Oberliga

Party pur! Altonaer Meistersause vor 2663 Zuschauern!

18. Mai 2024, 13:14 Uhr

Von li.: Rasmus Tobinski, Veli Sulejmani, Moritz Grosche und Pascal El-Nemr halten die Schale in den Händen. Foto: privat

Als sich die Nachspielzeit gen Ende neigte, standen Pascal El-Nemr, Gianluca Przondziono und Abdul Saibou bereits mit einem randvollen Bierglas „bewaffnet“ am Spielfeldrand und sehnten den Abpfiff herbei. Als es schließlich so weit war, führte der Weg des Trios postwendend zum Trainerteam. Erst war es Chef-Dompteur Andreas Bergmann, dann „Co“ Marcell Meyer und letztlich auch Torwarttrainer Fabrizio Tuttolomondo – alle mussten eine ordentliche Bierdusche über sich ergehen lassen. Der Rest war Party pur!

Vor sage und schreibe 2663 Zuschauern auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn wollte der frisch gebackene Hamburger Meister Altona 93 einen krönenden Abschluss einer „überragenden Saison“, wie es Keeper Dennis Lohmann auf den Punkt brachte, feiern. Gegen den FC Süderelbe ließ Chefcoach Bergmann den einen oder anderen Leistungsträger außen vor. Während Bujar Sejdija gelbgesperrt fehlte, standen Michael Ambrosius, Pascal El-Nemr, der von den Fans zum besten Spieler der Saison gewählt wurde, und Gianluca Przondziono gar nicht erst im Kader. Und trotzdem war der AFC erneut nicht zu bezwingen!

"Das zeigt einfach den Zusammenhalt dieser Mannschaft"

Eine ganze Saison für diesen einen Moment: Der AFC durfte im abschließenden Saisonspiel einen 2:0-Sieg vor fast 3000 Zuschauern bejubeln. Foto: privat

„Das ist in gewisser Weise ein Spiegelbild der Saison“, so Bergmann im Anschluss an die Partie inmitten der Feierlichkeiten im Interview auf dem YouTube-Kanal der Altonaer. „Wir haben bewusst ein paar Jungs rausgelassen und viele Spieler, die ebenfalls daran beteiligt waren, spielen lassen. Auch die haben gezeigt, was sie draufhaben. Dass wir am Ende auch noch verdient gewonnen haben, krönt natürlich das Ganze – und zeigt einfach den Zusammenhalt dieser Mannschaft.“

Ein Beispiel: Zwischen den Pfosten erhielt Julian Barkmann in seinem letzten Spiel den Vorzug vor Dennis Lohmann. „Es ist einerseits die Geste, aber andererseits auch das klare Zeichen, dass wir ihn noch brauchen – denn wir haben noch zwei Spiele“, richtete Bergmann den Blick auf die Aufstiegs-Relegation. Und selbst Barkmann-Konkurrent Lohmann meinte im anschließenden Vereins-Interview: „Es freut mich mega für ‚Juli‘, dass er nochmal so ein Spiel rausgehauen und den Kasten mit einem mega ‚Save‘ sauber gehalten hat. Ich glaube, das zeigt auch unser gesamtes Konstrukt, dass sich jeder für den jeweils anderen freut.“

Wichtig sei, betonte Bergmann, dass man „diesen Zusammenhalt bis zum zeigt. Wir wollten heute auch keinen verabschieden, sondern wollen gemeinsam noch alles in die Aufstiegsspiele reinhauen.“

Süderelbe steht Spalier - und leistet unfreiwillige Schützenhilfe

Schon vor Beginn zollte der Gegner dem AFC den Respekt für die errungene Meisterschaft und bildete beim Einlaufen ein Spalier. Die Vorfreude bei den „Kiesbarglern“ auf das „Highlight-Spiel zum Abschluss“, wie Trainer Stefan Arlt im Vorfeld meinte, war riesengroß. Doch auch die vermeintliche „B-Elf“ der Altonaer ließ keinen Deut locker. Ganz im Gegenteil. Dem Führungstreffer nach einem langen „Diago“ von Kapitän Fynn Rathjen ging ein doppelt verunglückter Klärungsversuch von Alexander Koval voraus. Erst landete seine Rückzieher-Befreiung direkt am linken Strafraumeck bei Rasmus Tobinski. Dann fälschte er dessen Schuss mit dem Kopf unhaltbar ab – 1:0 (26.)! Durch den Torerfolg sicherte sich Tobinski zusammen mit dem pausierenden El-Nemr die vereinsinterne Torjägerkanone.

Nicht minder unglücklich war das 0:2 aus Gäste-Sicht: Diesmal war es Ljubisa Panic, der nach einem Abwurf von Schlussmann Anton von Westerholt auf seiner rechten Verteidigerseite von Tobinski angelaufen wurde und einen kapitalen Fehlpass in den Fuß von Armel Gohoua spielte. Dieser spazierte nahezu ungehindert und unbedrängt durch die Hintermannschaft und schloss zum 2:0 ab (42.)! Der Rest war pure Freude und Jubel – inklusive anschließender Meisterschalenübergabe.

"Ein mega Erlebnis, im Herbst der Karriere nochmal Meister zu werden"

Die Meisterschaft als Krönung einer "überragenden Saison". Glückwunsch an den AFC! Foto: privat

„Wir werden jetzt den Moment genießen und Pfingsten freimachen, haben den Jungs aber eine kleine Hausaufgabe mitgegeben“, verriet Bergmann im Altonaer YouTube-Interview. „Und dann geht es Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag wieder richtig zur Sache.“ Mit vollem Fokus in die Aufstiegsspiele. Aber: „Heute geben wir erstmal Gas“, versprach Lohmann. 

Während sein langjähriger Weggefährte Yannick Petzschke, der vor den Fans das „Uffta“ anstimmte, ebenso seinen ersten Hamburger Meistertitel zelebrieren durfte. „Das ist ein mega Erlebnis, im Herbst der Karriere nochmal Meister zu werden. Wir haben es diese Saison wirklich überragend gemacht. Jetzt wird gefeiert – und ab morgen gilt es, das andere Ziel auch noch zu wuppen.“

Autor: Dennis Kormanjos