Regionalliga-Aufstiegsrunde

Nach Traumstart: Cordi knickt ein, Emden bejubelt den Aufstieg – Pieper hofft: „Alles ist möglich!“

01. Juni 2022, 20:34 Uhr

Jan Novotny im Kopfballduell. Foto: Kormanjos

Vielerorts war nach dem 1:1 gegen den SV Todesfelde von Concordia-Seite zu vernehmen, dass der eine Zähler „nicht greifbar“ sei. Oder auch: „Die zwei verlorenen Punkte könnten am Ende noch wehtun.“ Auch Cheftrainer Frank Pieper-von Valtier machte auf der anschließenden Pressekonferenz keinen Hehl daraus, dass er „ein bisschen damit hadere, zu sagen, ich bin zufrieden, sondern trauere eher den zwei Punkten hinterher“. Auf Nachfrage, ob sich vor dem zweiten Spiel gegen den zu Beginn siegreichen BSV Kickers Emden (2:1 gegen den Bremer SV) etwas an der Ausgangssituation ändern würde, weil die Kickers mit einem weiteren Erfolg schon den Aufstieg klarmachen könnten, entgegnete der Cordi-Coach: „Gar nicht. Wir haben es selbst in der Hand! Die Tür ist weit auf und wenn wir am Mittwoch das Spiel gewinnen, haben wir vier Punkte und die drei.“

Cordi-Präsident Matthias Seidel (li.) und Werder-Legende Willi Lemke. Foto: Kormanjos

Und Cordi zeigte von Anfang an, dass man gewillt war, die drei Punkte aus Oberneuland, wo die Partie auf neutralem Platz in der Marko Mock-Arena stattfand, mitzunehmen (alle Highlights im LIVE-Ticker). Der Hamburger Vertreter nahm das Heft des Handelns direkt in die Hand – und brachte sich nach zehn Minuten gleich aufs Scoreboard. Und wie! Nach einem Foulspiel an Sinisa Veselinovic führte Vincent Boock den fälligen Freistoß äußerst geistesgegenwärtig direkt in den Lauf von Ian-Prescott Claus aus. Dieser erahnte die Situation – und jagte die Kugel mit dem ersten Kontakt von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck. Ein super Tor!

Höcker stark - aber wenig später machtlos

Vincent Boock (2. v. li.) kommt im Zweikampf einen Schritt zu spät. Foto: Nottbohm

Zwar zogen sich die Mannen von Frank Pieper-von Valtier nach dem Paukenschlag ein Stück weit zurück, konnten sich aber auf ihren erfahrenen Keeper Johannes Höcker verlassen. Dieser kratzte in sensationeller Manier einen Schlenzer von Tido Steffens aus dem Winkel und verhinderte den Ausgleich (21.). Nach einer guten halben Stunde war aber auch „Höcki“ machtlos, als eine abgefangene Ecke von Onur Saglam zum prompten Gegenzug führte. Milad Faqiryar legte ein unnachahmliches Solo hin, schüttelte sämtliche Gegenspieler ab und bekam die Kugel genau im richtigen Moment für Steffens quergelegt – 1:1 (30.)! Eine weitere herausragende Parade von Höcker gegen den freistehenden Ayodeji Adeniran aus kürzester Distanz verhinderte kurz darauf sogar den Rückstand (33.).

Cordi kriegt keine Entlastung mehr

Andy Appiah (Mi.) nach einem Zweikampf mit Holger Wulff (li.) am Boden. Foto: Nottbohm

Der Tabellenfünfte der Hamburger Oberliga verlor nun gänzlich den Zugriff – während die Kickers um Ex-Profi Stefan Emmerling nach der Pause klar am Drücker waren. Cordi lief hinterher – und ließ es über weite Strecken über sich ergehen. Bezeichnend: Genau eine Stunde war gespielt, als abermals Steffens nach einer Kopfballablage von Adeniran überhaupt nicht attackiert wurde und aus 20 Metern Maß nehmen durfte. Dallas Aminzadeh fälschte das Spielgerät unhaltbar gegen die Laufrichtung von Höcker ab – 2:1 Emden! Eine Reaktion der Pieper-von Valtier-Equipe? Fehlanzeige!

Ajkic kläglich - Adeniran lässt Emden jubeln

Die Kickers Emden bejubeln den Aufstieg mit ihren Fans. Foto: Kormanjos

Die Kickers wirkten wacher, griffiger und auch fitter. Cordi konnte kaum noch für Entlastung sorgen und hatte mehrfach Glück, dass Emden nicht den dritten Treffer nachlegte. Vor allem in Minute 73, als Adeniran nach einer Visser-Flanke nur am Außenpfosten scheiterte. Chancen auf den Ausgleich? Nicht vorhanden! Zumindest bis zur 89. Spielminute nicht. Dann aber nahm Claus die Kugel traumhaft mit und servierte dem eingewechselten Selim Ajkic den Ausgleichstreffer eigentlich auf dem Silbertablett. Doch der Angreifer brachte aus wenigen Metern einen an Kläglichkeit kaum zu überbietenden Abschluss genau in die Arme des vor ihm stehenden Jannik Wetzel zustande. Schwach!

Stattdessen machten die „Emmerlinge“ in der Nachspielzeit alles klar, als Höcker bei einem letzten Cordi-Eckball mitaufgerückt war. Doch erneut entwickelte sich der ruhende Ball zum Bumerang. Der bärenstarke Steffens bediente den nicht minder starken Adeniran, der aus 27 Metern ins verwaiste Gehäuse einschoss (90. +4) – Ende! Die Kickers verfielen in kollektiven Freudentaumel und bejubelten den sicheren Aufstieg in die Regionalliga. Bei Concordia herrschte hingegen große Tristesse…

Das 3:1 der Kickers Emden mit der letzten Aktion unter kollektivem Aufstiegsjubel!

Cordi-Coach Frank Pieper-von Valtier nach der Niederlage im Interview!


Autor: Dennis Kormanjos

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