Oberliga 01

Namen allein laden nicht zum Träumen ein: Sasel verschärft Curslack-Krise

18. September 2021, 19:51 Uhr

Ein konsternierter Sebastiao Mankumbani (li.) auf der einen, jubelnde Saseler auf der anderen Seite. Foto: Bode

„Acht Minuten Nachspielzeit“, signalisierte Schiedsrichter Kevin Klüver beiden Mannschaften. Der Unparteiische selbst hatte nach einem echten „Wirkungstreffer“, als er den Ball in Folge eines Saseler Befreiungsschlags mitten ins Gesicht bekam und zu Boden sank, seinen unfreiwilligen und unbeabsichtigten Beitrag geleistet, dass die Partie zwischen dem kriselnden SV Curslack-Neuengamme und dem TSV Sasel eine deftige Fortsetzung bekam. Am Ende rettete der Gast den „Dreier“ aber über die Runden – während Curslack weiter auf den ersten Heim-Punkt warten muss…

Maximilian Grünberg (li.) bejubelt "Kunstschütze" Jean-Lucas Gerken. Foto: Bode

Der Stadionsprecher meinte es wohl gut mit seinem SVCN, als er das Endergebnis durchgab und von einem 1:1 sprach. Nur zu gerne hätten die „Deichkicker“ diesen einen Zähler wohl daheim behalten. Stattdessen stand die äußerst ambitioniert in die Saison gestartete Woike-Elf aber erneut mit leeren Händen da. Ihren Humor hatten Manager Oliver Schubert und Trainer Christian Woike aber nicht verloren. Erstgenannter hoffte unmittelbar nach der dritten Saisonniederlage und dem Pokal-Aus auf das Auswärtsspiel in Lohbrügge. Der Grund: In der Fremde war Curslack bis dato in beiden Liga-Spielen siegreich. „Was machen wir, wenn wir da auch nicht gewinnen?“, entgegnete Woike fragend, aber mit einem Augenzwinkern auf den Einwand von Schubert. Dieser entgegnete: „Dann gehen wir beide zum Arbeitsamt.“

Die komplette PK im Video

SVCN-Coach Christian Woike muss mit seinem Team eine harte Phase durchmachen. Foto: Bode

Zwar ging der SVCN nach einem ruhenden Ball in Führung, als Henrik Giese per Kopf zur Stelle war (15.). Sicherheit gab das Tor den Hausherren aber nicht. Jean-Lucas Gerken ließ einen 25-Meter-Strahl links oben im Knick einschlagen (36.), ehe Sebastiao Mankumbani im eigenen Sechzehner ein völlig unnötiges Foulspiel gegen Lukas-Gabriel Kourkis beging. Der Gefoulte verwandelte den fälligen Strafstoß noch vor der Pause zum 2:1 für die „Parkwegler“ (41.).

Nach der Pause scheiterte Florian Rogge mit einem herrlichen 17-Meter-Freistoß am Quergestänge und verpasste den Ausgleich um Haaresbreite. Auch Arnold Lechler hatte das 2:2 auf dem Fuß, als er von der rechten Seite von Moritz Kühn perfekt in Szene gesetzt wurde, freistehend aus zehn Metern aber rechts vorbei zielte. Marco Schubring merkte man das fehlende Selbstvertrauen in nahezu jeder Szene an – auch kurz vor Schluss, als er an einer Flanke des eingewechselten Yanneck Schlufter vorbei lief. Die letzte Möglichkeit hatte Rogge mit einem Linksschuss vom rechten Strafraumeck – doch Todd Tuffour war rechtzeitig unten.

"Die Namen laden sicherlich auch zum Träumen ein"

Mit leerem Blick sitzt Florian Rogge (re.) nach Spielende auf der Bank. Foto: Bode

Auch die Gäste hätten den Sack deutlich eher zumachen können, spielten ihre Kontersituationen aber zum Teil haarsträubend aus. Tolga Celikten wurde im letzten Moment geblockt, Nick Gerken konnte Babuschkin aus kurzer Distanz nicht bezwingen. Und so mussten die Zankl-Zocker lange zittern. Erst recht, als Woike in den letzten Augenblicken der Partie alles nach vorne warf und die langen Sebastian Spiewak und Oliver Doege in den Sturm beorderte. Aber: Es brannte nichts mehr an.

„Wir haben momentan eine herausfordernde Situation, in die wir uns gebracht haben. Es wird unsere Aufgabe sein, dass wir uns in den nächsten Wochen aus dieser Situation wieder rausbringen“, so Woike, der anfügte: „Vor der Saison haben uns sehr viele Experten sehr gut gesehen. Die Namen laden sicherlich auch zu vielem ein, was das Träumen betrifft. Aber jeder weiß, dass Mannschaftssport eben auch aus mehreren Dingen besteht, als nur dreimal den Ball hochzuhalten. Man darf hinfallen, muss nur wieder aufstehen. Jetzt liegt’s an uns, ein paar Meter zu krabbeln, die Wunden zu lecken und sich ein wenig im Selbstmitleid zu suhlen, aber dann auch wieder aufzustehen und weiterzumachen.“

Wie nah ihm die augenblickliche Lage geht, brachte er anschließend zum Ausdruck:

Autor: Dennis Kormanjos

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