03.03.2019

Richters erster „Dasse-Dreier“: Rugenbergen vor der Pause leblos ins „Armageddon“

Rugenbergen bleibt gegen TuS chancenlos, zeigt aber wenigstens 45 Minuten EInsatzwillen

Rugenbergen am Boden: Kevin Lohrke erwischte gegen Dassendorf einen rabenschwarzen Tag und wurde nach 39 Mnuten ausgewechselt. Foto: KBS-Picture.de

Moussa Mané hatte sich redlich bemüht, wie man es wohl im alten Schul-Deutsch sagen würde. So richtig erfolgreich war der Stürmer des SV Rugenbergen dabei aber im Heimspiel gegen die TuS Dassendorf (Hier gibt’s den Live-Ticker des Spiels zum Nachlesen) nicht. „Wir haben vorne keine Bälle festgemacht“, beschied auch Trainer Thomas Bohlen nach dem Abpfiff der Partie im strömenden Regen auf dem Rasen der Sportanlage in Bönningstedt. Doch nicht nur das: Rugenbergens Coach fand noch weitere Ansätze, die letztlich Schuld daran waren, dass der SVR gegen die TuS im wahrsten Sinne des Wortes ohne eine Chance blieb.

Denn so war es am Ende tatsächlich: Die Gastgeber hatten nicht nur nicht mal annähernd am Sieg geschnuppert. Nein, noch viel schlimmer: Ihren ersten richtigen Torschuss gab die Bohlen-Equipe erst dann ab, als es schon viel zu spät war. Nach 63 Minuten war es ausgerechnet Moussa Mané, der gegen die Abwehr der Gäste bis dahin keinen Stich gesehen hatte. Er brachte die Kugel von rechts auf den Kasten von Christian Gruhne – doch der Schlussmann der Dassendorfer hatte mit diesem Versuch nicht den Hauch eines Problems. Er sei, so erzählte Mané – in den 90 Minuten vorne irgendwie ein völlig auf sich gestellter Alleinunterhalter, der nicht funktionierte – im Anschluss an seine Kniebeschwerden, die ihn zuletzt wochenlang plagten, noch nicht wieder richtig fit. „Natürlich“, so der Stürmer weiter, „ist es mein Ziel, wieder auf einem besseren Level zu spielen und der Mannschaft zu helfen. Ich hoffe, dass ich schon im nächsten Spiel bereit dazu bin.“

Bohlen: „Ich war völlig genervt von dem, was ich in der ersten Hälfte gesehen habe“

Resgnierter Blick: Moussa Mané war im Angriff der Gäste auf sich allein gestellt und hatte wenig Glück. Foto: KBS-Picture.de

Dann dürfte es für den SVR auch bitter nötig sein, reisen die Bohlen-Schützlinge doch zum SC Condor, der genau wie die Bönningstedter unten drin hängen – der SCC dabei mit nur 19 Punkten sogar noch eine Spur weiter unten als die Truppe von Thomas Bohlen, der vor allem mit der ersten Halbzeit der Begegnung gegen Dassendorf alles andere als zufrieden war. „Die erste Hälfte fand ich völlig leblos. Wir hatten viel zu viel Angst, haben keine Zweikämpfe geführt. Dabei hatten wir vorm Spiel genau das angesprochen. Wir wussten, dass Dassendorf mehr Spielanteile haben würde. Das ist weder schlimm noch dramatisch. Wir standen gut, aber wenn du keine Entlastung hast und die Zweikämpfe nicht führst, hast du ein Problem“, konstatierte der Übungsleiter der Rugenbergener und ergänzte: „Und dann spielt der Gegner eben zwei Mal gut nach vorne, wo wir nicht am Mann sind.“

