16.03.2019

„Manchmal muss es einfach eklig sein!“

Im „Monat der Wahrheit“: HSV III hält Druck auf Paloma hoch

Marcell Jansen (2. v. re.) hatte kurz vor Schluss das 2:0 für seinen HSV III auf dem Fuß. Foto: Küch

Die Schlussphase war bereits angebrochen, als Marcell Jansen den Platz betrat und die zu jener Phase knappe 1:0-Führung seines HSV III gegen HR mit über die Zeit retten, wenn nicht sogar ausbauen sollte. Und tatsächlich: Als noch sieben Minuten auf der Uhr waren, hatte der neue Präsident der "Rothosen" die riesengroße Chance zur Vorentscheidung auf dem Fuß. Doch Jansen konnte das mustergültige Zuspiel von Dominik Jordan aus kurzer Distanz nicht im Gehäuse der Halstenbeker unterbringen - und so war weiter zittern angesagt...

Edward Pfister (2. v. li.) avancierte mit seinem goldenen Tor zum „Man of the Match“. Foto: Küch

"Wir hätten am Ende auch mit einem Punkt leben müssen, sind aber natürlich umso glücklicher, einen dreckigen Sieg eingefahren zu haben", resümierte ein erleichterter Christian Rahn, der zusammen mit Marcus Rabenhorst das Traineramt beim Hammonia-Primus bekleidet. Der frühe Führungstreffer durch Edward Pfister, der von Jendrik Bauer herrlich in Szene gesetzt wurde und mit dem Außenrist vollendete (6.), gab den zuletzt stark aufspielenden Norderstedtern, die dem FC Türkiye beim 6:0-Kantersieg die Grenzen aufzeigten, sich zurecht ein Sonderlob vom Trainerteam einhandelten, nicht die nötige Sicherheit. Dies hing wohl auch mit den Bedingungen zusammen. „Man kann das Spiel ganz gut unter die Rubrik ‚Vom Winde verweht‘ einordnen“, so Rahn mit einem Schmunzeln, ehe er anfügte: „Die Witterungen haben kein normales Fußballspiel zugelassen.“

„HR war der erwartet unbequeme Gegner“

Halstenbeks Marcel Schöttke verstolperte die Gelegenheit zum Ausgleich (19.). In der Folge machte der Wind mit den Protagonisten, was er wollte – sodass Großchancen auf beiden Seiten Mangelware waren. Nachdem Jansen das vorentscheidende 2:0 verpasste, dürfte vor allem beim USC Paloma die Hoffnung noch groß gewesen sein, dass der Haupt-Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft, der mit einer stark besetzten Bank aufwartete, am Ende noch einen Punkt einbüßen würde. Doch daraus wurde nichts mehr. „HR war der erwartet unbequeme Gegner“, resümierte Rahn. „Wir haben uns schon im Hinspiel dort schwer getan.“ Damals war es Kristijan Augustinovic, der in der 82. Minute den 1:0-Siegtreffer markierte.

„Haben den März als Monat der Wahrheit ausgemacht“

Marcell Jansen (li.) und HR-Routinier Sebastian Krabbes im Kampf um den Ball. Foto: Küch

Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel nach der Winterpause festigt der HSV III die Tabellenführung und hält den Druck auf Paloma (Sonntag gegen Sternschanze) hoch. „Wir haben den März als Monat der Wahrheit ausgemacht“, verriet Rahn anschließend. Bisher ist man dort mit der Maximalausbeute rausgekommen. Aber schon in der kommenden Woche wartet die nächste harte Aufgabe beim SSV Rantzau. Dass das kein Selbstgänger wird, weiß auch Rahn – und erinnert abermals an das erste Aufeinandertreffen beider Teams: Mitte September siegten seine „Rothosen“ knapp mit 2:1 – dank des „Luckypunches“ von Marko Augustinovic in der Schlussminute. Aber auch knappe oder späte Siege bringen drei Punkte. Und wie resümierte Marcell Jansen nach dem zähen 1:0-Triumph über HR so schön? „Manchmal muss es einfach eklig sein!“

Autor: Dennis Kormanjos

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