Oberliga 01

Kukandas Knall „erzwingt“ die Hamm-Erlösung

18. September 2021, 09:43 Uhr

Eliakim Kukanda (li.) und Demian-Coray Wicke bejubeln das zwischenzeitliche 2:0. Foto: Bode

„Nach vier Niederlagen mussten wir irgendwas ändern“, sprach aus Sidnei Marschall die pure Erleichterung. Der Trainer des HUFC stand aufgrund der dünnen Personaldecke (mal wieder) selbst im Aufgebot der „Geächteten“ im Heimspiel gegen den VfL Lohbrügge. Gemeint hatte der 41-Jährige mit seiner Aussage allerdings nicht etwa seinen Kaderplatz, sondern „die etwas defensivere Ausrichtung“ seines Teams. Erster Erfolg: „Ich war tatsächlich froh, dass wir mal ohne Gegentor in die Kabine gehen konnten“, so Marschall gegenüber „Hafo“.

Matthias Cholevas (Mi.) in Jubelpose nach dem Elfmeter-Treffer zum 3:1. Foto: Bode

In „keinem guten Spiel“, eher einem „mittelmäßigen Gegurke“, wie Lohbrügge-Coach Elvis Nikolic das Geschehen im Hammer Park zusammenfasste, wurde es erst in den zweiten 45 Minuten „wirklich wild“. Die Gäste mussten ihren Mittelfeld-Leader Marvin Karow verletzungsbedingt auswechseln und verloren „dadurch im Zentrum deutlich an Zugriff und Zweikampfstärke“, konstatierte Nikolic bei „Hafo“. Die Folge: Eliakim Kukanda packte den ganzen Frust der letzten Wochen in einen 20-Meter-Schuss. Der Ball schlug im Giebel ein (53.)! Eine Viertelstunde später leistete sich VfL-Keeper Tobias Braun einen regelrechten „Blackout“, als er einen Rückpass – ohne jede Not – aufnahm. Den fälligen indirekten Freistoß aus 14 Metern halbrechter Position beförderte Demian-Coray Wicke – nachdem Kukanda kurz antippte – flach an der Mauer vorbei ins HUFC-Glück (68.)!

Bäker bringt "Wild Boyz" zurück

Eine Vorentscheidung schien gefallen. Doch Hamm fehlt zurzeit die Leichtigkeit – und auch die Sicherheit. Während die Gäste vom Binnenfeldredder nicht aufsteckten. Der zur zweiten Hälfte eingewechselte Pascal Bäker bereitete der Hintermannschaft der Hausherren ein ums andere Mal Kopfschmerzen. Erst scheiterte der zuletzt angeschlagene Torjäger am Innenpfosten (70.). Dann holte er gegen Jannis Niestädt einen Foulelfmeter heraus, den Andreas Metzler zum Anschluss verwandelte (78.). Die „Wild Boyz“ waren zurück im „wilden Spiel“ – und hätten einen weiteren Strafstoß bekommen können, wenn nicht gar müssen.

"Wir haben es erzwungen und erarbeitet"

Kurz nach seinem 62. Geburtstag machte die Mannschaft ihrem Präsidenten Jörn Heinemann (li.) das schönste Geschenk. Foto: Bode

Stattdessen ertönte der Pfiff von Referee Lasse Holst (FC Türkiye) im postwendenden Gegenzug auf der anderen Seite. Matthias Cholevas kam zu Fall, nahm sich der Sache selbst an – und traf (81.). Doch: Lohbrügge hatte ja noch Pascal Bäker. Der Stürmer nickte eine Hereingabe von Marc Oldag zum 2:3 ein (84.) und sorgte für eine nervenaufreibende Schlussphase, in der Hamm den ersten Saison-Dreier über die Zeit rettete. Auch wenn die Partie „lange Zeit leider kein Oberliganiveau hatte“, wie selbst Marschall eingestehen musste, war er einfach nur „superglücklich. Wir haben es erzwungen und erarbeitet.“ Währenddessen entgegnete Nikolic: „Ihr hattet ja schon viele Spiele, wo ihr gewinnen musstet. Heute habt ihr die drei Punkte geholt“, ehe er abschließend bei „Hafo“ das „fehlende Spielglück“ beklagte.

Autor: Dennis Kormanjos

Fotogalerie

Kommentieren