Oberliga 01

Meiendorfer „Komplett-Katastrophe“ bei Curslacker Offensivfeuerwerk

20. November 2021, 19:40 Uhr

Hatten allen Grund zur Freude: Hamed Mokhlis (li.) und Marco Schubring sorgten schon vor der Pause für klare Verhältnisse. Beide waren beim Kantersieg doppelt erfolgreich. Foto: Bode

„Ich bin jetzt schon lange dabei – aber das ist das erste Mal, dass ich die Pressekonferenz mit einem gegnerischen Spieler mache“, erlebt selbst ein Christian Woike immer wieder etwas Neues. Da die „Medientaktik“ von Meiendorf-Neucoach Hakan Yavuz offenbar die ist, nach Spielen möglichst schnell den Abgang zu machen und sich nicht zu stellen, musste Mustafa Ercetin für seinen schweigsamen Übungsleiter in die Bresche springen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn trotz einer wahrhaftigen Demütigung am Gramkowweg vertrat der ehemalige Curslacker, der neben seiner Spieler-Funktion auch den Posten des Sportlichen Leiters an der B75 innehat, seinen MSV. Chapeau dafür!

Trotz der Schmach stellte sich Ex-SVCN-Akteur Mustafa Ercetin, weil sein Trainer dies (mal wieder) nicht tat. Foto: noveski.com

Es sei „schwer, die richtigen Worte zu finden“, machte Ercetin keinen Hehl daraus – und musste das, was sich am Nachmittag am Deich abspielte, erst einmal sacken lassen. „Wenn man 1:9 verliert, dann kann man auch nicht auf einzelne Dinge eingehen. Das war eine komplette Katastrophe!“, fand „Musti“ deutliche Worte. Ganz im Gegensatz zu seinem Trainer. Dessen Gegenüber meinte derweil: „9:1 gewinnt man in der Oberliga nicht jede Woche. Von daher freuen wir uns natürlich“, erlebte Woike einen „sehr gefestigten, sehr kreativen sowie schnell und gierig nach vorne“ spielenden SVCN. Aber: „In der ersten Halbzeit gab es auch zwei-, dreimal die Möglichkeit, ein Gegentor zu kassieren. Und da stand es noch nicht 3:0, sondern das war beim Stand von 1:0 und 2:0.“

"Fast jeder Schuss ein Treffer"

Doch den Gästen fehlt es an der Qualität und Durchschlagskraft vor des Gegners Tor. „Man muss ganz ehrlich sagen, dass es ja ein bisschen lächerlich ist, das nach einem 1:9 anzusprechen. Aber die Chancen waren tatsächlich da“, befand auch Ercetin. „Personalprobleme“ führen derzeit dazu, „dass wir fast jede Woche mit einem neuen Stürmer spielen müssen. Das ist unsere größte Baustelle. Aber wir wollen da im Winter noch was machen“, hofft Ercetin auf Verstärkungen. Während sich Curslack-Manager Oliver Schubert darüber freute, dass „fast jeder Schuss ein Treffer“ war. Hamed Mokhlis (9., 15.) und Marco Schubring (26.) sorgten früh für eine beruhigende 3:0-Führung.

Mit ganz neuer Grundordnung zu einem "richtig runden Tag"

David Kufahl wurde für seinen Trainingseifer belohnt und durfte beim SVCN zwischen die Pfosten. Foto: Bode

Nach der Pause brachen dann alle Dämme. Schubring (51.), Bajram Nebija (61.), Florian Rogge (67.), ein doppelter Tim Schmidt (79., 89.) und Corvin Behrens (82.) schossen den Kantersieg heraus. Für das „Haar in der Suppe“, O-Ton Woike, sorgte das Gegentor durch Damian Ilic kurz vor Ultimo zum zwischenzeitlichen 1:8 aus Meiendorfer Sicht (85.), als die Hausherren „nicht mehr so liebevoll und leidenschaftlich verteidigt“ hätten, befand der SVCN-Coach. Nichtsdestotrotz müsse er seiner Mannschaft „ein Kompliment machen“. Nicht nur weil, man „zum Teil sehr schöne Tore geschossen“ habe, sondern auch, weil man das erste Mal mit einer ganz neuen und erst einmal trainierten Grundordnung und -ausrichtung agiert habe. „Das war ein richtig runder Tag!“

Abgerundet wurde dieser von Oberliga-Debütant David Kufahl, der „für seine guten Trainingsleistungen die Belohnung“ erhielt und zwischen den Pfosten den etatmäßigen Stammkeeper Gianluca Babuschkin ersetzen durfte. Eine Feuertaufe, die der Jungspund mit Bravour bestand.

Autor: Dennis Kormanjos

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