Regionalliga Nord

Krottke: „Die neue Saison wird eine Wundertüte werden“

11. August 2020, 09:34 Uhr

Sein Debüt für den AFC krönte Kevin Krottke (Mi.) gleich mit einer Torvorlage im Pokalspiel beim ASV Hamburg. Foto: Heiden

Bereits in jungen Jahren konnten sich seine Zahlen sehen lassen: Für Borussia Dortmund und Hannover 96 war Kevin Krottke zunächst in der B-Jugend-Bundesliga (25 Spiele/14 Tore) und dann in der A-Jugend-Bundesliga (49 Spiele/23 Tore) aktiv. In Hannover schaffte der Angreifer auch den Sprung in die Zweite Mannschaft und sammelte erste Regionalliga-Erfahrungen. Nach weiteren Stationen bei der SV Drochtersen/Assel, dem FC Schönberg 95 und dem Lüneburger SK Hansa standen für den 25-Jährigen insgesamt 124 Viertliga-Einsätze (29 Tore) zu Buche, ehe er sich im vergangenen Sommer dem FC Teutonia 05 anschloss. Mit elf Treffern in 21 Partien war Krottke zweitbester Schütze der „Kreuzkirchler“ und hatte damit wesentlichen Anteil an der Vize-Meisterschaft und dem Regionalliga-Aufstieg. Dennoch trennten sich die Wege beider Parteien.

Ein bisschen Zeit wird Kevin Krottke noch benötigen, um zu alter Stärke zurückzufinden. Foto: Bode

„Dazu möchte ich nichts sagen – das ist Vergangenheit“, hat Kevin Krottke die Zeit bei Teutonia 05 mittlerweile hinter sich gelassen. Stattdessen blickt er nur noch nach vorne. Am vergangenen Sonntag tauchte sein Name beim Pokalspiel zwischen dem ASV Hamburg und Altona 93 (0:4) überraschend auf dem Spielberichtsbogen des AFC auf. Eine gute Viertelstunde vor Ultimo wurde Krottke eingewechselt, sah wenig später den Treffer zum 3:0 und bereitete den Torerfolg zum 4:0-Endstand durch Nikola Kosanic mustergültig vor. Nach dem geglückten Einzug ins Pokal-Halbfinale verriet der Stürmer, dass er „ganz frisch dazu gestoßen“ und noch dabei sei, „die Namen zu lernen und mich schnell einzufinden“. Denn: Sein Wechsel an die Adolf-Jäger-Kampfbahn habe „mit etwas Verspätung geklappt“.

"Corona-bedingt wurde mein Vertrag nicht verlängert"

Nach seinem Teutonia-Abschied schien es nämlich zunächst so, als würde sich Krottke der TuS Dassendorf anschließen. Doch dazu kam es nicht. Über die Gründe wolle er nicht sprechen, so Krottke, der vielmehr einräumte, dass die lange Clubsuche auch auf den Verlust seiner Arbeitsstelle zurückzuführen sei: „Corona-bedingt wurde mein Vertrag nicht verlängert. Da das natürlich oberste Priorität hat, war ich gezwungen, mich nach einer neuen Stelle umzusehen. Jeder wird in der augenblicklichen Situation nachvollziehen können, dass das gerade sehr schwierig ist auf dem Markt.“ Deshalb habe er sich gesagt: „Wenn da eine Entscheidung feststeht, werde ich mich danach dann auch sportlich neu orientieren.“ Das sei nach dreimonatiger Suche nun geschehen.

"Bin gespannt, was die neue Saison bringt"

„Ich hatte schon ziemlich früh Kontakt zu Richard Golz.“ Diesen hätten beide Seiten stets aufrechterhalten. Am Sonntag hatte Krottke schließlich – nachdem er gerade mal drei Tage beim Team war – den ersten Härtetest mit der neuen Equipe. „Ich glaube, den haben wir ganz gut gemeistert“, befand er anschließend. Nun sei er „gespannt, was die Saison bringt“, blickte der ehemalige Lüneburger bereits in die Zukunft – und meinte: „Ich habe inzwischen ja schon ein bisschen Erfahrung in der Regionalliga – und gerade in der jetzigen Situation, die wir alle erleben, wird es eine ziemliche Wundertüte werden.“ Die Mannschaften seien zum Großteil „bunt und neu zusammengemischt und müssen sich auch erstmal finden“.

"... dann können wir vielleicht auch etwas weiter nach oben schielen"

Es lief noch nicht alles rund - aber den ersten Härtetest haben Krottke und Co. gut gemeistert. Foto: Bode

Nahezu runderneuert und auf vielen Positionen neu aufgestellt ist auch der AFC. Mit Andreas Bergmann hat man nicht nur einen neuen Trainer und mit Richard Golz einen neuen Sportlichen Leiter – auch innerhalb der Mannschaft hat es (mal wieder) einen Umbruch gegeben. „Das Wichtigste ist, dass wir einen guten Start erwischen.“ Denn wenn man mit Leidenschaft dabei sei und einen Lauf habe, könne man „vielleicht auch mal etwas weiter nach oben schielen“, gibt sich Krottke sehr optimistisch. Das vorrangige Ziel ist jedoch: „Wir müssen versuchen, so schnell wie möglich die nötigen Punkte zu holen. Dann wird man sehen, wo es hingeht.“ Auch wenn er noch nicht allzu lange bei der Mannschaft ist, sieht er ausreichend Potenzial für den Klassenerhalt vorhanden. Denn auf die Frage, ob die Qualität für die Regionalliga da sei, entgegnet Krottke nur: „Definitiv!“ Und weiter: „Es sind sehr viele junge Spieler dabei, die brennen. Es macht Spaß, dabei zu sein und mit zu trainieren. Ich glaube, dass sich das ganz gut entwickeln kann, wenn wir die Harmonie reinbekommen, uns als Mannschaft finden – und jeder weiß, wie die Laufwege aussehen.“ Da sei man noch nicht ganz – aber noch ist ja auch ein bisschen Zeit, bis es wieder losgeht…

Autor: Dennis Kormanjos

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