Oberliga

„Mauri“ will seine Jungs „catchen“ – und „die Spannung hochhalten“

16. September 2020, 09:15 Uhr

Maurizio d'Urso hat in der kommenden Saison eine Leader-Rolle beim Hamm United FC inne. Foto: Bode

Mit seinen 29 Jahren gehört er inzwischen zur erfahrenen Garde. Ein Alter erreicht, in dem man nicht nur auf dem Fußballplatz mehr Verantwortung trägt – und mehr in eine Rolle hinein wächst, in der man als „Leader“ auf dem Rasen fungieren und eine Mannschaft tragen kann. Und dennoch ist es für Maurizio d’Urso „eine seltsame Situation“. Denn: „Letzte Saison war ich mit 28 Jahren noch einer der jüngsten Spieler. Das habe ich so auch noch nie erlebt.“ Nach dem Umbruch beim Hamm United FC habe er aber eine „andere Rolle“ inne. „Ich denke, dass ich vergangene Saison auch schon viel Verantwortung übernommen und mich dieser auch nicht entzogen habe. Ich wollte auch Verantwortung übernehmen.“ Aber: „Jetzt haben wir viele junge Spieler, die es gilt, anders zu führen. Von daher ist es in jedem Fall eine neue Rolle, aber zugleich auch eine spannende Aufgabe. Ich freue mich da sehr drauf.“

In der Offensive wird d'Urso einer der Schlüsselspieler beim HUFC sein. Foto: Bode

Die neue Truppe im Hammer Park sieht Maurizio d’Urso als „sehr stark“ an. „Aber natürlich muss das alles noch zusammenwachsen.“ Im Vorjahr hatte man „viel Erfahrung und ballsichere Spieler – jetzt ist unser Spiel ein bisschen anders“, so der Offensiv-Allrounder, der für den SC Victoria Hamburg 21 Regionalliga-Einsätze in seiner Vita stehen hat. Doch was genau hat sich geändert? „Wir sind jetzt viel dynamischer, haben dafür an Erfahrung verloren, aber auch viel an Qualität gewonnen“, ist er überzeugt von den Fähigkeiten im Team, meint aber auch: „Mit dem neuen Modus muss man sehen, wie man die Jungs in jedem Spiel motiviert kriegt.“ Denn d’Urso weiß auch, dass die abgedroschene Fußball-Floskel „Man muss von Spiel zu Spiel denken“ wohl nie so wichtig war und so sehr zutraf, wie das nun der Fall ist.

"Wir sollten uns darüber freuen, dass wir Fußball spielen dürfen"

Den neuen Spielmodus sieht d'Urso (re.) als "spannend", aber auch durchaus kritisch an. Foto: Bode

Den neuen Spielmodus mit einer Hinrunde und anschließender Meister- sowie Abstiegsrunde sieht d'Urso „mit gemischten Gefühlen“. Auch, weil er „das noch nicht so richtig einschätzen kann, da es auf Wettkampfniveau noch einmal etwas ganz anderes ist, wenn da so Kaliber wie Dassendorf kommen – und was das dann mit den Spielern macht. Man muss gucken, wie sich das am Anfang entwickelt – und dann wird man sehen, in welche Richtung das geht.“ Der Modus an sich sei zwar „spannend“, so der ehemalige Concorde. „Ich frage mich nur, wie das wird und werden soll, wenn die einen Mannschaften schon recht früh abgeschlagen sein sollten und andere bereits früh vorne die nötigen Punkte eingefahren haben. Denn das macht schon einen großen Unterschied, wenn Mannschaften wie Dassendorf, Sasel, Curslack oder Cordi gleich zu Beginn ihre Punkte holen und wissen, sie sind unter den ersten Acht – und man dann zum Ende der Hinrunde gegen diese Teams spielt. Wer weiß, wie groß die Motivation bei diesen Mannschaften dann noch ist?“, rätselt der Routinier. „Darüber muss man sich Gedanken machen. Aber egal wie der HFV entschieden hat: Wir sollten uns darüber freuen, dass wir Fußball spielen dürfen – und darüber freue ich mich am allermeisten.“

"Wenn die Chance da ist, werde ich die Jungs pushen und triezen"

Mit seinen 29 Jahren hat "Mauri" d'Urso 21 Regionalliga- und 212 Oberliga-Einsätze auf dem Buckel. Foto: Bode

Was die Zielsetzung mit den „Geächteten“ angeht, will sich d’Urso nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. „Ich glaube, das ist schwer zu sagen. Das Ziel muss und sollte sein, mit der Mannschaft eine gute Saison zu spielen, so dass der Spaßfaktor bleibt, aber der Leistungsgedanke nicht verloren geht.“ Wichtig sei „in jedem Fall, die Spannung hochzuhalten.“ Denn „wenn das nicht der Fall ist, weil man als Beispiel frühzeitig weiß, dass man in der Abstiegsrunde steht, kann man in der entscheidenden Phase nicht mehr hochfahren. Und es wäre sehr ärgerlich, wenn man als Neunter einläuft, die letzten drei, vier Spiele aber nicht mehr richtig Gas gegeben hat, weil man wusste, dass man nicht mehr unter die ersten Acht kommt – und dann startet alles bei null.“ Deshalb wolle auch er „sehen, wie man die Mannschaft richtig ‚gecatched‘ bekommt. Und klar, wenn ich sehe, dass wir die Chance haben, unter die ersten Acht zu kommen, dann werde ich die Jungs auch pushen und dahin gehen triezen“, betont d’Urso – und fügt an: „Aber das muss sowieso von vornherein passieren, sonst hat man keine Chance. Gerade mit der sehr jungen Mannschaft.“ Eine Truppe, „die jung ist, was reißen kann“, aber bei der auch „wichtig ist, dass es im Kopf Klick macht“. Dass das der Fall ist, dafür will auch Maurizio d’Urso mit seiner vorhandenen Erfahrung sorgen…

Autor: Dennis Kormanjos

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