10.09.2019

Kummerfeld kann’s: Alsterbrüder II kassiert erste Niederlage

Lemcke und Lembke sorgen für Vorentscheidung

Der Jubel bei den Spielern und Verantwortlichen des Kummerfelder SV war groß, nachdem Dominic Lemcke (3. v. li.) soeben das 2:0 erzielte. Foto: Klaas Dierks

Am Sonntagmorgen empfing der Spitzenreiter Alsterbrüder II den Kummerfelder SV zum Duell auf dem Walter-Wächter-Platz. Die Alsterbrüder hatten am Spieltag zuvor noch eine 2:0-Führung auswärts gegen Lieth aus der Hand gegeben und so ihren ersten Punktverlust hinnehmen müssen, während die Kummerfelder in überzeugender Manier die Zweitvertretung des SC Sternschanze auf deren Platz gleich mit 5:0 besiegten. Entsprechend selbstbewusst traten die Schleswig-Holsteiner in Eimsbüttel an. Man rechnete sich etwas aus an der Gustav-Falke-Straße.

Dem Aufsteiger und Spitzenreiter ist daran gelegen, die Spitzenposition auch am Siebten Spieltag zu verteidigen. Bei den Kummerfeldern sitzen mit Dominic, Top-Scorer Leif und Nico die „drei Lem(bc)kes“ zunächst auf der Bank.

Hansens Kopfball-Bogenlampe eröffnet Kummerfelder Festspiele

Zu Beginn nahm das Kummerfelder "Lem(bc)ke-Trio" Dominic (li.) und Nico (re.) sowie Leif Lembke auf der Bank Platz. Foto: Klaas Dierks

Trotzdem entwickelte sich ein Spiel, das man als Werbung für den Bezirksliga-Fußball betrachten kann. Beide Mannschaften spielen über 90 Minuten engagiert, hart, mit offenem Visier, suchen und finden trotzdem spielerische Lösungen und bleiben über die gesamte Spieldauer fair. So geht es vor allem in der ersten Halbzeit hin und her, beide Mannschaften haben mehrfach die Möglichkeit zum Torerfolg. Die erste nutzen die Gäste in der sechsten Minute nach einem Freistoß in der Hälfte der Heimmannschaft. Torben Hansen steigt im Sechzehner hoch, erwischt den Ball mit dem Kopf, der sich dann bogenförmig, etwas überraschend, direkt in den rechten Winkel zur Führung senkt.

Hansen verpasst zweiten Streich, FCA-Trio vergibt Ausgleich

Sieben Minuten später wieder Freistoß für die Kummerfelder. Wieder kommt der Ball, diesmal halbhoch, in den Strafraum. Zwei Kummerfelder stehen frei am Fünfmeterraum, einer bekommt den Fuß an den Ball, aber Tore Dombrowski ist da und wirft sich in die Flugbahn des Spielgeräts. Es bleibt bei der knappen Führung der Rot-Blauen. In der Folge haben auf Seiten der Gäste, nach teils schönen Kombinationen – unter anderem Hannes Rudek und Jonas Lienau die Chancen die Führung auszubauen. Kummerfelds Kapitän Torben Hansen kommt dem 2:0 am nächsten, trifft nach kraftvollem Antritt von innerhalb des Strafraums nur den langen Pfosten. So bleibt es bei dem Ein-Tore-Vorsprung. Denn auch Hanno Gollner, Dejan Glisovic und Kapitän Sönke Schal von den Alsterbrüdern können ihre Chancen zum Ausgleich nicht nutzen. Selbst ihr Top-Torjäger, Tim Algner, der den Ball im Sechzehner durch einem Freistoß zugespielt bekommt, scheitert nach 15 Minuten Spielzeit am gut aufgelegten Yannik Neumann im Kasten der Kummerfelder aus sechs Metern in zentraler Position.

