13.11.2017

Lurup revanchiert sich für die höchste Saisonniederlage

Weys Karimi trifft doppelt

Die beiden Kapitäne im direkten Duell: Kummerfelds Torben Hansen (li.) gegen Martin Bushaj. Foto: Klaas Dierks

Zum Saisonauftakt Ende Juli hatte der SV Lurup trotz einer 1:0-Führung am Ende in Kummerfeld eine 2:5-Niederlage hinnehmen müssen, die höchste in dieser Saison. Dass sich Lurup seitdem deutlich weiterentwickelt hat, zeigte das Spiel zum Rückrundenstart am Vorhornweg am Sonntagmittag. Trotz des für Lurup ungewohnten Heimspieltermins und der frühen Anstoßzeit war die Heimmannschaft von Anfang an wach und versuchte das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen.

Das Ergebnis im Hinspiel war wohl ein gewichtiger Motivationsgrund. Ein erster Freistoß nach drei Minuten erzielt noch kein Ergebnis, der zweite Freistoß aus ähnlicher Position schon. In der siebten Minute bringt Khaled Belkhodja den Ball aus dem linken Halbfeld der Kummerfelder in den Sechzehner, wo der Ball nicht energisch genug geklärt werden kann. Das nutzt Loukianos Kattides aus elf Metern halblinker Position mit einem satten Schuss vorbei an Torwart Yannik Neumann ins rechte Eck zur frühen Führung. Nur drei Minuten später wohl der schönste Angriff des Spiels: Nach einem Doppelpass zwischen Martin Bushaj und Torschütze Kattides spielt der weiter auf Fatih Bayraktar, der auf Weys Karimi durchsteckt. Der Goalgetter der Rot-Weißen fackelt nicht lange und schiebt den Ball von der linken Grenze des Fünfmeterraums am erneut geschlagenen Keeper der Gäste vorbei ins Netz. 2:0 nach zehn Minuten.

Die Luruper Führung: Loukianos Kattides (li.) trifft zum 1:0. Foto: Klaas Dierks

Kummerfeld braucht etwas, um nach vorne Gefahr zu entwickeln und setzt erst in der 14. Minute mit einem Schuss deutlich über das Gehäuse der Heimmannschaft immerhin ein Achtungszeichen. Doch die dominante Mannschaft ist Lurup. In der 21. Minute zahlt sich das konsequente Anlaufen der Kummerfelder Aufbauspieler durch Weys Karimi und Fatih Bayraktar aus. Karimi spritzt in einen Pass eines Abwehrspielers zum Torwart, spielt den Ball an ihm vorbei, kann diesen aber nicht mehr rechtzeitig vor Überqueren der Torauslinie zwischen die Pfosten drücken. Das hätte die Vorentscheidung sein können. Stattdessen der überraschende Anschlusstreffer der Kummerfelder durch Sebastian Rose in der 24. Minute. Auf Höhe des rechten Luruper Strafraumecks schlägt er den Ball hoch Richtung Luruper Gehäuse. Der Ball wird lang und länger und senkt sich fast als Bogenlampe hinter dem Luruper Keeper ins Tor.

Dieser kuriose Treffer, der so ziemlich alle Anwesenden verblüfft, bewirkt einen Bruch im vorher souveränen Auftreten der Heimmannschaft. Es schleichen sich nun auch bei den Lurupern Abspielfehler im Spielaufbau ein. So in der 29. Minute, als Moritz Fiedler davon profitiert, den Ball aber aus fünf Metern nicht versenken kann. Nur eine Minute später ein erneuter Abspielfehler, den die Kummerfelder wieder nicht nutzen können. Ein guter Distanzschuss aus 18 Metern fliegt über das Tor. Erst ab der 36. Minute gewinnt Lurup an Sicherheit zurück. Eine scharf getretene Ecke durch Roberto Rodriguez findet keinen Abnehmer. Auch eine zweite Ecke, drei Minuten später fliegt ins Leere, aber Lurup kämpft und findet zurück ins Spiel.

