25.03.2019

Lurup mit erstem Sieg in 2019

Union ist noch nicht tot

Bejubelt seinen Treffer zum 2:0 für den SV Lurup: Loukianos Kattides. Foto: Klaas Dierks

Am Freitag empfing der Tabellenletzte Union 03 den Tabellendritten Lurup zum Rückspiel auf holprigem Grand bei sehr schummrigen Licht an der Memellandallee. Das Hinspiel hatte Lurup im September letzten Jahres 3:0 am Vorhornweg auf Kunstrasen gewonnen. Das Zuschauerinteresse war für einen Freitagabend beachtlich. "Abordnungen" aus Heidgraben, Sternschanze und Hansa verfolgten das Geschehen neben dem Luruper Anhang und der erwartungsfrohen "Homecrowd".

Die Führung: Glen Liebscher (li.) köpft den SV Lurup auf die Siegerstraße. Foto: Klaas Dierks

Anders als der Tabellenletzte ist Lurup beim Anpfiff der Partie im Jahr 2019 noch ohne Sieg. Trotz des Fehlens von mehr als sechs Stammkräften und erzwungener einwöchiger Trainingspause (der verantwortliche Bezirk konnte keinen Ersatz für den erkrankten Platzwart stellen, um das Flutlicht an- beziehungsweise abzuschalten, so die Luruper Offiziellen), legt Lurup gleich gut los. Fatih Bayraktar setzt sich nach drei Minuten stark auf rechts durch, flankt von außerhalb des Sechzehners auf Höhe des Fünfmeterraums auf den langen Pfosten, wo Glen-Marc Liebscher den Ball ungedeckt mit dem Kopf im Netz der Heimmannschaft zur Führung unterbringt. Union, seit der Winterpause mit neuem Trainergespann und ohne ihren bisherigen Toptorjäger Tietz, ließ jedoch nicht die Köpfe hängen und hält dagegen. So dauert es bis zur 23. Minute bis zur nächsten berichtenswerten Szene. Nach einem Einwurf flankt Hüsnü Turan von rechts, Torwart Martin Meier kann den scharfen Ball abwehren, der kommt jedoch direkt auf den Torschützen Liebscher, der die Kugel aus spitzem Winkel aus acht Metern aufs Tor bringt. Doch die Latte verhindert einen zweiten Treffer.

Union-Keeper Martin Meier (mi.) geht volles Risiko. Foto: Klaas Dierks

Nach 28 Minuten riskiert Meier Kopf und Kragen, kann den Ball im Sechzehner gerade noch vor dem einschussbereiten Thau klären. Nur zwei Minuten später glänzt Timm Thau als kluger Flankengeber. Der „Comebacker“ Loukianos Kattides erläuft seinen schönen Diagonalball verfolgt von Eugen Wagner und hämmert ihn von der linken Kante des Fünfmeterraumes volley ins lange Eck. Meyer chancenlos. 0:2! Wer jetzt einen Einbruch der Heimelf erwartet, wird eines besseren belehrt. Vielleicht ist sich auch die Luruper Mannschaft nach der komfortablen Führung zu sicher. Nur zwei Minuten nach dem 2:0 stiehlt sich Unions Moussa Cissokho Balde auf links davon, wird im Strafraum bedient und schiebt den Ball vorbei an Torwart Grimme zum Anschlusstreffer. Nur drei Minuten später hat Kattides die Möglichkeit den alten Abstand wieder herzustellen. Aber Freimann, Köster und schließlich Torwart Meyer können Lurups Nummer fünf am erfolgreichen Abschluß hindern.

Im Kampf um den Ball: Unions Ouahib Mounaam (li.) gegen Philipp Turan. Foto: Klaas Dierks

Union bleibt dran und offensiv, angetrieben unter anderem durch Lino-Rodrigo Paires, bekannt durch seine weiten Einwürfe. Lurups Spieler scheinen diese Fähigkeit aber entgangen zu sein. Denn genau so ein Einwurf aus dreißig Metern von der linken Spielfeldseite an den Rand des Luruper Torraumes bringt den Ausgleich. Aus einer Spielertraube bekommt Tim Schöneberg den Fuß an den Ball und gibt ihm den entscheidenden Impuls Richtung Luruper Tor. Wird Lurup jetzt nervös? Union glaubt an sich, aber Lurup wieder entschlossener und konzentriert, erzwingt kurz vor Schluss der ersten Hälfte drei Ecken in Folge. Die letzte Ecke von links findet wieder den Kopf von Glen-Marc Liebscher, der relativ unbedrängt diesmal etwa vom Elfmeterpunkt unwiderstehlich einschädelt. So geht es direkt in die Halbzeitpause.

Aus der kommt Lurup wacher heraus. Bereits in der 47. Minute führt ein Bilderbuchangriff über die Länge des Platzes durch Sören Raschke, Glen-Marc Liebscher und dem nimmermüden Hüsnü Turan zum nächsten Tor für Lurup. Turan bekommt den Ball 18 Meter vor dem Tor und lässt Meier mit einem präzisen Schuss ins untere rechte Eck keine Abwehrmöglichkeiten. Nachdem Union einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt hat, liegt die Heimmannschaft nun erneut zwei Tore hinten.

Tim Schöneberg markiert - nach 0:2-Rückstand - das zwischenzeitliche 2:2. Foto: Klaas Dierks

In der Folge haben beide Mannschaften Chancen das Ergebnis zu verändern. Lurups Martin Groth köpft eine Ecke von Haris Junuzovic über die Latte, Unions Tim Schöneberg vergibt eine Freistoßchance in aussichtsreicher Position. Der eingewechselte Ozan Mutlu vernascht erst vier Unioner im Mittelfeld, um dann Timm Thau mit einem Zuckerpass auf die Reise zu schicken. Der Torjäger bekommt den Ball an Torwart Meyer vorbei, doch der Torschuss ist nicht kräftig genug und kann von Unions Kapitän Fabian Köster mit letztem Einsatz vor dem Überschreiten der Torlinie geklärt werden. Auch Philipp David Turan hat für Lurup die Chance zu erhöhen, doch sein satter Schuss knallt an die Latte. Ab der 84. Minute muss das Heimteam wegen einer Unbeherrschtheit von Balde, die mit der Roten Karte geahndet wird, mit einem Mann weniger versuchen, das Spiel noch zu drehen, kommt auch noch zweimal zu Chancen vor dem gegnerischen Tor, ohne allerdings zu vollstrecken. So bleibt es beim Sieg für den Tabellendritten. Auf dem Weg in die Kabine spricht Unions Kapitän laut aus, was viele Zuschauer denken: "Union ist noch nicht tot!"

Heiße Duelle und Gefechte um die Kugel an der Memellandallee. Foto: Klaas Dierks

Das Engagement jedenfalls ist vorhanden. Wenn die individuellen Fehler weitgehend vermieden werden können und die Konzentration besonders zu Beginn der Halbzeiten voll da wäre, könnte es Union nochmal spannend machen im Kampf um den Anschluss an höhere Regionen. Lurup wäre die baldige Genesung von Schlüsselspielern zu wünschen, aber auch der Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit und der Wille zum Sieg, die mir im Jahre 2019 ein wenig zu fehlen scheinen.


Klaas Dierks

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