Oberliga

Köhler gibt nie auf, Nitsch haut drauf: HEBC verpasst den „Lucky Punch“

14. August 2022, 13:49 Uhr

Lion Mandelkau (li.) hebt den Arm, Hendrik Diekmann steht bei der Schussposition im Abseits. Foto: noveski.com

94 äußerst intensive und schweißtreibende Minuten waren an der Brucknerstraße bereits gespielt, als sich dem HEBC die ganz dicke Chance zum krönenden „Lucky Punch“ bot. Über Lionel von Zitzewitz und den eingewechselten Elija Sinemus kam die Kugel zu Raoul Bouveron. Der Angreifer war auf und davon – allerdings versprang das Leder bei der Annahme ganz leicht. Dennoch kam der Ex-Bramfelder noch völlig freistehend mit dem langen Bein zum Abschluss – aber Thor-Arne Höfs parierte in glänzender Manier. Schluss! Es blieb beim aus Gäste-Sicht hochverdienten 1:1-Unentschieden (alle Highlights im LIVE-Ticker). Und Eduardo Avarello, Team-Manager des HEBC, lobhudelte seine Elf vor dem Mannschaftskreis: „Stark, Männer!“ Während Hendrik Diekmann seinen Teamkollegen zurief: „Das hat richtig gebockt!“

Da war die Paloma-Welt noch in Ordnung. Großer Jubel nach der Blitz-Führung. Foto: noveski.com

„Seid nicht so negativ", monierte Marius Nitsch die Stimmungshaltung, als seine Mannen mit leicht hängenden Köpfen in die Trinkpause schritten. Denn: Zu eben jenem Zeitpunkt führte der USC Paloma nach einem Blitzstart mit 1:0 gegen den HEBC, weil Tom Wohlers einen pfeilschnellen Gegenzug nach Steilpass von Soleiman Kazizada ganz cool abschloss (3.). Aber: In der Folge bekamen die Gäste aus Eimsbüttel immer besseren Zugriff, ließen aber jegliche Präzision im letzten Drittel vermissen. „Spielt doch mal Leute an, die auch da sind“, haderte HEBC-Kapitän Janek Wrede mit der Ungenauigkeit. Nichtsdestotrotz kippte das Geschehen.

Niemann nimmt Maß, Köhler im Privatduell

Tjorven Köhler (li.) nimmt Maß - vergeblich. Aber: Der HEBC-Akteur avancierte letztlich zum entscheidenden Mann. Foto: noveski.com

Auch nach der Pause stand die Begegnung auf des Messers Schneide. Beide Teams hatten sichtlich mit der drückenden Hitze zu kämpfen. Während Moritz Niemann zwei mächtige Geschosse auspackte, einmal an der Latte scheiterte (53.) und dann in Patrick Meins seinen Meister fand (75.), versuchten die Mannen vom Reinmüller alles, um den Ausgleich zu erzwingen. Nicht nur das. Die „Veilchen“ wurden immer stärker.

Tjorven Köhler legte sich das Spielgerät nach einem herrlichen Steilpass von Raoul Bouveron freistehend bei der Annahme etwas zu weit vor (62.), ehe sein Abschluss nach einer super Stafette von Colin Blumauer in höchster Not geblockt wurde (72.). Und der „Blondschopf“ blieb auch in der Folge ein stetiger Unruheherd. Nach Köhlers Ablage hatte Allan Muto die Schusschance aus zwölf Metern. Den verdeckten Versuch kratzte Thor-Arne Höfs glänzend aus dem kurzen Eck (78.).

"Das war ein klares Foul"

Can Luka Topcu (li.) im Duell mit Arisch Butt. Foto: noveski.com

Es schien irgendwie wie verhext zu sein. Doch dann brach die Schlussminute an, als abermals Köhler die letzten Reserven aus dem Tank holte, durchbrach und von Blumauer gestoppt wurde. Schiedsrichter Alexander Teuscher (SC Eilbek) zeigte sofort auf den Punkt. „Das war ein klares Foul. Ich ticke den Ball kurz weg und er rutscht in mich rein“, klärte Köhler anschließend auf. Paloma-Trainer Marius Nitsch hatte allerdings eine ganz andere Meinung zu der Entscheidung (siehe Video am Ende des Berichts von der PK). Wie dem auch sei. Erciyes Palo übernahm die Verantwortung und bewies Nerven aus Stahl – 1:1 (90. +1)!

"Müssen uns vor keinem Gegner verstecken"

Bitter für Paloma: Kapitän Moritz Niemann (re.) musste kurz vor Schluss verletzt raus. Auch Soleiman Kazizada konnte schon nach 20 Minuten nicht weiterspielen. Foto: noveski.com

Es kam zu eben jener eingangs schon beschriebenen Situation, als Bouveron den Luckypunch zugunsten der Gäste auf dem Fuß hatte. Vertan! Aber: „Vom Einsatz und der mannschaftlichen Geschlossenheit haben wir heute an die letzte Saison angeknüpft. Das, was uns gegen Türkiye überhaupt nicht gelungen ist“, befand Köhler. „Hier und da war Paloma von der Spielanlage sicherlich besser. Aber unterm Strich schießen die zweimal auf das Tor – und das eine war ein 30-Meter-Schuss an die Latte. Wir haben defensiv wirklich richtig gut gearbeitet, hatten einige Umschaltsituationen und drei, vier 100-prozentige Chancen. Daran müssen wir arbeiten.“ Allerdings konstatierte der 26-Jährige auch: „Nach heute kann man auf jeden Fall sagen, dass wir uns vor keinem Gegner verstecken müssen. Das haben wir auch in der letzten Saison gezeigt. Natürlich haben wir drei, vier krasse Abgänge. Aber die Mannschaft ist zu 100 Prozent dazu in der Lage, jedem Gegner etwas abzunehmen.“

Die PK mit beiden Trainern und deutlichen Worten im Video:

Autor: Dennis Kormanjos

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