Oberliga

Niemann sorgt für Niendorfer „Gulasch im Kopf“ und Albrecht für den Gnadenstoß!

13. November 2023, 12:04 Uhr

Lasse Blöcker (li.) - hier im Duell mit dem komplett wirkungslosen Marijo Saric - verursachte den Strafstoß zum Rückstand und holte den Freistoß zum Ausgleich heraus. Foto: Hellwig/USC Paloma

War das Beste an den ersten 45 Minuten noch der Pausenpfiff, sollte das Aufeinandertreffen zwischen dem USC Paloma und dem Niendorfer TSV im zweiten Abschnitt an Fahrt aufnehmen (alle Highlights im LIVE-Ticker). Zumindest aus Sicht der „Tauben“, die gut aus der Kabine und dem Führungstor von Minute zu Minute näher kamen. „Gut so, gleich klingelt es!“, trieb USC-Coach Marius Nitsch seine Mannen nach einem haarscharf am langen Eck vorbei huschenden Schlenzer von Michel Blunck nach vorne (58.). Von den Gästen kam nichts. Rein gar nichts! Lag’s an der seit zwei Wochen fehlenden Spielpraxis oder den vielen angeschlagenen Spielern? „Andere Vereine hätten sich acht Gelbe Scheine besorgt“, unkte NTSV-Trainer Ali Farhadi – und konstatierte: Am Ende waren wir körperlich am Limit.“

Linus Meyer (Mi.) brachte den Niendorfer TSV mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung. Foto: Hellwig/USC Paloma

Es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis selbst ein starker Tobias Grubba den Rückstand nicht mehr hätte verhindern können. Doch dann passierte genau das, was sich in dieser Situation nicht ansatzweise angebahnt und angedeutet hatte: Ibrahim Ali drang in den Strafraum der Palomaten ein und ging im Duell mit Lass Blöcker zu Boden. „Niemals ein Foul!“, schimpfte Nitsch – während Farhadi befand: „Ein glasklares Foul!“ Letzteres sah auch Schiedsrichter Marvin Repke (Harburger TB) so und zeigte auf den Punkt. Die große Führungschance, die sich Linus Meyer nicht entgehen ließ – 0:1 (69.)!

"Das zeigt, was in der Truppe steckt"

Ibrahim Ali (li.) holte den Elfmeter zur überraschenden Niendorfer Führung heraus. Foto: Hellwig/USC Paloma

Ein Gefühl, das für die Uhlenhorster kein ungewohntes ist. Es war das vierte Spiel in Serie, in dem Paloma mit 0:1 in Rückstand geriet und – um es vorweg zu nehmen – zum vierten Mal am Ende noch etwas Zählbares einfuhr. „Das zeigt, was in der Truppe steckt“, jubelte Nitsch über die Comeback-Qualitäten und die Mentalität seiner Mannen. Erst war Blöcker, der den Foulelfmeter verursachte, von Leon Meyer nur regelwidrig zu bremsen. Den fälligen Freistoß aus 17 Metern halblinker Position zirkelte der ehemalige Niendorfer Moritz Niemann rechts an der Mauer vorbei in den Knick – 1:1 (87.)! Ein „traumhafter“ Ausgleich, wie selbst Farhadi eingestehen musste. Und ein Tor, das bei seinen Schützlingen „zu viel Gulasch in den Köpfen“ verursachte.

Nitsch beweist ein goldenes Händchen

Leon Meyer (li.) wird vom Ausgleichs-Freistoß-Kunstschützen Moritz Niemann ganz eng bewacht. Mit zwei späten Toren triumphierte Paloma. Foto: Hellwig/USC Paloma

Die „Sachsenwegler“ wirkten stehend k.o. – während Paloma nun auf den „Lucky Punch“ drängte. Und Nitsch bewies ein goldenes Händchen: Der „Tauben“-Dompteur brachte kurz vor dem Ausgleich mit Yule Motamed-Amini und Luca Albrecht zwei frische Kräfte (85.). Ein Duo, das in der Schlussminute seinen ganz großen Auftritt hatte. Amini mit einem starken Spurt über die rechte Seite und der perfekten Hereingabe für Albrecht, der das Runde unter tosendem Jubel ins Eckige hechtete – 2:1 (90.)! „Die Jungs von der Bank haben nochmal richtig Schwung reingebracht“, zeigte sich Nitsch „sehr stolz auf die Mannschaft“, die durch den Last-Minute-Sieg auch am NTSV im Tableau vorbeigezogen ist.

Autor: Dennis Kormanjos