Lem(bc)ke-Duo kommt, Dominic trifft

Der Treffer von Dominic Lemcke (li.) zum zwischenzeitlichen 2:0 für seinen KSV. Foto: Klaas Dierks

Dann geht es in die Pause, aus der die Schleswig-Holsteiner nun mit Leif Lembke und Dominic Lemcke für Jonas Lienau und Torben Hein auf den Platz zurückkehren. Und es ist Dominic Lemcke, der quasi vom Anpfiff weg aus der eigenen Hälfte von der linken Seitenauslinie mit einem zielgenauen Pass bedient wird. Lemcke entwischt seinem Verteidiger auf dieser Seiten, dringt in den Sechzehner ein und lupft den Ball aus sieben Metern über den herauseilenden Dombrowski in die Maschen zum 2:0 (46.). Kollektiver Jubel der Kummerfelder ist die Folge.

Zweiter KSV-Joker sticht

Kummerfeld gelingt es nun immer besser die Alsterbrüder bei deren Spielaufbau unter Druck zu setzen und die Mitte zuzumachen. So werden die Räume eng, die Pässe werden abgefangen, die Angriffsbemühungen der Hausherren oft unterbunden. In der 56. Minute bedient Hannes Rudek Wirbelwind Leif Lembke, der noch weiß wie es geht. Aus halbrechter Position zieht er von der Strafraumgrenze kraftvoll ab. Dombrowski versucht zwar noch den Winkel zu verkürzen, aber die Kugel schlägt dennoch hinter ihm am langen Pfosten zum vorentscheidenden 3:0 ein (56.). Beide Joker stechen. Kummerfelds Trainer Nils Hachmann hat mal wieder gutes Gespür bewiesen und grinst sich eins.

Kummerfeld-Keeper Neumann stark - "Finito" dank Basta

Kummerfelds Moritz Piening (re.) überspringt seinen Gegenspieler. Foto: Klaas Dierks

Aber was wäre wohl passiert, wenn der stets eifrige Dejan Glisovic mit etwas mehr Fortune gewirkt hätte, was, wenn Tim Algner seine zweite Großchance verwandelt hätte? Schulbuchmäßig nimmt er den Ball im gegnerischen Strafraum mit der Brust an, lässt tropfen und schießt im Drehen auf das Tor. Aber wieder ist Neumann auf dem Posten und lenkt den flachgeschossenen Ball um den Pfosten zur Ecke. Das der sonst so treffsichere Algner heute ohne Erfolgsergebnis bleiben sollte, lag zu einem Gutteil auch an Kummerfelds Kapitän Torben Hansen, der dem Torjäger ein ebenbürtiger Gegenspieler war.

Mit dem 3:0 im Rücken trauen sich die Kummerfelder nun auch aus der Distanz zu schießen. Dreimal visieren sie das Ziel an, dreimal geht der Ball mehr oder weniger knapp daneben. Oft ist es knapp, aber Dombrowski braucht nicht einzugreifen. Nachdem sich der Torwart bei einem Schuss von Merlin Wunsch aus ähnlicher Position wie beim 0:3 durch Lembke mit einer Fußabwehr auszeichnen kann, ist er in der 74. Minute machtlos. Ein Kummerfelder Spieler wird in der Box gelegt. Den fälligen Strafraum verwandelt Aleksa Basta sicher. 

Raspo springt an die Spitze

In der 80. Minute kommt nun auch noch der dritte Lem(bc)ke von der Bank und hilft den Auswärtssieg über die Zeit zu bringen. Damit geben die Alsterbrüder erstmals drei Punkte am Stück ab und rutschen durch die Niederlage auf Platz vier, mit 16 Punkten direkt einen Punkt vor den Siegern der Begegnung, Kummerfeld, die trotz des Sieges auf Position fünf bleiben. Spitzenreiter ist nun Uetersen. Sie müssen nächste Woche gegen Schlusslicht Wedel ran. Kummerfeld darf sich in einer erneuten Spitzenpartie gegen die zweitplatzierte Truppe aus Hetlingen messen, während die Alsterbrüder gegen den SC Pinneberg antreten. Dort wird sich zeigen, ob es wieder aufwärts geht, mit den Aufsteigern.

Klaas Dierks

Kommentieren

Mehr zum Thema