Das 3:1: Lurups Bayraktar bringt den Ball mit der Fußspitze zu Weys Karimi (re.), der vollendet. Foto: Klaas Dierks

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit setzt sich Roberto Rodriguez, wie während des Spiels vom Luruper Trainer gefordert, auf der rechten Seite im eins gegen eins durch, zieht zur Grundlinie und flankt auf Fatih Bayraktar, der wie beim 2:0 auf Karimi ablegt. Der erzielt aus acht Metern entschlossen das 3:1. Neumann ist fast noch dran, kann den erneuten Einschlag aber nicht verhindern. Trotz der zwei Tore Vorsprung, die eigentlich Ruhe und Sicherheit in das Spiel der Hamburger bringen müsste unterlaufen der Heimmannschaft nach wie vor Fehler im Aufbauspiel, die der Gast aber vorerst nicht nutzen kann. Auf der anderen Seite hält Lurup den Druck im Angriff hoch und kommt zu guten Chancen in der 54. Minute durch Bayraktar und in der 60. Minute durch Karimi, die aber nichts Zählbares einbringen, weil ihre Schüsse in letzter Sekunde durch die Verteidiger geblockt werden. Dann in der 64. Minute die große Chance zum Anschlusstreffer für die Kummerfelder. Eine erneute Ungenauigkeit im Spiel nach vorne nutzt Sebastian Rose, der Christopher Klengel in Szene setzt. Der ballert mit vollem Risiko aus sechs Metern drüber.

Khaled Belkhodja mit einer fast direkt verwandelten Ecke - der Ball klatscht an den Pfosten. Foto: Klaas Dierks

Die Antwort der Luruper nur eine Minute später ist auch nicht ohne. Khaled Belkhodja, der erneut eine gute Partie abliefert, setzt eine Ecke von rechts an den linken Pfosten, der Abpraller verspringt ungenutzt. Fünf Minuten später stört Fatih Bayraktar erfolgreich beim Spielaufbau des Gegners, bringt erst den Ball unter Kontrolle und dann Haji Jamal ins Spiel, der in halblinker Position aus circa13 Metern flach ins rechte Eck zielt, aber nur den Pfosten trifft. Auch die nächste Chance in der 75. Minute resultiert aus mangelnder Präzision im Passspiel, diesmal allerdings auf Luruper Seite. Der zwei Minuten zuvor eingewechselte Christian Ayim scheitert frei vor Torwart Benjamin Ernst, der mit einer gedankenschnellen Fußabwehr zur Ecke klärt und für Verzweiflung beim Kummerfelder Anhang sorgt. Die Einwechselung von Ayim belebt allerdings das Kummerfelder Angriffspiel.

Trocken abgeschlossen: Martin Bushaj mit dem 4:1. Foto: Klaas Dierks

In der 83. Minute bringt er eine gute Flanke vors Tor von Ernst, der dem Ball noch mit den Fingerspitzen eine entscheidende Richtungsänderung verpasst. So bekommt der einschussbereite Christopher Klengel den Ball nicht mehr auf das Tor gezogen. In der 88. Minute sorgt Lurup dann endlich für klare Verhältnisse. Nach einer längeren Druckphase, in der jedoch der Ball zu wenig in die Spitze gespielt wird, kommt der Ball endlich von rechts vors Tor, wird abgewehrt. Haji Jamal erkämpft sich die Kugel, passt auf seinen Kapitän Martin Bushaj, der fast vom Elfmeterpunkt abzieht und Neumann beim 4:1 keine Chance lässt. Mit dem Schlusspfiff verkürzt Klengel noch zum 4:2 mit einem feinen Schuss ins linke Eck, wiederum, man kann es sich schon denken, nach Ungenauigkeiten im Luruper Spiel.

Wenn Lurup diese individuellen Fehler abstellen, oder zumindest minimieren könnte, wäre mit dem Team in der Rückrunde im Wettstreit um Platz drei in der Tabelle noch zu rechnen. Kummerfeld wird in den nächsten Spielen gegen die Tabellennachbarn Lieth und Pinneberg zeigen, wohin der Weg führen wird.

Klaas Dierks

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