Oberliga

Power am Parkweg: Nach 36 Sekunden – Gerkens Startschuss für „Voll-PS-Veranstaltung“

„Strukturell war der HSV mit der beste Saison-Gegner“

29. September 2019, 21:15 Uhr

Sasel-Coach Danny Zankl richtete nach dem hart errungenen Sieg gegen einen starken Kontrahenten noch einige lobende Worte an seine Mannschaft. Foto: Kormanjos

Als Max Scholz eine Hereingabe von Sepehr Nikroo am ersten Pfosten zum 2:3 über die Linie spitzelte, schien jener Treffer nur noch für Ergebniskosmetik aus Sicht des HSV III zu sorgen (alle Highlights im LIVE-Ticker). Schließlich war die von Referee Kevin Rosin (SV Lieth) angezeigte dreiminütige Nachspielzeit bereits weitestgehend abgelaufen. Als die Kugel nach Anstoß aber nochmal vor den Saseler Strafraum befördert und von Scholz für Marcell Jansen abgelegt wurde, hatte der Präsident der „Rothosen“ – wie schon in der Vorwoche gegen Bramfeld (2:2) – urplötzlich die Riesenchance, seinem Team noch einen Zähler zu sichern. Doch Jansens Abschluss war zu unplatziert und konnte von Todd Tuffour entschärft werden.

„Ich glaube, wenn man den Jubel des Gegners gegen einen Aufsteiger sieht, dann hat man Vieles richtig gemacht“, konnte Marcus Rabenhorst, der zusammen mit Christian Rahn das Trainer-Gespann beim Hamburger SV III bildet, dem Auftritt seiner Schützlinge dennoch viel Positives abgewinnen und ihnen nur ein „riesen Kompliment“ aussprechen. Reichlich Lob gab’s auch vom Gegner. Denn auf die Frage, ob der HSV III ein Gegner war, der sein Team in dieser Saison am meisten gefordert hat, entgegnete Sasel-Coach Danny Zankl: „Ja. Strukturell war das mit der beste Gegner, den wir in dieser Saison hatten.“ Von Anfang an entwickelte sich „ein richtig gutes Spiel mit offenem Visier von beiden Seiten“, wie Rabenhorst konstatierte. „Beide Mannschaften waren gewillt, überhaupt keinen langen Ball zu schlagen, sondern alles fußballerisch zu lösen.“

„Das Startzeichen, dass beide Mannschaften versucht haben, Voll-PS auf’s Feld zu bringen“

Marcell Jansen hatte gegen das bärenstarke Saseler Abwehrduo Steddin/Take einen schweren Stand, in der Nachspielzeit aber den Ausgleich auf dem Fuß. Foto: Bode

Und das direkt nach Anpfiff. Erster Angriff, erstes Tor! Sasel spielte sich durch, Jonathan Zinn bediente Jean-Lucas Gerken, der von halblinks nach innen zog und die Kugel in den rechten Knick jagte – was für ein Auftakt und welch ein Pfund nach handgestoppten 36 Sekunden! „Das 1:0 hat uns zumindest von der Organisation her nicht so gut getan“, befand Zankl, „aber es war das Startzeichen, dass beide Mannschaften versucht haben, Voll-PS auf’s Feld zu bringen.“ Die Gäste suchten die prompte Antwort und wollten bei den Aufeinandertreffen zwischen Luis Take und Sepehr Nikroo (5.) sowie Gerken und Dominik Jordan (7.) zwei Strafstöße gesehen haben. Beide Male ließ Rosin weiterspielen. Knifflig! Selbst nachdem die „Parkwegler“ auf 2:0 erhöhten, als der starke Marc-Oliver Timm eine Hereingabe von Zinn per Volleyabnahme vom Sechzehner ins linke Eck nagelte (36.), gaben die Gäste nicht klein bei. „Wir sind immer wieder nach Rückschlägen zurückgekommen“, sah Rabenhorst eine tolle Mentalität bei seinen Mannen, die nach einer guten Stunde wieder für Spannung sorgten: Jordan war von Take nur durch ein Foulspiel zu bremsen. Diesmal ertönte der Pfiff und Artur Krüger blieb ganz cool (64.)!

„Es ist ein Spiel, was man nicht gewinnen muss“

Doch: Keine 60 Sekunden später stellte Lukas-Gabriel Kourkis nach Querpass von Tolga Celikten – zuvor eroberte der unheimlich emsige und auch defensiv ackernde Stefan Winkel das Leder – den alten Abstand wieder her (65.). „Die Tore, die wir machen, sind überragend gut“, strahlte Zankl. Während sein Gegenüber feststellte: „Die Tore waren zwar gut herausgespielt, aber sie waren vermeidbar.“ Es folgte die turbulente Schlussphase, die beinahe noch in einem Punktgewinn für die HSV-„Dritte“ mündete. „Es ist ein Spiel, was man nicht gewinnen muss – weil’s von beiden Seiten sehr offen gestaltet wurde“, gestand Zankl – und fügte an: „Der HSV war echt schwer zu verteidigen. Die haben eine gute Spielanlage, mutig gespielt und uns vor sehr viele Probleme gestellt. Wir haben das glücklichere Ende auf unserer Seite. Als Trainer hat mich das auf jeden Fall nochmal ein, zwei Jahre gekostet. Aber das nehme ich gerne in Kauf für die drei Punkte.“ Abschließend erklärte er: „Das war ein echt guter Gegner. Die Punkte werden sie so auf jeden Fall holen. Wir wurden gefordert und sind standhaft geblieben.“

Was beide Trainer noch zu sagen hatten, seht Ihr im Video von der PK

Autor: Dennis Kormanjos

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