27.05.2019

Mohr: „Ich finde das bitter, das ist keine Freizeit-Liga“

Altengammes Liga-Obmann ist vom Verhalten von Inter 2000 mächtig angefressen

Was soll sowas? Altengammes Ligaobmann Philipp Mohr (re.) ist alles andere als begeistert über den Auftritt von Inter 2000. Foto: Bode

Das Ergebnis allein liest sich bereits kurios. Mit 21:2 behielt der SV Altengamme am gestrigen Sonntag in der Landesliga Hansa bei Inter 2000 die Oberhand. Schon zur Halbzeit stand es 7:0 für die Gäste vom Gammer Weg. Was sich in den 90 Minuten an der Snitgerreihe und in der Pause des Spiels ereignete, „ärgert mich richtig. Da könnte ich schon wieder wütend werden“, sagt Philipp Mohr. Was der Liga-Obmann der Altengammer damit meint, verrät er uns im Gespräch.

„Inter hat das Spiel mit elf Mann begonnen, dann kam noch ein zwölfter Spieler als Ersatz dazu. Der hat im Laufe des Spiels dann aber auch nur in Badelatschen auf der Bank gesessen“, erklärt Mohr. So weit, so gut und so normal. Los ging das ganze „Theater“ dann in der Pause des Spiels: „In der Halbzeit kam der Schiedsrichter in unsere Kabine und hat uns darüber informiert, dass bei Inter nur noch sechs Mann weiterspielen wollen würden und er das Spiel den Regeln entsprechend also abbrechen müsse, weil das zu wenig Spieler sind“, berichtet Mohr, „die Mannschaft von Inter stand draußen am Wurststand.“ Dort führte Mohr dann diverse Gespräche und überredete die Gastgeber schließlich, dass sie doch noch mit elf Mann weitermachen.

„Das habe ich nicht mal mit Altengamme IV in der Kreisklasse erlebt“

Der Lichtblick aus SVA-Sicht: Sandro Schraub (re.) schoss sich mit sieben weiteren Treffern zur Torjägerkanone. Foto: Bode

Der Tenor war, „dass sie das für uns machen, weil wir wollten, dass Sandro Schraub seine tolle Saison damit krönt, dass er Torschützenkönig wird. Einige von den Inter-Spielern waren schon unter der Dusche. Sie sind dann aber doch nochmal rausgekommen und angetreten“, blickt Mohr auf den kuriosen Sonntagnachmittag zurück, „nach dem 14:0 ist einer von denen dann vom Platz gegangen. Wir haben im Gegenzug Jonas Buck runtergenommen. Wir waren in der Pause sogar bereit, in der zweiten Hälfte nur noch mit acht Mann zu spielen. Später ist bei Inter noch ein Spieler vom Platz gegangen, dafür haben wir Kevin Herzberg vom Feld genommen. Die haben dann ihr Team wieder aufgefüllt. Wir haben Kevin dann aber draußen gelassen. Das Ganze war irre.“ Einziger Anlass zur Freude: „Wir freuen uns riesig, dass Sandro die Torjägerkrone geholt hat, das hat er definitiv verdient“, konstatiert Mohr. 

Auf der anderen Seite könne es jedoch nicht sein, „dass ich Inter 2000 an der Wurstbude überreden muss, weiterzumachen und dass dann da einfach Leute vom Platz gehen“, so Mohr, „ich finde das sehr bitter, wenn ich sehe, mit was für Aufwand und Leidenschaft einige Mannschaften versuchen, in der Landesliga zu spielen. Und dann hast du da eine Mannschaft, die das mit Füßen tritt. Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden. Es ist sowieso krass, was bei uns in der Staffel in den letzten Wochen passiert ist.“ Im Vergleich dazu habe sich „Dersimspor in der letzten Woche wenigstens 90 Minuten versucht, zu wehren, auch wenn sie von uns am Ende 15 Treffer bekommen haben. Da ist das Lob und die Anerkennung, die wir denen gezollt haben, nochmal mehr wert.“ Das, was sich Inter 2000 geleistet habe, „hatte mit Gegenwehr und Landesliga-Fußball nichts zu tun. Das habe ich noch nicht mal mit Altengamme IV in der Kreisklasse B erlebt. Wir sind hier in der zweithöchsten Liga Hamburgs. Das ist keine Freizeit-Liga.“ 

Jan Knötzsch

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