RL Nord (Nord-Staffel)

Mfumu-Verletzung überschattet Teutonias Niederlage gegen Flensburg

01. November 2020, 17:50 Uhr

Nach dem verhängnisvollen Zweikampf in der 94. Minute wird Teutonias Yves Mfumu mit der Trage vom Platz gebracht. Foto: noveski.com

Das war es nun also – zumindest vorerst. Im letzten Pflichtspiel, ehe durch den „Lockdown light“ das Fußballspielen zunächst einmal verboten sein wird, unterlag der FC Teutonia 05 vor 315 Zuschauern im Stadion an der Hoheluft im Spitzenspiel der Nord-Staffel der Regionalliga Nord dem SC Weiche Flensburg mit 1:2 (Hier gibt's den Live-Ticker zum Nachlesen). Damit hat Weiche unter Übungsleiter Thomas Seeliger als „Leader“ der Staffel nun bereits acht Punkte Vorsprung auf die „Kreuzkirchler“, für die die Niederlage bereits das vierte verlorene Spiel in Serie bedeutete. Viel schlimmer aber traf die Teutonen das, was in der 94. Minute der Partie auf dem Kunstrasen direkt vor den Trainerbänken passierte. 

Den Offensivmann der Gastgeber erwischte es am rechten Fuß – eine genaue Diagnose gibt es noch nicht. Foto: noveski.com

Es war ein Zweikampf: Flensburgs Martin Pitter und Yves Mfumu lieferten sich ein Duell um die Kugel, dann ging Teutonias Nummer 44 zu Boden und blieb liegen. Einen kurzen Moment lief das Spiel noch weiter, dann unterbrach Spielleiter Benjamin Schmidt. Denn Mfumu lag immer noch auf dem Plastikgrün. Den 22-Jährigen hatte es schwer erwischt. Minutelang wurde Mufumu auf dem Platz behandelt, letztlich dann mit einer Trage vom Feld transportiert. Und als Teutonen-Trainer Achim Hollerieth und sein Widerpart Thomas Seeliger nach dem Match längst jeweils ihr Statement zum Spiel abgaben, lag Mfumu abseits des Feldes am Eingang zu den Kabinen noch immer auf der Trage und wurde behandelt. Kurze Zeit später fuhr dann der Rettungswagen vor und der Teutonia-Stürmer wurde in Richtung Krankenhaus abtransportiert. „Die Gesundheit eines jeden steht an erster Stelle. Es ist natürlich scheiße, dass das passiert ist. Es war ein blödes Foul, aber im Fußball passieren solche Sachen. Ich unterstelle da keine Absicht. Es ist tragisch. Er hatr riesige Schmerzen. Für uns ist das natürlich schlecht. Ich habe kein gutes Gefühl, obwohl ich die Verletzung nicht gesehen habe. Ich weiß nicht, ob es etwas am Schien- oder Wadenbein oder unten am Fuß ist. Wir hoffen, dass es nicht ganz so schlimm ist, vielleicht nur eine Prellung. Aber ich hab' meine Befürchtungen“, erklärte Hollerieth mit Blick auf jene verhängnisvolle Szene in der Nachspielzeit. 

Hollerieth: „Ich habe kein gutes Gefühl, obwohl ich die Verletzung nicht gesehen habe“

Zu viel Platz gelassen: Der Flensburger Kevin Schulz (re.) kann unbedrängt einköpfen, Fabian Istefo ist zu weit weg. Foto: noveski.com

Doch der Reihe nach: Im ersten Durchgang fehlte den Teutonen genau das, was Flensburg hatte: das letzte Quäntchen an Torgefahr und Willen! Die Equipe von Achim Hollerieth tauchte nur selten gefährlich in oder an der Box des Gegners auf – und wenn, dann blieben die Versuche der Hausherren ohne Ertrag: Nach einer Ecke von Nick Brisevac musste Weiche-Schlussmann Florian Kirschke nach fünf Minuten am ersten Pfosten klären. Zehn Minuten später nahm Soleiman Kazizada dann den „Goalie“ der Gäste vom rechten Strafraumeck aus unter Beschuss, doch Kirschke tauchte ab und konnte den Einschlag im Netz verhindern. Ganz anders die Gäste, die bei ihren Offensivbemühungen doch eine Spur zielstrebiger waren. Zwei Minuten nach Kazizadas vergebener Chance bediente Ilidio Pastor Santos mit einem Diagnoalball rüber auf die rechte Seite Nico Empen. Dessen Flanke köpfte Kevin Schulz am Fünfmeterraum zur Führung ein. Nur sechs Minuten später hätte Weiche beinahe erhöht: Empen nutzte ein völlig verunglücktes Abspiel von „T05“-Keeper Fynn Hegerfeldt, passte auf Christopher Kramer – doch der stand bei seinem Torerfolg im Abseits. Aber Kramer sollte noch vor der Pause ein Mal regulär einschieben: Nach Marcus Coffies unbeholfenem Foul an Cornils im Strafraum gab's Elfmeter und Flensburgs Nummer 13 verwandelte unten rechts zum 2:0.

Seeliger: „Es tut mir sehr leid für den Jungen, der ein gutes Spiel gemacht hat“

Keine Chane beim Elfmeter: Teutonias Keeper Fynn Hegerfeldt ist in die falsche Ecke unterwegs, so dass Christopher Kramer sicher verwandeln kann. Foto: noveski.com

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur ganze fünf Minuten, dann hatten die Teutonen die große Gelegenheit zum Ausgleichstreffer auf dem Fuße – und zwar in Person von Mfumu, der nach einem Zuspiel von Tino Schulze von der Grundlinie anschließend zentral vorm Tor das Leder nur knapp vorbei spitzelte. Mfumu war es dann auch, der knapp 17 Minuten später im Mittelpiunkt des Geschehens stand. Mit dem Ball am Fuß zog er nach innen Richtung Tor und wurde von Patrick Thomsen zu Fall gebracht – die Frage war nur: im Strafraum oder außerhalb? Referee Schmidt sah das Foul außerhalb der Box und gab Freistoß. Brisevac trat selbigen flach Richtung Kasten, Kirschke klärte und stand auch dem Nachschuss von Coffie im Weg. Doch die Elf von Achim Hollerieth sollte noch zum Anschlusstreffer kommen – und zwar, als nach 71 Minuten der eingewechselte Abdel Hathat am zweiten Pfosten eine Ecke von Brisevac über die Linie brachte. Weiche Flensburg hingegen hatte nur noch eine gefährliche Szene im zweiten Durchgang: einen Kopfballl von Kramer. „T05“ indes drängte weiter auf den möglichen ausgleich – sogar über den Moment des Mfumu-Schocks hinaus bis zur zehnten Minute der Nachspielzeit. Nach 100 Zeigerumdrehungen war dann Schluss – und die Hollerieth-Truppe hatte nicht nur das Spiel, sondern auch ihren Offensivmann verloren.


Auf der zweiten Seite gibt's das Statement von Thomas Seeliger zum Zweikampf, in dem sich Mufumu verletzte, sowie die Spielanalyse des Weiche-Trainers und die Sichtweise von Teutonen-Coach Hollerieth auf die Partie.

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