25.05.2019

„Kuczy“ kam sah und knallte: „Dasse“ krallt sich erneut den ODDSET-Pokal

Oberligist bezwingt vor 2936 Zuschauern Regionalligist Norderstedt mit 2:1

Und schon wieder Pokalsieger: Die TuS Dassendorf bejubelt ihre Titelverteidigung. Foto: KBS-Picture.de

Die TuS Dassendorf ist ODDSET-Pokalsieger 2019 – und hat damit ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Vor 2936 Zuschauern im Stadion Hoheluft setzte sich der Oberligist, der in der Abschlusstabelle auf Rang drei eingelaufen und damit erstmals seit fünf Jahren kein Meister in Hamburgs höchster Amateurspielklasse geworden war, gegen Nord-Regionalligist FC Eintracht Norderstedt knapp mit 2:1 durch (Hier gibt's die Prtie im Live-Ticker zum Nachlesen). Auf den Siegtreffer musste die Mannschaft von Trainer Jean-Pierre Richter dabei bis in die Nachspielzeit warten... 

Dann aber gab es kein Halten mehr: Einer nach dem anderen stürmte auf den Platz. Von der Bank der TuS vor der Haupttribüne zog es die komplette Besetzung im Eiltempo auf die andere Seite des Platzes, zur Eckfahne rechts vom Tor aus gesehen. Trainer Jean-Pierre Richter, Liga-Manager und Presse-Mann Alexander Knull, die Ersatzspieler – selbst Sportchef Jan Schönteich setzte zu einem Spurt quer über den Kunstrasen an der Hoheluft an. Ihr Ziel war der Mann, der von seinen auf dem Platz stehenden Mitspielern bereits intensiv geherzt, umarmt und abgeklatscht wurde: Kristof Kurczynski. Lange 80 Minuten hatte der das Spiel nur von draußen verfolgt, war dann für Rinik Carolus in die Begegnung gekommen und drückte selbiger in der dritten Minute der Nachspielzeit seinen Stempel auf – und wie! „Kuczy“ kam sah und knallte – und zwar das runde Leder zur Entscheidung ins Netz. Doch dazu später mehr. Erst einmal der Reihe nach.

Brown sorgt nach von Knebel-Vorarbeit für die „EN“-Führung

Sichtlich bedient: Eintracht-Trainer Jens Martens. Foto: KBS-Picture.de

Die ersten beiden Gelegenheiten des Spiels gehörten der TuS Dassendorf: Rinik Carolus setzte sich zunächst links gegen Juri Marxen durch und prüfte Johannes Höcker, der den Schuss allerdings aus dem rechten Eck fischte (2.), auch gegen Mattia Maggio blieb der Schlussmann der Eintracht drei Minuten später der Sieger. Danach kam auch Norderstedt erstmals gefährlich vor den Kasten, doch TuS-Torwart Christian Gruhne konnte nach einem Querpass von Jordan Brown gerade noch vor Sinisa Veselinovic klären (6.). Es folgte das dickste Ding für den Regionalligisten, als Johann von Knebel nach 13 Minuten den Ball aus zwölf Metern an die Oberkante der Latte hämmerte. Eine Zeigerumdrehung später lag die Kugel dann tatsächlich im Netz: Von Knebel tauchte Blank vor Gruhne auf, legte quer und fand mit diesem Zuspiel Brown, der nur noch einschieben musste (14.).

Auch in der Folgezeit blieb das Team von Jens Martens gefährlich. Erst verzog Nils Brüning (20.), dann konnten Kerim Carolus und Amando Aust gegen Brüning und von Knebel die Gefahr bannen (27.). Doch auch Dassendorf sollte sich noch vor dem Seitenwechsel Gelegenheiten erarbeiten: Erst köpfte Pascal Nägele links am Pfosten vorbei (30.), dann wurde Sven Möllers Schuss von Marxen geblockt (32.) und auch Maggio hatte mit seinem Kopfball kein Glück (36.). Nägele vergab in der 39. und 42. Minute. Auch die Eintracht sollte vor dem Pausenpfiff nicht mehr zu einem weiteren Treffer kommen, obwohl es noch eine Chance gab, als sich der starke von Knebel mit einem Solo durchtankte und mit seinem Schuss nur knapp neben den linken Pfosten zielte. Anschließend reklamierte Dassendorf Strafstoß, als Möller mit einem Schuss aus dem Gewühl die Hand von Marin Mandic traf. Referee Stephan Timm (SC Egenbüttel) ließ jedoch weiterlaufen (44.).

Als alle schon mit der Verlängerung rechnen, fällt der Siegtreffer

Der Moment der Entscheidung in der Nachspielzeit: Dassendorfs Kristof Kurczynski (re.) hat abgezogen. Foto: KBS-Picture.de

Von Beginn des zweiten Durchgangs an tat sich zunächst wenig – bis zur 63. Minute. Dann lag die Kugel zwar im Tor, nachdem Brown sie Richtung Kasten abgefeuert hatte, Aust das Spielgerät abfälschte und Veselinovic traf. Der einzige Haken daran: Der Eintracht-Stürmer stand bei seinem Schuss im Abseits. Den nächsten Treffer markierte stattdessen Dassendorf: Ein Einwurf von Nägele wurde zu kurz geklärt, der anschließende Schuss von Kerim Carolus landete bei Henrik Dettmann, der ins linke untere Eck zielte und so den Ausgleich besorgte (68.). Zwölf Minuten vor dem Ende brachte Möller einen Freistoß aus rund 23 Metern platziert aufs rechte untere Toreck. Eintracht-Keeper Höcker tauchte ab und parierte. Nach 80 Minuten zielte dann Hinze am linken Pfosten vorbei. In der letzten regulären Minute entschärfte Nägele, der mit zurückgeeilt war, einen Querpass von Marxen.

Alle rechneten bereits mit der Verlängerung, doch die dreiminütige Nachspielzeit war noch nicht vorbei – und die TuS sollte noch einen Pfeil im Köcher haben. Die Uhr zeigte bereits die 93. Minute an, als Marcel Lenz aus 17 Metern das Spielgerät auf den Norderstedt-Kasten feuerte. Schlussmann Höcker konnte den Schuss mit einem sensationellen Reflex noch entschärfen. Doch damit war die Situation noch nicht bereinigt. Der Ball landete beim eingewechselten Kristof Kurczynski, der das Leder völlig humorlos unter den Querbalken hämmerte und den Titelverteidiger TuS Dassendorf damit zum neuerlichen ODDSET-Pokalsieger machte. Drei weitere Minuten Nachspielzeit vergingen – dann durften die Dassendorfer ihre Siegerfeierlichkeiten beginnen...


Jan Knötzsch

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