Landesliga 01

Raspo Uetersen siegt sportlich, verliert aber wohl am „Grünen Tisch“

11. Oktober 2021, 14:59 Uhr

Pinneberg-Coach Marc Zippel hätte den Sieg viel lieber sportlich errungen. Foto: KBS-Picture.de

Zunächst freute man sich bei Rasensport Uetersen über einen „glücklichen Sieg unserer Liga beim VfL Pinneberg“ – doch wenig später hielt Ernüchterung Einzug. Der Grund: Wegen eines Wechselfehlers droht den „Jobmännern“ nun die Aberkennung des sportlichen 2:1-Erfolges und eine 0:3-Niederlage am „Grünen Tisch“. Aber der Reihe nach…

„Vier hochkarätige Torchancen für Pinneberg in den ersten 24 Minuten hat unser Team überstanden und hätte eigentlich in Rückstand liegen müssen. Aber entweder lag es am Unvermögen der Spieler oder aber am starken Christopher Knapp“, konnte sich Raspo zunächst glücklich schätzen, dass die Mannen von der Fahltsweide nicht in Führung gingen. Das sah auch Marc Zippel, Trainer des VfL, so: „In den ersten 30 Minuten haben wir fünf, sechs Riesenchancen“, sprach er auf die Möglichkeiten von Fatih Simsek und Ramy Mansour, die gleich zweimal vergaben, sowie die Gelegenheiten von Finn Johannsen und Justus Jürgs an. „Wir MÜSSEN einfach in Führung gehen“, schwante Zippel bereits Böses.

Aus dem Nichts: Raspo führt 2:0

Denn: „Dann kommt, was in solchen Spielen immer passiert: der Gegner (Marcel Jobmann) macht aus der ersten Möglichkeit ein (allerdings total abgezocktes und cooles) Tor! Davon geschockt, verloren wir ein wenig die Linie und den Kopf. Dieses nutzten die ‚Jobmänner‘ eiskalt zum 2:0!“ Dem 0:1 aus dem Nichts, als Jobmann den Ball mit dem Rücken zum Tor stehend annahm, mit „einer Drehung am Mann und anschließendem Kullerball ins kurze Eck“ traf, folgte der zweite Treffer durch den eingewechselten Nico Otto, der nach hervorragender Linksflanke von André Pott per Kopf zur Stelle war (40.).

Pinneberg reklamiert Elfmeter in der Nachspielzeit

„In der zweiten Halbzeit vergibt Pinneberg weiterhin Chancen, bevor dann in der Schlussminute der Anschlusstreffer zum 1:2 gelingt“, so die Uetersen-Offiziellen. „In der 93. Minute nochmals eine brenzlige Situation im Raspo-Strafraum, ehe der Schiedsrichter das Spiel beendet.“ Zippel erklärte derweil auf der Pinneberger „facebook“-Seite: „Wie begossene Pudel saßen wir in der Kabine und nahmen uns für die zweite Hälfte ganz viel vor. Außer einem Lattenkopfball von Bennet Zippel sprang aber nicht mehr viel raus. Trotzdem machte der eingewechselte Lennart Lux in der 92. Minute das 1:2. Und tatsächlich kam unser Torwart Torben Kleindienst in der 95. Minute im Sechzehner an den Ball und wurde regelwidrig vom Ball getrennt. Nicht wenige Uetersener sagten mir nach dem Spiel, dass sie sich über einen Elfmeter nicht beschwert hätten. Dann war Schluss!“

"Sicherlich kann jeder verstehen, dass der Fehler von uns genutzt wird"

Zumindest sportlich fand die Partie ein knappes Ende. Aber: „Als dann unsere Offiziellen lächelnd auf mich zukamen, verstand ich ihre Gefühlslage nicht so ganz“, gestand Zippel – und führte aus: „Sie wiesen mich auf die vier Wechsel von Raspo (ohne Halbzeitwechsel) hin und, dass der Einspruch bereits formuliert ist.“ Allerdings war ihm wichtig, zu sagen: „Wir hätten viel lieber sportlich gewonnen! Aber sicherlich kann auch jeder verstehen, dass dieser Fehler von uns genutzt wird.“ Abschließend wollte er noch „den extrem sympathischen Auftritt von Raspo vor, während und nach dem Spiel“ hervorheben. „Ein sehr angenehmer Verein!“

"Werden niemandem einen Vorwurf machen"

Inzwischen mussten auch die Raspo-Verantwortlichen eingestehen: „Leider ist nun herausgekommen, dass unseren Offiziellen ein fataler Fehler unterlaufen ist. In den Regularien steht, dass fünf Wechsel in drei Wechselfenstern (zzgl. Halbzeit) erlaubt sind. In der 86. Minute nutzte unser Team ein viertes Wechselfenster. Somit müssen wir nach dem Einspruch die drei Punkte an den VfL Pinneberg abgeben. Wir werden niemandem einen Vorwurf machen und entschuldigen uns bei unseren Zuschauern, Fans und vor allem beim Team.“

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