Und genau so war es: Zwar hatte die TuS schon zuvor einige gute Aktionen gehabt, die vor allem Samuel Louca einleitete, der mit Kevin Lohrke, dem völlig indisponierten linken Außenverteidiger der SVR-Fünferkette machte, was er wollte. Und so kam es nicht von ungefähr, dass ausgerechnet jener Louca – bis dahin eher als Flankengeber aufgefallen – auch am ersten Treffer beteiligt war. Sven Möller legte nach 27 Minuten für Louca auf und dieser vollendete. Ausgerechnet Louca, den „Dasses“ Neu-Coach Jean-Pierre Richter schon beim FC Süderelbe trainiert hatte, zeichnete damit für den ersten Pflichtspiel-Treffer der Dassendorfer in der „Ära JPR“ verantwortlich. „Das ist eine schöne Geschichte“, freute sich auch Richter selbst, der vor der Pause dann auch noch Möllers 2:0 nach einem Doppelpass zwischen „Mölli“ und Kristof Kurczynski bejubeln konnte (33.)

Richter: „Spielerisch und technisch in der zweiten Halbzeit schwerfällig“

Ein Mal Vorbereiter, ein Mal Toschütze: Sven Möller war an beiden Dassendorfer Toren beteiligt. Foto: KBS-Picture.de

„Vorm Spiel haben wir noch darüber geredet, dass wir über Kampf und Leidenschaft ins Spiel finden wollten“, ärgerte sich SVR-Coach Bohlen und verriet: „In der Pause ist es in der Kabine richtig laut geworden. Ich war völlig genervt von dem, was ich in der ersten Hälfte gesehen habe. In der zweiten hat sich die Mannschaft dann zusammengerissen. Wir waren besser im Spiel.“ Mit einem Risiko: „Wenn man aggressiver spielt und die Jungs weiter nach vorne zieht, kriegt der Gegner seine Konterchancen. Aber: Ich wollte eine Mannschaft sehen, die mit Leidenschaft auf dem Platz steht, in der jeder für jeden da ist und in der sich die Spieler untereinander motivieren. Ich finde, das haben wir in der zweiten Halbzeit getan. Es war zu sehen, dass hier nicht nur eine kopflose Mannschaft rumläuft, sondern eine, die trotzdem will. In der zweiten Hälfte und bis zur 27. Minute war das gut. Ansonsten war es Armageddon“, sagte Bohlen, der aber auch darauf verwies: „Uns haben entscheidende Leute gefehlt, die Akzente hätten setzen können.“

Auf der Gegenseite freute sich Jean-Pierre Richter eine Woche nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Süderelbe über seinen Premieren-Pflichtspielsieg. „Es ist entscheidend, dass wir gewonnen haben und über 90 Minuten genug dafür getan haben, dass das so ist“, bilanzierte Dassendorfs Trainer, „den Grundstein dafür haben wir in der ersten Halbzeit gelegt. Da waren wir fleißig, haben gut gegen den Ball gearbeitet, keine Chancen zugelassen, standen gut gestaffelt und sind viele Wege gegangen.“ Bereits vor dem 1:0, so Richter, „hatten wir schon Aktionen, wo wir in Führung gehen können. Hinten raus sind wir für unsere Zielstrebigkeit mit der 2:0-Führung zur Pause belohnt worden.“ Nach dem Seitenwechsel „haben wir uns mit dem zunehmend tieferem Rasen und den Bedingungen schwergetan. Es gab zwar nach und nach immer wieder Möglichkeiten, aber uns fehlte die Genauigkeit, wir haben leichte Ballverluste und Unkonzentriertheiten drin gehabt. Dadurch haben wir im Endeffekt die Tür für den Gegner offen gelassen, statt sie ganz zuzumachen“, lautete Richters Resümee. „In den zweiten 45 Minuten war das eher ein Erabeiten und weite Wege gehen, damit am Ende die Null über Minuten verdient steht. Die Intensität im Kraftbereich war gut, was spielerische und technische Lösungen angeht, waren wir schwerfällig“, schloss der TuS-Trainer sein Statement. 

Jan Knötzsch

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