Bezirksliga West

Lurup kein Gegner für TBS Pinneberg

06. Oktober 2020, 13:35 Uhr

TBS-Angreifer Marko Sumic (2. v. re., blaues Trikot) behauptet sich gegen die numerische Überzahl der Luruper. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagvormittag empfing der SV Lurup die TBS aus Pinneberg zum ersten Liga-Heimspiel der Saison. Zu diesem Anlass war der Eintritt für alle Zuschauer frei und neben dem Platz luden sowohl ein überdimensionales Schachspiel als auch eine Hüpfburg zur spielerischen Nutzung ein.

Schon schnell wurde nach dem Anstoß klar: die Hüpfburg ist die einzige "Festung" der Luruper am Vorhornweg, und Schach wurde von Ihnen zumindest auf dem Rasen auch nicht gespielt.

Vom Elfmeterpunkt besorgt Sumic die frühe TBS-Führung. Foto: Klaas Dierks

Stattdessen liegt man bereits nach neun Minuten nach einem Elfmeter 0:1 im Rückstand (Marko Sumic), nach dem man in der Luruper Verteidigung den Ball nicht regelgerecht aus der Gefahrenzone bugsieren konnte. Nur fünf Zeigerumdrehungen später zappelt der Ball erneut im Luruper Gehäuse. Bei einem Angriff über die linke Seite wird eine TBS-Flanke unglücklich von einem Luruper ins Zentrum verlängert, wo Indrit Behrami wenig Mühe hat den Vorsprung der Gäste auszubauen. Auch im letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams am Vorhornweg hatte der SV Lurup mit 0:2 im Rückstand gelegen, um dann nach einer mitreißenden zweiten Halbzeit noch mit 3:2 den Sieg davon zu tragen. Und nun?

Auch Lurup-Kapitän Jeton Arifi (2. v. li.) konnte die Klatsche nicht verhindern. Foto: Klaas Dierks

In der 25. Minute greift TBS wieder über links an. Bei einem langen Ball in die Spitze läuft der Luruper Verteidiger Geleitschutz, wird von Sumic abgeschüttelt. Torwart Wegner versucht noch den Angreifer nach außen abzudrängen, aber der legt den Ball am Keeper vorbei und vollendet zum 0:3. Lurup ist dem Gast aus Pinneberg in allen Belangen unterlegen, kein Dampf, kein Kampf. Exemplarisch das 0:4. Einen Angriff der Hellblauen hat man eigentlich schon im Sechzehner geklärt, aber die bissigen Stürmer des Gegners setzen nach und so kommt nun auch Indrit Behrami nach Sumic zu seinem Doppelpack. Erst danach sorgt auch Lurup für Beschäftigung in der Verteidigung beim Gegenüber, aber eine Doppelchance nach zwei Eckbällen bleibt ungenutzt. So geht es in die Pause.

Eine Partie Schach mit eindeutigem Ausgang spielte TBS Pinneberg mit hoffnungslos unterlegenen Lurupern. Foto: Klaas Dierks

Das Luruper Urgestein Carlos Huchatz, das nach einem Gastspiel bei TBS nun wieder für seinen Stammverein spielt, wird eingewechselt, soll wie der ebenfalls eingewechselte Furkan Demir für mehr Stabilität in der Verteidigung und mehr Durchschlagskraft nach vorne sorgen. Zunächst jedoch das gleiche Spiel. Wegner hat Gelegenheit sich auszuzeichnen und tut das auch. An ihm liegt es nicht, dass Lurup deutlich hinten liegt. Lurup wird etwas stabiler, was auch mit nun unkonzentrierter agierenden Gästen zu tun hat. Das Grundübel bei Lurup aber hat Bestand. Wieder geht man im Strafraum ungeschickt zu Werke, der Stürmer nimmt dankbar an. Der Schiri pfeift zum zweiten Mal Strafstoß. In der 62. Minute nutzt Cevin Clausen diese Chance und erhöht auf 0:5. Lurups Kapitän Arifi beschwert sich und bekommt die Gelbe Karte. 

Ganz locker besorgt Indrit Behrami (li.) das zwischenzeitliche 4:0 für die Gäste. Foto: Klaas Dierks

Zehn Minuten später wird er für eine Aktion im gegnerischen Strafraum erneut verwarnt und muss mit Gelb-Rot vom Platz. Ein Debakel für Lurup droht. Doch wie so oft, wenn eine Mannschaft in Unterzahl gerät, wird das Spiel nun ausgeglichener. TBS glaubt sich sicher, Lurup stabilisiert sich, auch aufgrund einer nun besser zupackenden Verteidigung. Vor allem Huchatz hängt sich rein und gibt keinen Ball verloren. Nur zwei Minuten später dann die bis dahin größte Luruper Chance. Aber der Stürmer scheint ob der sich bietenden Gelegenheit dermaßen überrascht, dass er den (nicht ganz einfachen) Ball über das leere Tor befördert.

Ein niedergeschlagener und ratloser Marcus Richter... Foto: Klaas Dierks

Erst Christian Najjar gelingt drei Minuten vor Schluss der einzige Treffer für Lurup nach einem erfolgreich vorgetragenen Angriff über links und stellt so den Endstand her. Fast genau sieben Jahren ist es her, dass TBS die Luruper mit demselben Ergebnis besiegte, damals allerdings auf der eigenen Anlage. Wenn Lurup nicht rasch zu einer Mannschaft wird, in der gemeinsam diszipliniert gearbeitet, gekämpft und gespielt wird, könnte Lurup in dieser Verfassung zu den vier Absteigern aus der Bezirksliga-West gehören. TBS, für die Lurup kein ernstzunehmender Gegner war, muss gegen höher einzustufende Mannschaften zeigen, dass sie zu den sieben Top-Teams der Liga gehört. Gelegenheit dazu gibt das nächste Spiel gegen Kummerfeld am Sonntag. Lurup hat dann spielfrei und kann sich die Wunden lecken.


Klaas Dierks

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