Landesliga Hansa

Podcast „goes“ Text: „Zufrieden kann man nie sein!“

05. September 2022, 17:01 Uhr

Carsten Henning, Cheftrainer des Bramfelder SV, analysiert mit uns den Saisonstart in der Landesliga Hansa. Foto: noveski.com

Achteinhalb Jahre als Spieler – und inzwischen fast genau fünf Jahre als Cheftrainer: Carsten Henning ist im wahrsten Sinne des Wortes „Mr. Bramfeld“. In der verschriftlichen Form unseres Podcasts „Schlusspfiff“ spricht der Coach des Oberliga-Absteigers mit uns über die Landesliga Hansa, den Saisonstart seines BSV, verrät uns Meisterschafts- und Abstiegskandidaten, Überraschungen und Enttäuschungen – und zudem wagt er mit uns einen Blick in die Glaskugel, wann die Mannen von der Ellernreihe wieder vom Hamburger Oberhaus träumen können…

Carsten Henning über…

Gerade erst verpflichtet und auf Anhieb die Null beim Primus gehalten: Eymen Usta überzeugte bei seinem Debüt für den Bramfelder SV. Foto: noveski.com

… die Verpflichtung von Torhüter Eymen Usta (ETSV Hamburg): „Wir hatten schon im April/Mai Kontakt zueinander. Da hat er sich noch gegen uns entschieden. In den letzten Wochen war er aber mit seiner Situation beim ETSV unzufrieden. Daraufhin hat er sich bei mir gemeldet, weil es da wohl auch andere Absprachen gab. Das kann und will ich aber nicht beurteilen. Nichtsdestotrotz haben wir das natürlich dankend angenommen und versucht, ihn zu uns zu holen, was im Endeffekt auch geklappt hat. Wir haben da noch Bedarf gesehen, weil wir auf der Position – nicht nur im Trainingsbetrieb – Probleme hatten. 


Bei einem unserer Torhüter (Salman Ashraf, Anm. d. Red.) hat sich beruflich etwas verändert. Da wir immer mindestens zwei Torhüter im Training haben wollen, die sich gegenseitig anstacheln und zu Höchstleistungen pushen, haben wir noch einen Keeper gesucht. Leider hat sich auch Marcel Reimers im Training verletzt (Leiste/Oberschenkel) und wird wohl länger ausfallen. Deshalb ist es nun so, dass wir trotz der Verpflichtung von Eymen immer noch Schwierigkeiten auf der Position haben. Allerdings hat man im Spiel am Wochenende auch direkt gesehen, dass er uns weiterhelfen wird und sofort funktioniert. Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit, mitten in der heißen Phase, hat er den einen oder anderen Ball rausgeholt und gezeigt, wie wertvoll er für uns sein und werden kann.“

Seit nunmehr fünf Jahren steht Carsten Henning beim Bramfelder SV an der Seitenlinie. Vorher lief er achteinhalb Jahre lang für die Mannen von der Ellernreihe als Spieler auf. Foto: KBS-Picture.de

… den 3:0-Sieg beim bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter ASV Hamburg: „Ich war mit dem Auftritt natürlich sehr zufrieden. Vor allem, wenn man die vorigen Spiele von uns gesehen hat. Da waren wir auch immer ebenbürtig und teilweise auch spielbestimmend, haben die Tore aber nicht gemacht. Das war unser Manko. Dementsprechend fokussiert sind wir das Spiel angegangen und waren darauf aus, dem Gegner wehzutun. Wir sind etwas defensiver und kompakter in die Partie gestartet, wollten die guten Kicker des ASV nicht zur Entfaltung kommen lassen und selbst mit zielstrebigen, schnellen Umschaltsituationen dafür sorgen, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Das ist uns mit vielen guten Offensivaktionen auch gelungen. 


Nach einem Standard sind wir durch einen echten ‚Sonntagsschuss‘ in Führung gegangen. Das 2:0 haben wir nach einer Drucksituation, die wir gut gelöst haben, mit einer Seitenverlagerung toll herausgespielt. Damit hatten wir den Gegner schon in der ersten Halbzeit so weit, dass es dort nicht mehr ganz so gut lief. Aber wir haben uns darauf eingestellt, dass der ASV in der zweiten Halbzeit nochmal alles versuchen wird. Da hatten wir dann auch das Matchglück auf unserer Seite, hätten dem Gegner aber schon vor dem dritten Tor den Stecker ziehen können. Spätestens nach dem 3:0 war das Spiel aber entschieden und die Gegenwehr gebrochen.“

Maurice Freudenthal (li.) hat sich nach seinem Wechsel im vergangenen Winter von Bezirksligist GW Eimsbüttel zu einem absoluten Leistungsträger beim BSV entwickelt. Foto: noveski.com

… den Start in die neue Liga und die Saison mit dem BSV: „Zufrieden kann man nie sein, weil man nicht die optimale Punktzahl rausgeholt hat, die möglich gewesen wäre. Gerade im letzten Spiel gegen Ahrensburg (0:3, Anm. d. Red.) haben wir in der ersten Halbzeit auf ein Tor gespielt. Der Gegner hatte vor der Pause zwei Ecken und in der zweiten Halbzeit drei Kontersituationen, die zu den Toren geführt haben. Das war schon extrem bitter. Man kann bisher festhalten: Gegen Düneberg (1:5) haben wir eine ganz schlechte zweite Halbzeit gespielt. Beim ETSV (1:2) kann man verlieren, hätte man aber auch nicht müssen, weil wir da auf Augenhöhe waren. Und gegen Ahrensburg war es einfach sehr, sehr unglücklich, weil wir da viele Chancen hatten. Das war auch das Thema in der Trainingswoche – und wir haben es gegen den ASV jetzt gut umgesetzt. Ich hoffe, dass wir auf der Welle weiterreiten. Aber dafür müssen wir weiter eine Menge tun.“

Im Gespräch hebt Henning (li.) die sehr gute Zusammenarbeit mit seinem Co-Trainer Robin Hüttig hervor. Foto: noveski.com

… den Umbruch an der Ellernreihe und die Zielsetzung: „Wir mussten die Hälfte der Mannschaft ersetzen, haben 14 neue Spieler – und die muss man erstmal da hinbringen, dass die auch funktionieren und sich möglichst schnell ins Team einfügen. Wir hatten ja gewisse Abläufe – und da müssen die Neuen erstmal reinfinden. Der zweite Aspekt ist: Egal, wer gegen uns spielt – als Oberliga-Absteiger möchte jeder gegen uns gewinnen und ist dementsprechend heiß und motiviert. Dagegen müssen wir uns stemmen und erst einmal in der Liga ankommen. Das haben auch die Ergebnisse gezeigt, dass es da noch Schwankungen gibt. Das ist normal. Wir gucken deshalb einfach von Spiel zu Spiel – und dann wird man sehen, was am Ende dabei herauskommt.“

Autor: Dennis Kormanjos

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