Testspiel

Neulinge überzeugen, Rückstand gedreht – deutlich gewonnen: Osdorf mit „positivem“ Abschluss der ersten Woche

02. Juli 2022, 16:43 Uhr

Nach dem gelungenen ersten Test zum Abschuss der ersten Trainingswoche richtete Osdorf-Trainer Philipp Obloch noch einige Worte an sein Team. Foto: Kormanjos

Einst lieferte er sich als Torhüter des Wedeler TSV noch legendäre Duelle mit dem TuS Osdorf in der Landesliga – nun hütet Kadir Katran selbst das Gehäuse der „Blomkampler“. Dass der inzwischen 39-Jährige nichts von seinem Können eingebüßt hat, demonstrierte der Torwart-Routinier im Testspiel gegen die U23 des Niendorfer TSV (alle Highlights im LIVE-Ticker).

Philipp Obloch (Mi.) gibt seinen Mannen taktische Anweisungen. Foto: Kormanjos

Im Duell mit dem amtierenden Meister der Landesliga-Staffel 1 bewahrte Katran, der in den zweiten 45 Minuten zum Einsatz kam, die Hausherren in der 63. Minuten mit einer spektakulären Parade nach einem Kopfball des völlig freistehenden Philipp Börner aus kurzer Distanz vor einem Rückstand. Im direkten Gegenzug war der TuS erfolgreich (64.). Ähnliches Spiel nur wenige Augenblicke später, als der Schlussmann gegen den blank vor ihm auftauchenden Ilir Neziri in Handball-Manier glänzend entschärfte (66.) und keine 60 Sekunden später das 3:1 für den Oberligisten fiel. Doch Katran war nicht der einzige Neuzugang der Osdorfer, der eine erste Kostprobe abgab.

Fernandes bestraft TuS-Unachtsamkeit

Mit Ahmed Ak (Meiendorfer SV), Jeremy Miljevic (FC Teutonia 05 II) und Mats Lahrtz (SC Victoria Hamburg) standen drei Neue im ersten Testspiel des TuS direkt in der Startelf. Ein echter Härtetest war das Aufeinandertreffen für beide Teams zu Beginn der Vorbereitung. Und die Zugänge der Osdorfer kreierten auch gleich die eine oder andere aussichtsreiche Situation für ihr neues Team, in Führung lag nach 45 Minuten aber der Landesliga-Champion, der durch seine Meisterschaft für jede Menge Auf- und Abstiegswirbel sorgte. Nach einem ruhenden Ball aus dem Halbfeld von Max Kleim nutzte Evailton Fernandes die kurzzeitige Konfusion im Heim-Sechzehner und schloss ganz cool ins lange Eck ab – 0:1.

Neuzugänge gefallen: Osdorf dreht Spiel - und siegt deutlich

An Oblochs Seite: Der neue Co-Trainer Daniel Lopez (3. v. li.), der vom FC Teutonia 05 II an den Blomkamp gewechselt ist. Foto: Kormanjos

Aber: Osdorf drehte nach Wiederanpfiff das Spiel – auch dank der beiden starken Paraden von Katran. Zunächst gelang Mehmet Eren nach einem Spranger-Eckball und einem vermeintlichen Handspiel eines Niendorfer Verteidigers vom Punkt der Ausgleich (55.). Dann zeigten die anderen Neulinge des TuS ihre Fähigkeiten. Erst verwertete Papa Ndiaye eine herrliche Vorlage des starken Ahmed Ak zum 2:1 (64.), ehe Mats Lahrtz eine nicht minder sehenswerte Stafette über Eren und Kevin Trapp, der per Kopf ablegte, mit dem zweiten Kontakt krönte (67.). Am Treffer zum 4:1-Endstand war dann Jeremy Miljevic maßgeblich beteiligt. Seine Ecke wurde von einem Gäste-Akteur beim Klärungsversuch an den Hinterkopf von Jannik Ahrens genickt – drin (74.).

"Wir kriegen momentan einfach noch viel zu einfache Gegentore"

Philipp Obloch (li.) und Daniel Lopez (Mi.) instruieren Neuzugang Ahmed Ak, der ein starkes Debüt feierte. Foto: Kormanjos

Trotz der 1:4-Niederlage beim Oberligisten sah NTSV II-Coach Jan Ramelow viele positive Aspekte bei seiner Elf im insgesamt bereits dritten Testspiel: „Ehrlich gesagt, bin ich gar nicht unzufrieden. Man sieht eine Mannschaft, die mit dem Ball hervorragend Fußball spielt. Wir haben hier heute schließlich gegen einen Oberligisten gespielt. Und wie wir es phasenweise geschafft haben, den Ball zu bewegen und auf engstem Raum die Situation zu lösen, das ist schon hervorragend. Was uns aber so ein bisschen gefehlt hat, ist, dass wir daraus im letzten Drittel für Torgefahr gesorgt haben. Da müssen wir ein bisschen mehr draus machen.“

Das große Manko: „Wir kriegen momentan einfach noch viel zu einfache Gegentore – und das war schon in der letzten Woche ein großes Thema war. Aber wir sind gerade auch in einem Modus, wo wir durch Urlaube und Verletzungen wenig Leute haben. Heute sind wieder Jungs verletzt rausgegangen.“ Aber, so hofft Ramelow jedenfalls, „nächste Woche werden wir wieder viel mehr Spieler zur Verfügung haben“, gab er zu Protokoll. Dass man nun schon drei Vorbereitungssiele hinter sich gebracht hat und auch in der kommenden Woche eifrig testen wird, sei eine ganz bewusste Entscheidung, verriet der „Meistermacher“ anschließend. „Wir haben in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass wir das, was wir machen und was wir üben wollen, besser ins Spiel als ins Training verpackt bekommen – gerade bei so vielen jungen Leuten. Aber klar ist auch, wenn man daraus jetzt ein, zwei Verletzte hat, muss man gucken, wie man das gestaltet.“

Obloch zieht viele Erkenntnisse aus erstem Test

Trotz der Niederlage - nach Führung - beim Oberligisten sah Niendorf II-Coach Jan Ramelow viele positive Dinge bei seiner Elf. Foto: noveski.com

Für Philipp Obloch, der mit Daniel Lopez und Koray Gümüs zwei neue Co-Trainer an seiner Seite hat, war der Test gegen die NTSV-U23 hingegen ein „positiver Abschluss der ersten Woche“, wie er meinte. „Es hat mir gut gefallen, weil einerseits viele gute Elemente drin waren, andererseits gibt es aber auch viele Aspekte, an denen man arbeiten kann. Das kann man sich schön nochmal auf Video angucken und die Vorbereitung über gut abarbeiten. Insofern ist es eigentlich optimal gelaufen – zumal wir es nach dem 0:1 noch klar gewonnen haben“, konstatierte der Osdorf-Coach – und fügte an: „Natürlich stand das Ergebnis nicht im Mittelpunkt. Aber wenn man etwas neu zusammenwachsen lassen will, dann hilft jeder Sieg. Insofern bin ich zufrieden.“

Zufrieden war Obloch auch mit seinen Neuzugängen, die ihm „richtig gut gefallen haben“, machte er keinen Hehl daraus. „Sie müssen auch Lücken füllen und eine Verstärkung werden, aber dafür haben wir die Jungs ja auch geholt. Damit sie uns weiterhelfen, den nächsten Schritt machen und eine Verstärkung werden.“ Die guten Ansätze waren jedenfalls schon mal deutlich zu sehen…

Autor: Dennis Kormanjos

Kommentieren