15.05.2018

Neues Osdorf-Trio: Ein Billstedter, ein Piet für Piet und ein Rückkehrer

"Blomkampler" geben drei weitere Zugänge bekannt

Felix Schlumbohm kehrt vom VfL Pinneberg zum TuS Osdorf zurück. Foto: KBS-Picture.de

„Das war in meinem ersten Training gleich ein Thema. Da gab’s schon den einen oder anderen Spruch – und es war ziemlich lustig. Aber das hat mir gleich ein gutes Gefühl gegeben“, verrät uns Piet W. Nicht etwa Piet Wiehle, sondern Piet Wesling. „Wenn ich auf den Trainingsanzug gucke, sind es sogar die gleichen Initialen. Manchmal könnte es auf dem Platz vielleicht etwas verwirrend sein, wenn nach Piet gerufen wird“, fügt Wesling an. Denn: Piet W. wird in der kommenden Saison unter Piet W. spielen – oder anders gesagt: Wesling wechselt zu Wiehle.

„Es kam relativ plötzlich zustande“, berichtet uns Wesling, dessen Bruder Mats in der Zweitvertretung des TuS Osdorf spielt. „Er hatte mit dem Trainer der Zweiten, Olaf Jobmann, gesprochen und der fragte ihn, was ich gerade mache, weil er meinen Bruder schon in Waldenau trainiert hat, mich noch von früher kennt und wusste, dass ich einigermaßen Fußball spielen kann.“ Nachdem Jobmann nach der Situation von Piet Wesling fragte und dessen Bruder entgegnete, „dass ich schon auch nach etwas Anderem oder Höherem suche“, unterhielt sich der Übungsleiter der „Blomkamp-Reserve“ mit Piet Wiehle und organisierte Wesling ein Probetraining bei der Liga-Mannschaft. „Ich war zweimal da und nach dem zweiten Training haben Piet und Cemil (Yavas, Manager; Anm. d. Red.) mir gesagt, dass sie mich gerne zur neuen Saison verpflichten wollen. Da mir das gut gefallen hat, habe ich mich relativ schnell dafür entschieden.“

Chance auf Regio beim AFC? „Wenn ich an ein, zwei Dingen arbeite“

Piet Wesling (li.) posiert mit dem neuen Trikot - neben ihm TuS-Manager Cemil Yavas. Foto: TuS Osdorf

Der Verteidiger wechselt aus der U23 von Altona 93 (BZ Süd) zum TuS – und das durchaus mit Ambitionen: „Ich habe in der vergangenen Saison bei Altona 93 in der A-Jugend gespielt und nun mein erstes Herrenjahr bei der U23 des Vereins absolviert. Im ersten Jahr habe ich immer mal wieder bei der Liga-Mannschaft unter Berkan Algan mittrainiert.“ Und weiter: „Ich bin vor dieser Saison natürlich auch geblieben, weil man sich die Chance erhofft hat, nach und nach aufzusteigen. Denn ich hatte schon vor, eventuell ein bisschen höher zu spielen.“ Die Chancen standen zunächst auch gar nicht mal so schlecht. „Mein Trainer, Heiko Knispel, hat mir mehr oder weniger gesagt, dass Berkan sich vorstellen könnte, wenn ich an ein, zwei Dingen arbeite, was selbstverständlich ist, mich dann in den Regionalliga-Kader zu nehmen.“ Doch dazu sollte es nicht kommen.

Nun schließt er sich den „Blomkamplern“ an. „Es ist ein großer Schritt aus der Bezirks- in die Oberliga, das ist mir klar – genauso, dass es am Anfang erstmal eine Umstellung sein wird. Ich traue es mir aber auf jeden Fall zu und bin mit 100 Prozent dabei!“ Sein Ziel sei es, „prinzipiell immer, zu spielen. Ich gehe da nicht hin, um die ganze Saison auf der Bank zu sitzen – aber ich sage auch nicht, dass ich unbedingt meinen Stammplatz will und wenn ich ihn nicht kriege, fange ich an zu meckern. Ich weiß, was man dafür tun muss und dass man kämpfen muss. Ich werde alles dafür geben, zu spielen.“ Mit der Mannschaft möchte er „das Beste rausholen und die für uns maximale Ausbeute“ einfahren. „Wir müssen uns am Anfang sicherlich finden. Aber es ist Potenzial in der Mannschaft.“

