08.08.2018

Ohne Nebenschauplätze zum Kantersieg

Trotz Anfangs-Schlaf: 1. FC Eimsbüttel sendet torreiches Lebenszeichen

Foto: Björn Meyer

Der 1. FC Eimsbüttel ist zurück! Nach 15 Monaten und einer zwischenzeitlichen Abmeldung vom Spielbetrieb hat der Club von der Wolfgang-Meyer-Sportanlage wieder ein Pflichtspiel gewonnen.

Nach dem anfänglichen Eindruck des Duells mit dem „Team Syrien“ des FC Hamburger Berg wirkte eine Verlängerung dieser Leidenszeit allerdings nicht unrealistisch, arbeiteten die deutlich griffigeren Gäste bereits an der Erhöhung ihrer verdienten 1:0-Führung, die Wahid Azrak im Nachschuss eines eigenen blockierten Versuches aus günstiger Stürmerdistanz herstellte. Nur gingen die Träger der orangenen Leibchen (Rot gegen Rot ist eben nicht sonderlich gut auseinanderzuhalten) höchst sträflich mit ihren Möglichkeiten um, während sich der Kreisklasse A-Absteiger bei Schlussmann Stefan Hohmann bedanken konnte, dass es bei nur einem Gegentreffer blieb.

Foto: Björn Meyer

Dabei hat´s der FCE doch durchaus drauf, wie er es beim schön über mehrere Stationen vorgetragenen und schließlich von Spielertrainer Antonio Venturini erzielten 1:1 anschaulich demonstrierte (27.). Unsinnigen Nebenschauplätzen wie Senaid Gashis überflüssigen Disput mit Gegenspieler Salman Bou Saad (korrekterweise Gelb für beide von Ersatzschiedsrichter Christian Voegt, der trotz seiner Co-Trainertätigkeit beim FC Eimsbüttel ein umsichtiger, unparteiischer Spielleiter war) sollten sie in Zukunft lieber aus dem Weg gehen, möchte das weitgehend neu aufgestellte Team in der Kreisklasse B5 allein sportlich Schlagzeilen machen. Nach einem Distanzschuss-Doppelpack durch den eingewechselten Romano Steinbach (36.) und Carlson Tavares (39.) sollte dies heuer auch gelingen, übte sich nun auch Gashi noch vor der Pause in seiner Kernkompetenz – dem Toreschießen. Die Kugel erst sauber in die lange Ecke geschoben (43.), köpfte er mit dem Pausenpfiff seinen eigenen Lupfer über den gegnerischen Schlussmann zum 5:1-Halbzeitstand ein.

Foto: Björn Meyer

Beim FC Hamburger Berg halfen dagegen auch deutliche Worte zum Pausentee nichts, die verlorengegangene Haltung zum Spiel wiederzufinden. Immer wieder taten sich den Eimsbüttelern Lücken in der Gäste-Abwehr auf, die vorerst aber nur Steinbach zentral nutzen konnte (52.). Als Tavarez die Kugel zu ballverliebt herschenkte und damit Jan-Philipp Perschels Eigentor in Rettungsabsicht heraufbeschwor (69.), hätte es ob der Vielzahl an Chancen eigentlich bereits zweistellig stehen müssen. Als hätte sie das zweite Gegentor wieder etwas wach gerüttelt, spielten die gerne über links kommenden Hagenbeck-Kicker ihre Vorstöße wieder etwas konsequenter aus, sodass Romano Steinbach (71.), Timo Nowack (72. & 86.) und Antonio Venturini (80. & 85.) die Auflösungserscheinungen der stammtorwartlosen Bergler nun also doch noch torreich bestraften (11:2).

Wenigstens milderte Tahsin Namers Abstaubertor nach Lattentreffer Wahid Azraks (90.) die herbe Klatsche für den neuen Tabellenvorletzten noch ein wenig ab. Der durch Spielfreiheit dieses Wochenende erst gestartete 1. FC Eimsbüttel dagegen fiebert jetzt dem Spitzenspiel gegen Joachim Dankowskis nicht unambitionierte Komet Blankenese II entgegen.


Björn Meyer

Kommentieren

Mehr zum Thema