Landesliga Hansa

„Ritsch-Raji“: Kosova bekommt bei „kleiner ASV-Wiederauferstehung“ von Daoud den Punkt geklaut

07. März 2020, 01:43 Uhr

Daoud Raji (li.) bescherte dem ASV Hamburg im Auswärtsspiel beim Blub Kosova mit seinem Treffer immerhin noch einen Punkt. Foto: Bode

Und dann schlug es doch noch ein. Der Klub Kosova hatte in jener 57. Minute des Spiels gegen den ASV Hamburg Zeit gehabt, den Ball einfach mal eben lieblos aus der Gefahrenzone zu bolzen. Doch genau das taten die Hausherren nicht. Stattdessen unternahm die Mannschaft von Coach Daniel Sager den Versuch, die Kugel spielerisch hinten raus zu bekommen – und das misslang. Irgendwie kam das Spielgerät zu Daoud Raji – und der Defensivmann der Gäste hatte dann nichts besseres zu tun, als das Leder humorlos ins Netz zu knallen. Es war der Treffer zum 1:1-Ausgleich. Ein Treffer, der dem „Klub“ letztlich den „Dreier“ kosten sollte. Auch, weil Kosova kurz vorm Ende eine Chance auf den Siegtreffer ungenutzt verstreichen ließ. „Mit dem Spiel“, sagte „KK“-Coach Daniel Sager nach dem Abpfiff entsprechend, „bin ich zufrieden. Mit dem Ergebnis nicht.“

Denn eines stand für den Trainer der Hausherren fest: Man hatte aus seiner Sicht soeben nicht einen Punkt gewonnen, sondern derer zwei verloren. „Wenn wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen besser nutzen, dann machen wir frühzeitig den Sack zu. Aber das verpassen wir. Das ist leider über die ganze Saison gesehen unser Manko“, konstatierte Sager, der danach unverblümt zugab: „Im Großen und Ganzen können wir mit dieser Saison nicht so zufrieden sein, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind – gerade, was die Punkte angeht – meilenweit davon enfernt. Wir erspielen uns in jeder Partie unsere Chancen, aber wir nutzen sie nicht konsequent genug, um die Spiele dann auch zu gewinnen.“ 

Sager: „Wenn wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen besser nutzen, machen wir frühzeitig den Sack zu“

Was soll das? Kosova-Coach Daniel Sager konnte nicht verstehen, wieso sein Team wieder einmal zu viele Chancen ungenutzt ausließ. Foto: Bode

So wie diesmal eben auch. „Ich glaube, in der ersten Halbzeit waren wir die klar dominante Mannschaft. Wir haben sehr viel liegengelassen. Es wäre nicht ungerecht gewesen, wenn wir unsere letzte Chance am Ende rein machen. Ich habe uns in Sachen Chancenverhältnis ein bisschen weiter vorn gesehen. Auch die bessere Spielanlage war auf unserer Seite. Der Gegner stand in der ersten Halbzeit tief und hat die Räume zugemacht. Wenn man in der zweiten Halbzeit mehr riskiert, dann ist klar, dass mehr passiert. Im Großen und Ganzen waren wir die bessere Mannschaft. Der eine Punkt für den Gegner geht mit Glück in Ordnung“, bilanzierte Kosova-Coach Daniel Sager, dessen Elf durch Wasim Sarwari nach einer halben Stunde in Führung gegangen war und in der Nachspielzeit Dorian Bella mit einer „Ampelkarte“ verlor. Und die Sache beim Gegentor? „Wir sind eine Mannschaft, die Bälle hinten raus spielen will. Wir wollen die Bälle nicht raus schlagen. Aber man muss dabei auch die richtige Balance finden. Wenn der Ball rausgeschlagen werden muss, muss er eben rausgeschlagen werden“, so Sager.

„Ich bin ganz ehrlich: Kosova ist für mich nach wie vor die spielstärkste Mannschaft der Liga“, bilanzierte auf der anderen Seite Mansoor Ahmadi, der sich freute, „dass wir nochmal zurückgekommen sind.“ Wenn ihm vor dem Spiel jemand „ein Unentschieden angeboten hätte, dann hätte ich das in unserer jetzigen Situation unterschrieben. Aber wenn ich mir den Spielverlauf ansehe, dann hätte ich gewollt, dass wir gewinnen. Wir hätten es auch verdient gehabt“, befand der Manager des ASV und erklärte: „Wir hätten in der ersten Halbzeit schon 2:1 oder 3:1 führen müssen. Auch, wenn uns das nicht gelungen ist, sind wir trotzdem gut zurückgekommen. In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel völlig dominiert. Kosova war dennoch immer wieder gefährlich. Das Unentschieden ist im Großen und Ganzen grercht, wobei wir es mehr verdient hätten, zu gewinnen.“ Er habe, so Ahmadi, „eine kleine ASV-Wiederauferstehung“ gesehen: „Das war ein ganz anderes Gesicht als bei der 0:1-Niederlage gegen Altengamme. Darauf können wir aufbauen. Wenn wir das machen, dann bekommt man ab nächster Woche wieder den alten ASV zu sehen.“ Zumindest aber einen, der des Gegners Hoffnung auf Erfolge ritscht-ratsch zerreißen kann. Oder, um es auf den Schützen des 1:1 zu beziehen, besser gesagt: „Ritsch-Raji“...

Jan Knötzsch

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