Bezirksliga 03

Kocin stellt den Fuß noch ein, Awuah bringt den Ball rein: HT 16 untermauert das „klare Ziel“

15. August 2021, 14:41 Uhr

Gleich zwei Treffer durfte Caleb Awuah (re.) - hier mit Dieter Forkert - bejubeln. Foto: noveski.com

Der Fuß sei „noch nicht richtig eingestellt“, scherzte Umut Kocin während des Auftaktspiels beim SV Uhlenhorst-Adler (alle Highlights im LIVE-Ticker). Und doch sorgte der Ex-Profi – nun wieder in Diensten seines Jugendclubs HT 16 – mit seinen ruhenden Bällen immer wieder für Gefahr. Ob per Ansage, wie in der 28. Minute, als er Almir Mesanovic zunächst richtig stellte und ihm dann die Kugel maßgenau auf dessen Kopf servierte. Oder auch wenige Augenblicke später, als Julian Bieber eine Kocin-Ecke in die Maschen schädelte (29.). Dem Treffer wurde aber aufgrund eines vermeintlichen Foulspiels die Anerkennung verweigert. Bieber soll in jener Szene ein Offensivfoul begangen haben, Schmerzen trug aber nur er selbst davon – denn für den Defensivakteur ging es folglich nicht weiter.

Das 0:1! Caleb Awuah (li.) bringt eine tolle Kombination zum krönenden Abschluss. Foto: noveski.com

Doch HT 16 ist eben nicht nur Umut Kocin. Der mit zahlreichen höherklassig erfahrenen Spielern gespickte Kader der Hamburger Turnerschaft wurde seiner Favoritenrolle zum Saisonstart bei UH-Adler auch ohne ein Kocin-Tor gerecht. Eben deshalb, weil der Ex-Concorde diverse „Könner“ um sich herum hat. Da wäre zum Beispiel ein Sammy Güzel, der den ersten Treffer mit einem tollen Pass in die Tiefe einleitete und das vorentscheidende 2:0 mit einer perfekt getimten Hereingabe direkt vorbereitete. Beide Male fungierte der von Oberligist SV Rugenbergen verpflichtete Caleb Awuah als Vollstrecker (25., 51.)! Beim Führungstor legte Dieter Forkert noch einmal uneigennützig quer. „Das zeigt, dass er ein guter Teamplayer geworden ist“, lobte HT-Coach Markus Puder die Entwicklung seines Vorbereiters, den er bereits aus gemeinsamen MSV Hamburg-Zeiten bestens kennt. „Für einen Trainer ist es immer wichtig, wie die Tore herausgespielt werden – egal, wer dann den Fuß hinhält. Aber du musst da auch erstmal stehen“, hob er ebenfalls die richtigen Laufwege seines Doppeltorschützen hervor.

"Uhlen" bringen HT-Feldspieler Altindas im Tor nicht in Bedrängnis

Das 0:2! Erneut hat Awuah (re.) keine Mühe mehr, das Runde im Eckigen unterzubringen. Foto: noveski.com

Die Überlegenheit der Gäste wurde auch dadurch deutlich, dass mit Deniz Altindas ein Feldspieler zwischen die Pfosten musste, weil die drei etatmäßigen Keeper nicht zur Verfügung standen, und nicht einmal wirklich nennenswert geprüft wurde. „Wir kamen gar nicht so richtig in die Position rein, um zum Abschluss zu kommen. Dementsprechend war das zu wenig, um Torgefahr auszustrahlen und Druck aufzubauen“, befand auch UH-Trainer Lukas Skwiercz. Generell sei man „sehr schlecht reingekommen, wir waren nicht griffig genug und haben viele zweite Bälle verloren. Darüber hinaus haben wir im Spielaufbau auch immer wieder Fehlpässe eingestreut, die den Gegner stark gemacht haben“, fügte Skwiercz an. Hinzu kamen die vielen Umschaltmomente und Standards. „Das hat mürbe gemacht“, so der „Uhlen“-Dompteur.

"Das frühe 2:0 hat uns den Stecker gezogen"

Das vermeintliche 0:2! Julian Bieber (Mi.) köpft ein - doch der Treffer wird zurückgenommen. Foto: noveski.com

Nach dem Seitenwechsel habe man sich „vorgenommen, ein bisschen griffiger zu sein und ein, zwei Aktionen zu initiieren, die vielleicht zum Torerfolg führen“. Aber: „Das frühe 2:0 hat uns so ein bisschen den Stecker gezogen. Und am Ende des Tages fehlte auch ein bisschen die Überzeugung nach vorne.“ Man wollte „schon etwas Zählbares mitnehmen“, so Skwiercz, „aber natürlich war die Qualität des Gegners in vielen Aktionen zu sehen“. Nichtsdestotrotz konstatierte er: „Wir hätten gerne etwas mitgenommen, ich hätte es auch nicht ausgeschlossen – aber am Ende des Tages war der Gegner gefährlicher.“ Und so musste Daniel Michaelis, Torwart aus der eigenen „Zweiten“, ein ums andere Mal seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Denn auch UH-Adler ist auf der Position im Kasten „aktuell ein bisschen gebeutelt“. Dafür, dass Michaelis eigentlich nur der vierte Keeper sei, habe er seine Aufgabe aber „wirklich stark gemacht“, hatte Skwiercz nur lobende Worte für seinen Schlussmann parat.

Kocin scherzt, Quainoo führt

Umut Kocin nahm sofort eine Führungsrolle ein, ein Torerfolg blieb ihm aber noch verwehrt. Foto: noveski.com

Apropos lobende Worte: Die fand auch sein Gegenüber nach dem Auftakterfolg für seine Mannen. „Ich bin ziemlich zufrieden, wir haben das eigentlich ganz gut gemacht“, fiel die Freude aber noch nicht gerade überschwänglich aus. „Wir wussten, dass es schwer wird, weil die relativ kompakt gestanden haben. Aber wir sind gut ins Spiel gekommen“, so Puder. Auch, weil Umut Kocin seine Rolle als absoluter Führungsspieler wahrnahm, Russell Quainoo mit lautstarken und immer wieder positiven Kommentaren aus der Abwehrzentrale heraus einen starken Part spielte und insgesamt eine ungemeine Disziplin auf dem Platz herrschte.

"Klares Ziel: Nummer eins in dieser Staffel zu werden!"

Erstes Spiel, erster Sieg: HT-Coach Markus Puder machte im Nachgang aus den Ambitionen auch keinen Hehl. Foto: noveski.com

Beispiel: Als Marko Jurcic in der 89. Spielminute nach einem Luftduell verletzt liegen blieb und draußen behandelt werden musste, kommentierte Kocin umgehend: „Ich übernehme deinen Part, Mannschaftskollege!“ Immer mit einem Lächeln im Gesicht und einem guten Spruch auf den Lippen – der Ex-Profi wird seiner HT weiter Flügel verleihen. „Umut war drei Wochen im Urlaub, ist danach Corona-bedingt ausgefallen und deshalb noch nicht bei 100 Prozent. Aber er ist enorm wichtig für uns – sowohl im Spiel als auch außerhalb des Feldes. Eine Figur, an der sich die Jungs ein bisschen dran orientieren können“, schwärmt sein Übungsleiter von ihm – und bilanzierte: „Der Sieg geht absolut in Ordnung.“ Der erste „Dreier“ auf dem Weg nach oben – denn: „Wir haben ein ganz klares Ziel und das lautet, die Nummer eins in dieser Staffel zu werden!“

Autor: Dennis Kormanjos

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