Landesliga Hansa

Kosova schlägt nach Rückstand doppelt zu: „Wir bewegen uns langsam in die Richtung, wo wir hingehören“

Altenwerder-Coach Rossa verliert trotz verspielter Führung den Glauben nicht

25. November 2019, 12:39 Uhr

Zielwasser getrunken: Albin Bektesi erzielte den 2:1-Siegtreffer für den Klub Kosova. Foto: Bode

Daniel Rossa wusste nach dem Spiel gegen den Klub Kosova genau, was die Stunde geschlagen hat. „Unsere Luft im Abstiegskampf wird immer dünner“, erklärte der Trainer des FTSV Altenwerder nach der Partie, die sein Team mit 1:2 verloren hatte. Es war eine Pleite, die Rossa besonders ärgerte. „Wir haben 1:0 geführt, das Ergebnis hat uns in die Karten gespielt. Wir hätten nur gut stehen und für Entlastung sorgen müssen. Aber das haben wir in der Anfangsphase der zweiten Hälfte überhaupt nicht hinbekommen. Plötzlich haben wir 1:2 zurückgelegen und wussten gar nicht, warum“, sagte er und konstatierte: „Es ist bitter, dass wir wir eine Phase von zehn Minuten hatten, wo wir nicht auf dem Platz waren.“

Die nutzte Kosova – nachdem Motiejus Zibuda den FTSV zunächst in Front gebracht hatte (34.) – in Person von Agonis Krasniqi schon zwei Minuten nach Wiederbeginn. Nur drei Zeigerumdrehungen später legte Albin Bektesi nach. „In der ersten Hälfte standen beide Teams sehr tief und bis zur 25. Minute gab es – bis auf ein paar Fernschüsse – kaum nennenswerte Chancen. Um die 30. Minute rum hatten wir dann eine Druckphase, in der wir mehrere Chancen nacheinander liegengelassen haben. Wir haben es verpasst, in dieser Phase in Führung zu gehen und kassieren durch einen Konter den Treffer zum 0:1“, fasste Kosovas Angreifer Wasim Sarwari, der diesmal ohne Torerfolg blieb, die erste Hälfte aus Sicht der Gäste zusammen. „Wir kommen dann aus der Pause wacher wieder raus und haben das Spiel schnell gedreht. Im Prinzip haben wir die komplette zweite Halbzeit dominiert, es aber dann nicht geschafft, den Sack frühzeitig zuzumachen. Wir haben eine Großchance nach der anderen ausgelassen“, ärgerte sich Sarwari, war letztlich dann aber doch milde gestimmt: „Was entscheidend ist: Wir nehmen drei wichtige Punkte mit und bewegen uns langsam in die Richtung, wo wir hingehören.“

Sarwari: „Wir haben es nicht geschafft, den Sack frühzeitig zuzumachen“

Kosovas Wasim Sarwari befand, dass der Klub es verpasst habe, noch frühzeitiger den Sack richtig zuzumachen. Foto: Bode

Daniel Rossa hingegen hatte es ganz anders gesehen. „Nach der 2:1-Führung von Kosova kam von denen im Anschluss gar nichts mehr“, befand der FTSV-Trainer, der die neuerliche Niederlage seiner Elf als „sehr ärgerlich“ einstufte. „Kosova war spielerisch zwar die bessere Mannschaft, aber wir haben gut dagegen gehalten und unser typisches Spiel auf den Platz bekommen. Anders als bei der Niederlage gegen Düneberg gab es gar keine Anzeichen dafür, dass wir nervös sind, Wir haben unseren Stiefel herunter gespielt, standen gegen den Ball gut und haben immer wieder Nadelstiche nach vorne gesetzt“, bilanzierte Rossa, der seinerseits ein „Übergewicht an Torchancen“ sah, das sich seine Schützlinge nach dem Seitenwechsel erspielten. Allein: Der FTSV konnte keine davon nutzen – und gleich zwei Mal stand dabei Spielleiter Devon Wengorz (TuS Hamburg) im Mittelpunkt. „Der Schiedsrichter hat erst ein Abseitstor für uns nicht gegeben, wo die komplette Zuschauerseite – und da waren auch Kosova-Fans dabei – gesagt haben, dass Kosova richtig Dusel hatte. Diese Entscheidung kann man vielleicht so treffen“, erklärte der Altenwerder-Coach. Was die zweite fragliche Situation anging, war Rossa jedoch ganz anderer Meinung als das Schiri-Gespann.

Rossa: „Kopf aus dem Wasser ziehen, Luft holen und an Land schwimmen“

Daniel Rossa ärgerte sich über zwei Schiedsrichter-Entscheidungen. Foto: Brussolo

„Es gab eine Szene, wo der Torhüter von Kosova den Ball durch die Hände rutschen lässt und ihn erst auf der Linie hält. Dann rutscht er allerdings mit dem Oberkörper ins Tor und zieht den Ball an die Brust. Ich muss sagen: Deutlicher geht’s nicht. Das war ein Tor und das wäre das 2:2 in einer Phase gewesen, in der wir Druck gemacht haben. Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Es gab noch andere Kleinigkeiten, wo dem Schiedsrichter das Fingerspitzengefühl fehlte“, sagte Rossa, gab aber auch zu verstehen: „Wir wollen dem Schiri nicht die Schuld an der Niederlage geben. Wir haben das Spiel selbst verloren. Weil wir es nicht geschafft haben, unsere Möglichkeiten, auszugleichen und das Spiel für uns zu entscheiden, zu nutzen.“ Die Konsequenz daraus ist klar: Der FTSV kommt einfach nicht vom Tabellenende weg, steckt weiterhin tief im Abstiegskampf. „Wir werden dennoch nicht den Kopf in den Sand stecken, weil wir wissen, was möglich ist. Der Fußball schreibt kuriose Geschichten. Genau so eine wollen wir schreiben. Wir glauben weiter an das Wunder und werden alles reinwerfen, um den Kopf aus dem Wasser zu ziehen, Luft zu holen und genug Atem haben, um an Land zu schwimmen“, hat Rossa die Hoffnungen auf einen Verbleib in der Landesliga aber noch lang nicht aufgegeben.

Jan Knötzsch 

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