Leßmanns Traum-Wochenende – „Meinen Enkeln davon erzählen“

Amateurkicker traf im Abschiedsspiel von David Jarolim

01. April 2015, 16:14 Uhr

Norman Leßmann (r.) holte sich nach seinem Torerfolg die Glückwünsche von Mladen Petric ab. Foto: KBS-Picture.de

Vor über 32.000 Zuschauern in der Imtech-Arena wurde dem langjährigen HSV-„Capitano“ David Jarolim ein würdevoller Abschied bereitet. Mit dabei: zwei Hamburger Amateurkicker. Marcel Meyer (SV Tonndorf-Lohe) und Norman Leßmann (ASV Bergedorf 85) bewarben sich bei uns, wurden unter zahlreichen Teilnehmern zum Probetraining eingeladen und setzten sich dort gegen neun weitere Kandidaten durch. Beide durften nicht nur am Abschiedsspiel teilnehmen, sondern hatten auch jeweils ihren ganz großen Moment. Denn sowohl Meyer als auch Leßmann trugen sich beim 7:5-Sieg von Jaros tschechischem Dreamteam über die HSV-Allstars in die Torschützenliste ein.

Bereits die Einladung zum Probetraining sei für Leßmann ein absoluter Glücksmoment gewesen, wie er sagt. „Ich habe mich riesig darauf gefreut.“ Nachdem er dort zu überzeugen wusste, ging alles ganz schnell. Sein Tagesablauf: „Kurz nach Hause, Sachen packen und dann ab ins Spielerhotel. Mit meiner Freundin war ich am Abend noch etwas essen, aber der Gedanke daran, am nächsten Tag vor 30.000 Leuten Fußball zu spielen, so wirklich glauben konnte ich es immer noch nicht! Am Samstag ging es nach dem Frühstück zur Spielerbesprechung, wo einige organisatorische Dinge besprochen wurden. Nach einem gemeinsamen Essen fuhren wir per Shuttle ins Stadion. Dort angekommen lief es eigentlich wie bei jeden Amateurspiel ab: etwas quatschen, Aufstellung durchgehen und dann ging es raus zum warmmachen. Ich durfte gleich von Beginn ran und sogar durchspielen. Abends war ich noch kurz auf der ‚Players Night‘, aber auch nicht zulange, denn ich hatte am Sonntag ja noch ein wichtiges Spiel mit dem ASV Bergedorf.“

„Mehr geht einfach nicht!“

Auch der ehemalige Victorianer und Palomat, Marcel Meyer (M.), reihte sich in die Torschützenliste ein und lief direkt in die Arme des Hauptprotagonisten David Jarolim (r.). Foto: KBS-Picture.de

Doch zurück zum Spiel: statt sich in der Kreisklasse auf so manchem Grandacker abzuquälen, mischte der 27-Jährige plötzlich zwischen zahlreichen HSV-Ikonen mit. „Das Gefühl ist einfach nur geil! Man kennt die ‚Stars‘ ja nur aus dem TV oder aus dem Stadion, dann auf einmal neben Leuten wie Mladen Petric oder Thimothee Atouba zu stehen, war schon richtig cool.“ Von Star-Allüren keine Spur. „Ich muss sagen, ich war überrascht, wie nett und locker man aufgenommen wurde. Man wurde von allen begrüßt und konnte sich auch mit jedem unterhalten. Besonders gut verstanden habe ich mich mit Jarolim, Atouba, Petric oder auch Ujfalusi.“ Als Thomas Doll den Ball von links in den Rücken der Abwehr chipte, hatte Leßmann seinen großen Auftritt: Volley beförderte er das Leder ins rechte untere Eck! Als Amateurkicker vor über 30.000 Zuschauern mit absoluten Größen auf dem Platz ein solches Tor zu erzielen, was geht da in einem vor? „Diese Frage durfte ich inzwischen schon mehrfach beantworten und auch einige Tage später kann ich es immer noch nicht fassen. Ich habe direkt zu meiner Familie und Freunden hoch geschaut und mich einfach nur gefreut. Als HSV-Fan geht einfach nicht mehr, als im Volkspark ein Tor zu erzielen! Ganz ansehnlich war es ja zudem auch noch“, schmunzelt Leßmann.

„Meine Enkelkinder können sich auf einige Geschichten gefasst machen“

Rein sportlich haben es ihm besonders Jan Koller und Thomas Doll angetan, wie er uns verrät „Koller ist noch eine richtige Maschine. Als Innenverteidiger möchte ich nicht gerne gegen ihn spielen.“ Am darauffolgenden Tag ging es für Leßmann zurück in den Liga-Alltag – und das mit einem Spitzenspiel gegen den Tabellenersten der Kreisklasse 11, den SC Schwarzenbek III. Dass Leßmann dieses Spiel mit seinen „Elstern“ 2:1 gewann und bis auf zwei Punkte an den SCS aufschloss, rundete das äußerst gelungene Wochenende ab. „Ich würde mal behaupten, ein schöneres Wochenende kann ein Fußballer nicht haben. Im Volkspark spielen und ein Tor machen und am Sonntag gegen den Spitzenreiter zwei Tore zum Sieg vorbereiten. Ich glaube, meine Enkel können sich auf ein paar Geschichten gefasst machen und falls sie mir nicht glauben, zeige ich ihnen das eingerahmte Trikot mit allen Unterschriften. Zudem wurde das Tor im digitalen Zeitalter auch filmtechnisch festgehalten“, schwärmt Leßmann abschließend von seinen Erlebnissen.

Alle Impressionen des Spiels: KBS-Picture.de!

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