Collet kommt - „Bei Osdorf wird Fußball gelebt“

Das sieht auch Jan Collet so. Der Defensivakteur verlässt den SC V/W Billstedt nämlich – und heuert auch beim TuS Osdorf an, wie uns Manager Yavas bestätigt. Der gerade einmal 20 Jährige kam in seinem ersten Herrenjahr – nach seiner Jugendzeit beim SC Victoria – bis dato 24 Mal in Hamburgs höchster Spielklasse zum Zug. Trotz einiger anderer Anfragen erhielt der TuS am Ende den Zuschlag. „Bei Osdorf wird nicht nur Fußball gespielt, sondern regelrecht gelebt. Es herrscht dort eine herausragende Gemeinschaft, die Stimmung ist gut, es harmoniert alles – und die Mannschaft steht gut da“, teilt uns Collet auf Nachfrage mit – und fügt an: „Ich habe auch von anderen Spielern einen Eindruck bekommen, die mir gesagt haben, dass es innerhalb des Vereins ebenfalls glänzend läuft“, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Kein Wunder, schließlich waren die letzten Wochen mit den vielen Niederlagen „nicht immer einfach“. Seinen Mut hat er aber längst noch nicht verloren. Im Gegenteil. „Meine Ambition mit Osdorf ist, in der Liga aufzufallen. Ich habe noch ehrgeizige Ziele.“

Schlumbohm kehrt heim - „Der Zuspruch der Fans hat dazu geführt“

Jan Collet (li.) wechselt aus Billstedt an den Blomkamp. Foto: KBS-Picture.de

Die hat auch ein alt-bekannter Rückkehrer: Felix Schlumbohm kommt wieder „nach Hause“! Der Außenverteidiger, der den riesengroßen Aufschwung des Vereins jahrelang mitprägte, ehe er sich im Winter dem VfL Pinneberg anschloss („Ich musste mal raus“), wird in der kommenden Spielzeit seine Buffer wieder fürs Wiehle-Ensemble schnüren. „Seitdem ich da weg bin, war es generell immer ein komisches Gefühl, weil die ganzen ‚Alt-Osdorfer‘ gute Freunde von mir sind und wir immer in Kontakt standen.“ Seine (kurze) Zeit beim VfL möchte er aber nicht missen, wie er uns erzählt. „Es war eine mega gute Truppe mit top Charakteren. Ich hatte da ein halbes Jahr lang wirklich Spaß“, so Schlumbohm, der damals von Detlef Kebbe an die Fahltsweide gelotst wurde. Keine Woche später war dieser schon wieder weg. Dennoch konnte der 25-Jährige nach seiner schweren Knieverletzung in Pinneberg sportlich wieder so richtig durchstarten und machte alle 15 Partien von Beginn an (zwei Tore. Doch nun möchte er beim TuS wieder an alte Zeiten anknüpfen.

Neben den vielen Fürsprechern in der eigenen Mannschaft können sich auch die Osdorf-Anhänger ein Stück weit auf die Fahnen schreiben, dass ihr „verlorener Sohn“ zurückkehrt. „Ich war bei ein paar Auswärtsspielen dabei und wurde dort von Osdorfer Fans gefragt, ob ich nicht zurückkomme. Selbst bei Pinneberg-Spielen waren einige von ihnen und haben mich gefragt. Dieser Zuspruch der Fans hat natürlich auch dazu geführt.“ Denn Schlumbohm hatte auch lukrative Angebote von Liga-Konkurrenten. Mit seinem TuS möchte er in der nächsten Saison aber schnellstmöglich „von vornherein möglichst viele Punkte holen, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.“

Autor: Dennis Kormanjos

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