Leistung, aber heben nicht ab. Es ist aller Ehren wert, was wir gezeigt haben. Ich bin froh, dass wir jetzt so auftreten, wie ich mir das von Anfang an vorgestellt habe. Man sieht, was an Qualität und Mentalität in den Jungs steckt. Wir haben den Bogen endlich gespannt“, fasste Tornieporth seine Sicht und Gefühlslage nach dem Sieg zusammen.

Jan Knötzsch

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