Bezirksliga West

Maximaler Kampf, kein Gewinn. Eidelstedter Löwenherzen bleiben ihrer Linie auch gegen Hasloh treu

26. Oktober 2020, 14:44 Uhr

Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagnachmittag traf der SV Eidelstedt zu Hause auf die Konkurrenz vom TuS Hasloh, die vor dem Anpfiff nur einen Punkt und zwei Plätze vor den Vorletzten aus Hamburg liegen. Eine Chance für das Heimteam sich durch einen Sieg vor die Schleswig-Holsteiner zu setzen und sich so etwas vom Tabellenkeller zu lösen.

Foto: Klaas Dierks

Doch ähnlich wie in den Spielen zuvor machen sich die Gelb-Blauen das Leben von Anfang an selber schwer. Kaum sind fünf Minuten gespielt, klingelt es im Kasten des Eidelstedter Keepers. Ein schwerer Abspielfehler aus der eigenen Abwehr, unbedrängt, nur zehn Meter vor der eigenen Torauslinie in die Füße des Hasloher Jan Buck sorgt für die frühe Führung der Gäste aus zentraler Position. Davon muss sich die Heimmannschaft erstmal erholen. Hasloh drückt, ohne wirklich gefährlich zu werden. Die wenigen Entlastungsangriffe der Eidelstedter, meist über links, bleiben ebenso wirkungslos. Nach 25 Minuten dann der nächste heftige Schnitzer in der Verteidigung, diesmal auf der rechten Seite. Wieder ist es Buck, der von der Unkonzentriertheit des Gegners profitiert und alleine auf Eray Dogan im Tor zuläuft. Der drängt den Stürmer ab, wird umkurvt. Der Schuss von Buck trifft aber das leere Tor nicht. Kollektives Entsetzen auf beiden Seiten, aber alles halb so wild, der Schiedsrichter-Assistent hat eine Abseitsstellung von Buck erkannt. Der Treffer hätte nicht gezählt.

Foto: Klaas Dierks

Die Eidelstedter fangen sich und gestalten das Spiel ausgeglichener. Auch Hasloh lässt öfter die Ruhe im Aufbauspiel vermissen, echte Torchancen auf beiden Seiten sind Mangelware.
In der Halbzeitpause leistet Eidelstedts Trainer Neelamperan Rai Aufbauarbeit. Spricht über die Dinge, die in der ersten Halbzeit gut geklappt haben, statt an den Fehlern rumzumäkeln. Er sieht nach wie vor eine Siegchance für das Team. Zweckoptimismus? "Schießt doch mal! Der Boden ist durch den Regen glatt und seifig!"

Foto: Klaas Dierks

Direkt nach Wiederanpfiff zeigt Jimoh Amao Kolade, dass er zugehört hat und Willens ist, das Gebot des Trainers umzusetzen. Nach einer schönen Einzelleistung tankt er sich auf dem linken Flügel durch und zieht etwa vom Strafraumeck einfach mal ab. Der Flachschuss geht knapp am linken unteren Eck des Hasloher Kasten auf der falschen Seite ins Toraus. Ob da Torwart Lars Buck noch herangekommen wäre? Auch sonst zeigt Kolade eine starke Leistung auf dem Feld. Nicht selten ist es sein Einsatz im Mittelfeld, der die Angriffsbemühungen des Gegners wirksam stört und die Aktionen des eigenen Teams einleitet.

Foto: Klaas Dierks

Der Regen nimmt deutlich zu, so auch der Druck der Eidelstedter. Sie wollen den Ausgleich. Im Verlauf der Partie wird ein zweiter Stürmer in die Spitze geschickt, um die Durchschlagskraft zu erhöhen. Die Verteilung des Ballbesitzes liegt eindeutig auf Seiten der Heimmannschaft, aber es fehlen die Abschlüsse. Lautstark versucht Trainer Rai seiner Mannschaft Struktur zu vermitteln, was ihm prompt die gelbe Karte durch den Schiedsrichter einbringt. Erwas unverständlich aus neutraler Sicht, denn weder ist die Ansprache des Trainers anstößig formuliert, noch bewegt er sich außerhalb der Coaching Zone. Auch sonst scheint der Schiedsrichter bestrebt, auf keinen Fall als Heimschiedsrichter zu gelten. Das gelingt ihm. Drei, vier Aktionen bringen die Eidelstedter jetzt noch zum Abschluss, sind aber zu unpräzise, um das Tor der Hasloher ernsthaft zu gefährden. Die wiederum kommen während der gesamten zweiten Halbzeit nur dreimal gefährlich vor das Tor. Zweimal klärt Keeper Dogan, einmal pfeift der Schiri. Elfmeter. 

Foto: Klaas Dierks

Ein Eidelstedter soll in einer unübersichtlichen Situation seinen Kontrahenten zu Boden gebracht haben. Selbst Haslohs Trainer Fabian Trama konstatiert: „Den muss man nicht unbedingt geben...“ Wurde er aber, und Niklas Per Neumann entscheidet das Spiel mit dem sicher verwandelten Strafstoß in der 85. Minute. Ein letztes Aufbäumen der Löwen bleibt zahnlos. So rutscht man nun ans Ende der Tabelle, während Hasloh ein paar Plätze gut macht und durch die ausgerufene coronabedingte Unterbrechung des Spielbetriebs auf dem elften Platz überwintern wird.
Die Eidelstedter können nun die Pause nutzen, um im (erlaubten) Training mehr Ballsicherheit zu gewinnen und technisch sicherer zu werden, damit sie sich nicht auch zukünftig das Leben selber unnötig schwer machen.


Klaas Dierks

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