Regio/Kreisliga 6/Jugend

„Norderstedter Jung“ Mutabdzija heuert bei der Eintracht an

30. Januar 2020, 13:39 Uhr

Milenko Mutabdzija heuert als neuer Teammanager bei Eintracht Norderstedt II an und wird als "Bindeglied zwischen Herren- und Jugendbereich" fungieren. Foto: Heiden

„Es gab nicht viel zu überlegen“, verrät Milenko Mutabdzija, der seit Jahresbeginn eine neue sportliche Herausforderung in Angriff genommen hat. Eine Herausforderung, die für ihn „eine absolute Herzensangelegenheit“ sei, wie der ehemalige Team-Manager des HSV III und Niendorf II sagt. Denn: „Ich bin ein Norderstedter Jung.“ Und so wird er sich künftig als Bindeglied zwischen Herren- und Jugendbereich um die Belange bei Eintracht Norderstedt kümmern. Vorrangig als Manager der Zweitvertretung. „Seine Hauptaufgabe wird es sein, talentierte Jugendspieler aus den eigenen Reihen davon zu überzeugen, dass sie mit uns gemeinsam den Weg weitergehen. Ziel ist es, die Zweite Herren in die Bezirksliga zu bringen und sie dort dann auch langfristig zu halten“, so Eintracht-Präsident Reenald Koch in der Norderstedter Vereinszeitung.

Zuletzt war Mutabdzija in selber Funktion bei der U23 des Niendorfer TSV aktiv. Foto: KBS-Picture.de

Als die Anfrage kam, war für Milenko Mutabdzija schnell klar: „Ich mache das.“ Er selbst hat als Aktiver in Norderstedt gekickt – damals sogar noch für den 1. SC Norderstedt. „Ich kenne hier alles und bin oft im Stadion.“ Auch sein Vater war für den Verein aktiv. Hinzu kommt, dass sich Reenald Koch und Mutabdzija „gut kennen“. Beide spielten einst Seite an Seite beim Glashütter SV. Nun kehrt Mutabdzija zu seinen Wurzeln zurück. Zu einem „großen Verein mit einem großen Namen“, wie er selbst sagt, um eine „gewisse Struktur reinzubringen“. Insbesondere was den Übergang vom Jugend- in den Herrenbereich anbelangt. „Wir werden künftig deutlich enger zusammenarbeiten“, verdeutlicht Mutabdzija. „Es wird künftig so sein, dass ausgewählte Spieler aus der U19 und Zweiten Mannschaft einmal die Woche bei der Liga mittrainieren.“ Erstes Beispiel: Alexandros Tourgaidis, der eigentlich der Zweiten Mannschaft angehört, zuletzt aber im Liga-Team für Furore sorgte. Beim 7:0-Testspiel-Kanersieg des Regionalliga-Vierten beim SC Victoria traf eben jener Tourgaidis zweifach und bereitete ein weiteres Tor vor.

„Da blutet mir das Herz“

Alexandros Tourgaidis (re.) trumpfte zuletzt im Testspiel der Liga-Mannschaft gegen Oberligist Vicky mit einem Doppelpack auf. Foto: Sellhorn

Da nicht nur er selbst gut mit jungen Spielern könne, sondern auch Liga-Coach Jens Martens und U19-Trainer Ralf Palapies einen engen Austausch pflegen, „herrscht eine Vertrauensbasis auf allen Ebenen“, betont Mutabdzija, der sich nach Erstellung eines Konzeptes vor allem mit der Frage beschäftigt(e): „Warum verlassen so viele junge Spieler den Verein?!“ Durch die noch engere Zusammenarbeit soll sich das künftig ändern. Ein wesentlicher Part soll dann auch die Weiterentwicklung der Zweiten Mannschaft, die aktuell auf dem dritten Tabellenplatz in der Kreisliga 6 hinter St. Pauli IV und dem TSV Sasel III rangiert, sein. „Da blutet mir das Herz“, macht Mutabdzija keinen Hehl daraus, dass die Kreisliga nicht im Ansatz der Anspruch des Clubs sein kann. „Natürlich muss man als Unterbau einer Regionalliga-Mannschaft höher spielen“, stellt er klar – und ergänzt: „Wir wollen ein guter Unterbau sein.“

„Die Zweite Mannschaft wird zu einer U23“

Mit EN-Präsident Reenald Koch kickte Mutabdzija eins zusammen für den Glashütter SV. Foto: KBS-Picture.de

Deshalb wird es einige Veränderungen geben. „Auch wenn es ‚nur‘ Kreisliga ist, muss man etwas anbieten“, will Mutabdzija nicht nur „im Drumherum“ für mehr Struktur sorgen. „Es wird deutlich leistungsbezogener werden. Die Zweite Mannschaft wird künftig zu einer U23“, verrät er. „Wir werden dann auch dreimal in der Woche Training anbieten, was für Kreisliga-Verhältnisse viel ist.“ Man will weg von dem negativen Image, das die Reserve der Eintracht über viele Jahre anhaftete. Die Frage „Welcher Spieler kommt schon freiwillig in die Kreisliga?“ will man fortan mit eigenen Spielern aus dem Nachwuchs und aus der Umgebung beantworten. Hinzu kommt, dass die Akteure aus der Liga-Mannschaft „die jungen Spieler fördern und ihnen einen Anreiz schaffen“ sollen, „wo der Weg mal hinführen kann“. Ein Credo, das auch Jens Martens verfolgt. „Er kennt die Jungs nicht nur, sondern kann auch sehr gut mit jungen Spielern“, so Mutabdzija, der mit der „Zweiten“, wo zunächst einmal sein „Hauptaugenmerk“ drauf liegen wird, in andere Regionen will, um eine reizvolle Adresse zu sein: „Natürlich ist das Ziel, in einiger Zeit höher zu spielen.“ Doch noch wartet eine Menge Arbeit auf ihn…

Autor: Dennis Kormanjos

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