Offiziell: Bettin kein Türkiye-Trainer mehr!

Trainerduo schon am Abend beim geplanten Nachholspiel nicht mehr anwesend

08. Februar 2017, 19:41 Uhr

Thorsten Bettin schmiss am Tag vor dem geplanten Nachholspiel des FC Türkiye hin. Foto: KBS-Picture.de

Eigentlich sollte der FC Türkiye am heutigen Mittwochabend im Nachholspiel gegen den TSV Buchholz 08 um Punkte in der Oberliga kämpfen. Doch daraus wurde nichts. Schiedsrichter Johannes Mayer-Lindenberg, der erst wenige Augenblicke vor dem Beginn auf der Anlage erschien, stufte die Platzverhältnisse für die Spieler als gesundheitsgefährdend ein. Allerdings kam am Rande der Partie, die erst neun Minuten vor dem geplanten Start abgesagt wurde, ein Gerücht auf, welches sich nach Rücksprache mit Türkiye-Manager Klaus Klock schnell als Wahrheit entpuppte.

Der Platz an der Landesgrenze wurde für unbespilbar erklärt. Foto: Knötzsch

Thorsten Bettin hat sein Traineramt bei den Wilhelmsburgern mit sofortiger Wirkung niedergelegt! „Wir sind sehr enttäuscht über die Entscheidung“, lässt uns Klock wissen und fügt erklärend an: „Am gestrigen Abend hat uns Thorsten Bettin über seinen Entschluss informiert. Er hat keine gemeinsame Zukunft zwischen Mannschaft und Trainerteam gesehen. Für uns als Verein ist die Situation extrem unzufriedenstellend. Als er uns informiert hat, sind wir aus allen Wolken gefallen.“ Alle Versuche, sowohl Bettin als auch dessen Co-Trainer Manuel Garcia von einem Verbleib zu überzeugen, scheiterten. „Es gab die klare Ansage, nochmal eine Nacht drüber zu schlafen und zumindest bis zum Saisonende voll durchzuziehen. Der Verein hat dem Trainerteam die volle Unterstützung zugesagt. Denn die Mannschaft steht nun in der Pflicht! Als wir uns am heutigen Morgen noch einmal mit beiden unterhalten wollten, hatte sich Manuel Garcia schon um 8:30 Uhr bei Teilen der Mannschaft verabschiedet. Damit war das Kapitel leider beendet.“

Bereits am Abend waren weder Bettin noch Garcia, die das Amt erst Ende Oktober angetreten haben und die letzten vier Ligaspiele allesamt verloren, anwesend. Die Entscheidung soll beim Trainerteam in den vergangenen Wochen gereift sein „Wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen - auch von der Mannschaft!“ Wie es nun weitergeht, steht noch in den Sternen. „Wir wollten eine Reaktion der Mannschaft abwarten. Leider ist es durch die Absage nicht dazu gekommen.“

Foto: Knötzsch

Die Absage begründete der Unparteiische wie folgt: „Ich möchte nicht die Verantwortung übernehmen, wenn sich hier jemand etwas bricht.“ Der Grandplatz war nicht nur knüppelhart gefroren, sondern zum Teil auch mit Löchern und Unebenheiten überzogen, so dass er eine Mondlandschaft glich, die im gefrorenen Zustand ein erhöhtes Verletzungsrisiko darstellte. Buchholz-Coach Thorsten Schneider befand die Absage an und für sich als „absolut richtig“, wollte sich aber zum Zeitpunkt der Absage nicht äußern.

Türkiye trainierte stattdessen auf einer Hälfte des Platzes – unter der Leitung von Co-Trainer Max Weiß. „Ich bin heute morgen informiert worden, leite heute das Training und kümmere mich um die Mannschaft“, erklärte Weiß, der nach dem Rücktritt des Duos Bettin/Garcia nun vorübergehend hauptverantwortlich für die Wilhelmsburger ist, im kurzen Gespräch am Rande des Trainings.

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