06.04.2019

Nimmermüder Nicolai: „Reife“ Falken ernten „Riesenlob“

HFC nutzt ETV-Patzer und siegt spät im Spitzenspiel

Gian Darius Nicolai (re.) - hier im Duell mit Vicky-Liga-Leihgabe Jan Kämpfer - rechtfertigte seine Startelf-Berufung mit dem späten Führungstreffer. Foto: Olaf Both

Im Winter wechselte Gian Darius Nicolai vom Niendorfer TSV III zum ambitionierten Liga-Kontrahenten HFC Falke. In den vergangenen beiden Liga-Spielen kam Nicolai jeweils von der Bank – im Spitzenspiel gegen den SC Victoria II nahm Dirk Hellmann jedoch eine Änderung in der Startelf im Vergleich zum 4:0-Sieg beim TSC Wellingsbüttel vor: Nicolai ersetzte im Sturm Steven Schönfeld, „weil er zwei herausragende Trainingswochen hatte“, lobte Hellmann seinen Winter-Zugang – und schwärmte weiter: „Ich habe selten einen Spieler erlebt, der mehr gebissen, gekratzt und im Training mit seiner Art und Weise gezeigt hat, dass er unbedingt in die Startelf will. Dafür hat er sich heute belohnt!“

Viele tolle Duelle und Zweikämpfe im BZ-Nord-Spitzenspiel, das mit dem HFC Falke einen alles in allem verdienten Sieger fand. Foto: Olaf Both

Als die Schlussphase anbrach und der HFC Falke sowie Vicky II noch immer auf den Luckypunch hofften, war es den Hausherren vorbehalten, genau diesen zu setzen – und das nach einem Standard der Gäste, der dem Team von Hamid Derakhshan am Ende regelrecht um die Ohren flog. Auf halblinks wurde Falkes Timo Riemer in Szene gesetzt. Dieser legte einen unfassbaren und gnadenlosen Vollsprint über 50 Meter hin, brach am Sechzehner ab, um dann noch einmal kurz anzutreten und schließlich den maßgeschneiderten Querpass für den inzwischen ebenfalls eingerückten Gian Darius Nicolai zu spielen. Dieser beförderte die Kugel aus sieben Metern unter die Latte und sorgte beim HFC für Riesenjubel (82.)! „Wir haben es sowohl vor als auch während des Spiels gebetsmühlenartig gesagt: Wir sind eine Truppe, die ab der 80. Minute nochmal das gewisse Quäntchen hat. So war es auch heute“, bewiesen die „Hellmänner“ einmal mehr ihren langen Atem in „unseren starken Minuten. Mit ganz viel Ruhe und Durchsetzungsvermögen.“

„Ein sehenswertes Spiel“

Steven Schönfeld bejubelt seinen Torerfolg in der Schlussminute zur Entscheidung. Foto: Olaf Both

Für den Schlusspunkt zum 2:0-Endstand sorgte der zunächst für Nicolai auf die Bank beorderte Steven Schönfeld, der nach einem tollen Steckpass von Alexander Ernst eiskalt blieb (90.). Vorausgegangen war dem Treffer ein Ballgewinn der Hausherren – eines der Erfolgsrezepte an diesem Tag. „Ein großes Lob an die Truppe, die das im Gegenpressing sensationell gemacht hat und nach Ballverlusten unglaublich viele direkte Ballgewinne hatte“, befand Hellmann, der beiden Mannschaften – trotz der nicht immer leichten Verhältnisse auf dem Rasenplatz an der Waidmannstraße – „ein sehenswertes Spiel auf Augenhöhe“ attestierte. „Wir hatten in der ersten Halbzeit mehr und die größeren Einschussmöglichkeiten“, konstatierte der Falke-Coach, der damit insbesondere auf die Chancen von Riemer, der nach einem langen Weißner-Ball und anschließendem Laufduell zwischen Vicky II-Fänger Hendrik Rabe, der bei Flanken nicht immer einen sicheren Eindruck machte, und Thomas Koster freistehend drüber zielte (12.), sowie eine Dreifachsituation vor der Pause ansprach, als Koster und Lorenzen zunächst verpassten, ehe Finn Hanke aus vier Metern am Gehäuse vorbei schoss (41.).

„Wir sind ruhig geblieben“ - Falke nutzt ETV-Patzer

Erleichterung und Freude auf der einen, Ernüchterung und Trauer auf der anderen Seite. Foto: Olaf Both

Für die Gäste, die neben Torsteher Rabe mit Yannick Siemsen und Jan Kämpfer zwei weitere Liga-Leihgaben aufboten, vergab Daniel Tramm die größte Gelegenheit, als sein 15-Meter-Versuch am Pfosten vorbei sauste (29.), ehe der Torjäger nach der Pause seinen Schuss aus halbrechter Position zu hoch ansetzte (60.). Kurz darauf verhinderte HFC-Schlussmann Marco Wendt im Eins-gegen-Eins gegen Carlton Meierdiercks den Rückstand (62.). Auf der anderen Seite verpasste Alexander Briegert zunächst noch die Führung, als er von Nicolai auf die Reise geschickt wurde, aber blank stehend am langen Eck vorbei zog (70.). Doch dann kamen sie, die starken Minuten des HFC Falke, die dem Team von Dirk Hellmann drei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft bescherten – zumal „Dauerrivale“ ETV bei Niendorf III nicht über ein 1:1 hinaus kam. „Es war ein enges Spiel“, resümierte „Helle“, der anfügte: „Unterm Strich ein Riesenlob an die Truppe. Das war ein richtig gutes Spiel, wir sind ruhig geblieben und haben uns auch in den Phasen, in denen Vicky mehr in Fahrt kam und stärker war, immer wieder zurückgearbeitet ins Spiel. Eine sehr reife und gute Leistung!“ 

Autor: Dennis Kormanjos

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