Rücktritt: Taneli ab sofort kein Billstedt-Trainer mehr

Verein und Coach trennen sich einvernehmlich – Krause und Ceylan übernehmen

28. März 2018, 05:00 Uhr

Aydin Taneli hat sein Amt als Trainer beim SC V/W Billstedt niedergelegt. Foto: Mathias Merk

Die fußballerische „Ehe“ zwischen Aydin Taneli und dem SC V/W Billstedt ist beendet. Der 34-Jährige Coach und der Oberligist gehen ab sofort getrennte Wege. Zu dieser einvernehmlichen Trennung haben sich „Tanne“ und der Verein am Montagabend entschieden. Die Mannschaft wurde gestern über den Rücktritt ihres bisherigen Coaches informiert. Mit Taneli verabschiedet sich auch dessen Co-Trainer Frederik Jess. Die Nachfolge auf der Position des Übungsleiters wird bis zum Saisonende intern geregelt.

Wie Ligamanager Wolfgang „Karotte“ Krause bestätigte, leiteten er und Ex-Spieler Ilker Ceylan, der bislang in der Jugendabteilung des Clubs vom Öjendorfer Weg eine Traineraufgabe inne hatte, gestern das Training. „Wir beide werden diese Aufgabe bis zum Ende der Saison übernehmen“, so Krause, „wir begeben uns parallel dazu auf Brautschau und suchen nach einem Coach, der in der neuen Saison unser Konzept mit jungen Spielern fortführt.“ Die Trennung zwischen dem Verein und Taneli, das bestätigte Krause noch einmal, sei einvernehmlich. Überrascht aber habe ihn der Rücktritt des bisherigen Trainers nicht, so der V/W-Manager. Nach unseren Informationen hatte es zwischen Taneli und dem Verein in Bezug auf die kommende Saison zuvor nur ein einziges ergebnisloses Gespräch gegeben. Dass sich der Verein für den Fall des Falles, dass es mit „Tanne“ keine Übereinkunft über eine Verlängerung geben würde, nach anderen Kandidaten umgucken würde, hatte Krause bereits vor Wochen bestätigt. Eine legitime Vorgehensweise.

„Vielleicht löst mein Rücktritt nochmal einen Hallo-Wach-Effekt aus“

Bis zum Saisonende übernimmt Ligamanager Wolfgang Krause gemeinsam mit Ex-Spieler Ilker Ceylan das Coaching. Archivfoto: noveski.com

Denn schon Anfang März hatte Krause („Wenn einer immer bei den offenen Trainerfragen dabei ist, dann wir. Wir sind immer spät dran“) auf Anfrage erklärt: „Wir befinden uns in Gesprächen, aber die Vorstellungen sind noch nicht zu 100 Prozent übereinstimmend. Momentan hakt es noch.“ Der Trainer müsse, so Krause seinerzeit, „sich daran gewöhnen“, dass es länger dauere: „Bei uns sind die Strukturen anders.“ Nun hakte es bei der Suche nach einer gemeinsamen Ebene nicht nur daran, sich für die kommende Saison zu einigen. Am Montagabend gab es ein Gespräch zwischen Taneli, der nach unseren Informationen für die neue Spielzeit nicht zugesagt hätte, und dem Ersten Vorsitzenden Hans Werner Hinsch. In diesem Gespräch informierte der Coach den Verein über seinen sofortigen Rücktritt: „Ich bin am Montag in das Gespräch gegangen, um über die sportliche Situation, die gerade nicht optimal ist, und darüber zu sprechen, dass bislang für die neue Saison keine Klarheit herrschte“, erklärt Taneli, „es hatte bis dahin nur ein Gespräch gegeben. Ich habe dem Verein meinen Rücktritt angeboten und der Verein hat dem zugestimmt.“

„Damit werde ich ab sofort kein Trainer mehr bei V/W sein. Ich wünsche dem Verein dennoch alles Gute für die Zukunft. Noch ist in der Tabelle alles möglich. Vielleicht löst mein Rücktritt nochmal einen Hallo-Wach-Effekt aus“, sagt Taneli und ergänzt in Bezug auf die Bekanntgabe seines Schrittes gegenüber der Mannschaft: „Ich habe meine Entscheidung vor dem Training am Dienstag mitgeteilt und die Gründe dafür genannt. Die Jungs haben Verständnis gezeigt. Sie sind bei mir und ich bei ihnen. Es gab einige Emotionen, wir haben uns noch einmal gegenseitig in den Arm nehmen können und gehen nicht im Bösen auseinander.“ Der 34-Jährige hatte sein Amt als Coach beim Aufsteiger erst vor Beginn der laufenden Saison angetreten und musste einen nahezu kompletten Neuaufbau des Teams bewerkstelligen, nachdem bis auf wenige Ausnahmen fast alle Spieler der Aufstiegsmannschaft den Verein verlassen hatten. Aktuell ist Billstedt mit fünf Zählern Rückstand auf das rettende Ufer Letzter in der Oberliga-Tabelle.

Jan Knötzsch  

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