Bezirksliga 06

Last-Minute-Jubel nach Sieg-Verlust am „Grünen Tisch“: Kiezkicker ärgern Lurup

23. August 2021, 12:49 Uhr

Foto: privat

Mit einem 1:0-Sieg bei GW Eimsbüttel ist der SV Lurup in die neue Saison gestartet. Das goldene Tor des Tages am Tiefenstaaken erzielte Haress Awis eine Viertelstunde vor Ultimo. Nun ging es für die „Vorhornwegler“ zum FC St. Pauli III. Auch die Kiezkicker haben ihre erste Partie gegen den TuS Osdorf II siegreich gestaltet und mit 3:1 gewonnen – doch dem Erfolg drohte ein Nachspiel…

Es war das erste Pflichtspiel an der heimischen Feldstraße „nach knapp 300 Tagen Corona-Pause“ und „ein ganz besonderer Moment für die Mannschaft“, so die Verantwortlichen des FC St. Pauli III auf ihrer „facebook“-Seite. „So haben wir auch gespielt und am Ende einen verdienten 3:1-Erfolg gegen die U23 des TuS Osdorf erkämpft. Doch der befreiende Jubel war nur kurz, denn unser Trainerteam bemerkte schnell einen eigenen Wechselfehler – und der Gegner natürlich auch und legte direkt Einspruch ein.“ Der Grund: Es dürfen maximal fünf Spieler in maximal drei Wechselfenstern getauscht werden. „Wir haben vier Spieler in vier Wechselfenstern gebracht. Das war zwar keine Absicht, aber natürlich nicht regelkonform. Leider werden wir jetzt als Mannschaft mit einer Niederlage unverhältnismäßig hart bestraft und uns wird ein besonderer Moment genommen. So will man nicht verlieren, aber doch auch nicht gewinnen?! Es war der erste Spieltag in der Bezirksliga und es ging nicht um die zweite Runde im DFB-Pokal und viel Geld... Also: ‚Das Warten auf den VAR!‘ ist jetzt vorbei und es steht fest, der Verband wird uns die ersten drei Punkte wieder abziehen“, ist die Ernüchterung bei den Braun-Weißen groß.

Arifi fliegt mit Rot vom Platz

Der Ausgleich in der Nachspielzeit: Yacouba Diarrassouba köpft den Ball zum 1:1 in die Maschen. Foto: privat

Aber: Zumindest konnten die Köpke-Kicker beim SV Lurup sportlich einen kleinen Achtungserfolg landen. Zwar sprang am Ende „nur“ ein Remis heraus, aufgrund des Zustandekommens dürfte sich der Punkt aber wie ein Sieg anfühlen. Denn schon nach 240 Sekunden sah Kiezkicker-Kapitän Florian Kühne den roten Karton, weil er einen Spieler von Lurup beleidigt haben soll. „Ich persönlich habe nichts gehört“, gestand selbst SVL-Obmann Patrick da Silva Lopes, dessen Mannen bis zur 37. Minute in Überzahl agierten und „einige Chancen liegen ließen“, wie er befand.

Doch dann das: Jeton Arifi drang in den sankt paulianischen Sechzehner ein und kam zu Fall. Schiedsrichter Thomas Hübner ahndete die Situation nicht. Stattdessen entgegnete Arifi in Richtung seines Widersachers: „Lass die scheiß Hände weg!“ Daraufhin stellte der Unparteiische Arifi ebenfalls mit dem roten Karton vom Platz. „Für mich total unverständlich“, echauffierte sich da Silva Lopes. „Es wurde keiner persönlich angegriffen oder beleidigt. Wenn es jetzt schon für das Wort ‚Scheiße‘ eine Strafe gibt, dann würde es ja nur so Rote Karten regnen.“ Und weiter: „Daher wäre es für mich höchstens Gelb gewesen, aber sogar das würde ich nicht wirklich nachvollziehen können.“

"Unnötig, weil wir den Sack nicht zugemacht haben"

Wie dem auch sei. Die Partie wurde mit Zehn gegen Zehn fortgesetzt und war alles andere als ein Schmankerl. Doch in der 72. Minute war ausgerechnet Bertan Yildiz zur Stelle und brachte Lurup in Front. Ausgerechnet deshalb, weil der Torschütze erst wenige Augenblicke zuvor in die Begegnung kam. Als bereits die Nachspielzeit angebrochen war, schlug Gäste-Fänger Jannik Burkhardt einen abgefangenen Einwurf weit nach vorne. Ein Luruper verschätzte sich, Yacouba Diarrassouba kam an die Kugel und köpfte diese über den rausgeeilten Niklas Wietzke hinweg zum 1:1 in die Maschen (90. +1). Ein fulminantes Finish! Und aus Luruper Sicht die Erkenntnis: „Am Ende haben wir unnötig zwei Punkte liegen gelassen, weil wir einfach nicht vorher den Sack zugemacht haben“, bilanzierte da Silva Lopes.

Autor: Dennis Kormanjos

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