Corona-Lockdown

„Man sollte sich in Richtung Frühjahr orientieren – dann wird man zumindest nicht böse überrascht sein“

08. Dezember 2020, 09:27 Uhr

Da er Berufsfußballer in seinen Reihen hat, darf HSV-U21-Coach Pit Reimers mit seinem Team trainieren. Foto: KBS-Picture.de

Ein weiterer Diskussionspunkt: Während in der Regionalliga West der Ball weiter rollt, ist in anderen Regionalligen nicht daran zu denken. Nicht nur im Norden hat man sich bereits dazu entschlossen, das Fußballjahr 2020 vorzeitig zu beenden. Dennoch wird es in dem Bereich der „Halbprofis“ wohl zuerst zu Lockerungen kommen. „Das würde gleich die nächsten Diskussionen mit sich bringen, weil es heißen wird: Warum dürfen die Halbprofis spielen und die Kinder oder reinen Amateurfußballer nicht?“ Aber, so betont Hamburgs Sport-Staatsrat Holstein im Amateurtalk „Kalles Halbzeit im VERLIES“, „diesen Druck müssen wir aushalten. Es wird so sein, dass wir Schritt für Schritt wieder in Richtung Normalität gehen – auch im Amateurfußball. Wir werden es nicht allen recht machen können“, weiß der Sport-Staatsrat – und zitiert Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Sie hat mal gesagt: ‚Es gibt in der jetzigen Phase zwei Formen von Gerechtigkeit: Entweder wir erlauben allen alles – oder wir verbieten allen alles.‘ Beides keine guten Ideen. Wir müssen diesen Mittelweg finden, so schwer das auch ist.“

"Es ist ganz schwierig, Ausnahmen zu machen"

Nicht nur Norderstedt-Coach Jens Martens machte seinem Unmut über den Wettbewerbsnachteil bereits Luft. Foto: KBS-Picture.de

In Bezug auf Hamburg, wo die Nachwuchsteams des HSV und FC St. Pauli trainieren dürfen, da diese so genannte Berufsfußballer in ihren Reihen haben, während Teams wie Eintracht Norderstedt, Altona 93 oder der FC Teutonia 05 zum Zuschauen verdammt sind und verständlicherweise von einem klaren Wettbewerbsnachteil sprechen, müsse man „das leider sehr differenziert sehen“, meint Holstein. „Wenn die Regelung besagt, dass Lockerungen oder Möglichkeiten für Berufssportler bestehen, dann ist es ganz schwierig, Ausnahmen zu machen. Denn auf diese Ausnahmen im Fußball würden sofort Ausnahmen im Handball oder auch im Basketball kommen. Und das würde dann zu der Situation führen, dass wir aus der Schutzmauer, die wir gegen Corona gebaut haben, den ersten, zweiten oder auch dritten Stein rausziehen würden – und dann bricht das ganze Gebilde natürlich wieder zusammen. Insofern ist das schwierig für die betroffenen Vereine. Aber wir können da nur um Verständnis bitten, dass wir da eine stringente Linie fahren müssen. Da bleibt uns gar nichts anderes möglich“, plädiert Holstein abschließend an die Vereine.

HIER gibt's noch einmal die komplette Ausgabe des Amateurtalks "Kalles Halbzeit im VERLIES"

Autor: Dennis Kormanjos

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