12.11.2017

Klein, quirlig, erfolgreich: Sasel siegt auch ohne Peter-Crouch-Typ

HSV lll verliert nach 1:5 am Parkweg weiter an Boden

TSV-Übungsleiter Danny Zankl (Mitte) beglückwünschte sein Team nach dem Spiel. Foto: Sager

Am Ende gab es warme Worte für den Verlierer. „Ich möchte mich beim HSV III bedanken, dass wir das Spiel kurzfristig von 15 auf 14 Uhr verlegen konnten und dass sie da mitgespielt haben“, ließ Rainer Hagge, der Manager des TSV Sasel, nach dem Spiel verlauten, das aufgrund von Problemen mit der Flutlichtanlage um eine Stunde nach vorn gezogen wurde. Auch, was das Ergebnis anging, spielte der HSV II aus Sicht der Gastgeber mit: Mit 5:1 behielt der TSV Sasel am Ende vor 254 Zuschauern in einem guten und torreichen Match das bessere Ende für sich. Fußballerisch war aus Sicht der „Rothosen“ wenig drin. Sasel zeigte während der Partie immer wieder schöne Kombinationen, die zu Toren führten. 

Aber alles der Reihe nach: Die Platzherren begannen die Partie druckvoll und kamen zügig zu ihren Abschlüssen. Tobias Steddin kam nach einer Flanke von Timo Adomat zum Kopfball, setzte diesen aber über den Kasten (12.). Wenn die Kugel dann doch gefährlich auf das Tor ging, hatte Jan Haerting etwas dagegen. Der HSV III-Schlussmann parierte die Schüsse von Timo Adomat (24.) und Nico Zankl (32.). In der 38. Minute war der Gästetorwart allerdings machtlos. Tolga Celikten und Bünyamin Balat spielten auf engstem Raum einen wunderbaren Doppelpass und Balat spitzelte das Leder vorbei an Haerting ins lange Eck. Zuvor hatte der HSV eine Möglichkeit zur Führung, als Damian Ilic in die Mitte zu Kristijan Augustinovic passte – dieser verpasste den Ball haarscharf (28.). Sasel hingegen legte kurz darauf direkt nach. Nach einer schönen Kombination passte Nico Zankl zu Celikten, der das Spielgerät in die kurze Ecke jagte – 0:2 (39.). 

Zankl: "Das 3:0 war zwar wichtig, hat uns aber nicht gut getan"

„Das Ergebnis zur Pause war sehr gut, unser Spiel eher durchschnittlich. Wir haben zwar nicht viel zugelassen hinten, haben aber auf der falschen Reihe verteidigt. Wir waren taktisch nicht gut und nicht diszipliniert genug und hatten kaum Tempo nach vorne. Das war in der zweiten Halbzeit besser“, fasste TSV-Trainer Danny Zankl die ersten 45 Minuten aus seiner Sicht zusammen. Nach dem Wiederanpfiff konnten die Hausherren weiter nachlegen. Lukas Wenzel ging über die linke Seite bis zur Grundlinie und spielte den Ball flach in die Mitte, wo Lukas-Gabriel Kourkis die die Pille an Haerting vorbei ins Tor schob (52.). Für Übungsleiter Zankl war das 3:0 zwar „wichtig, es hat uns aber gar nicht so gut getan. Danach hat der HSV eine Phase gehabt, wo sie mit zwei sehr offensiven Flügelstürmern und zwei Stürmern befreiter aufspielen konnten.“ Und genau das war dann auch der Fall: Der HSV lll kam durch den eingewechselten Andy Akoteng-Bonsrah immer wieder gefährlich vor das Tor. In der 57. Minute war genau jener Akoteng-Bonsrah dann erfolgreich und brachte die Kugel im Kasten unter, doch der Schiedsrichter-Assistent hob die Fahne und entschied auf Abseits.

Zankl: "Einige Spieler sind einen Kopf kleiner als ein Toastbrot"

HSV III-Trainer Marcus Rabenhorst wechselte dann Jendrik Bauer ein, der sich gut in das Spiel einfand und den Anschlusstreffer erzielen konnte. Nach einem schönen Doppelpass mit Emre Yasar, stand Letztgenannter vor dem Tor und schloss ab. Todd Tuffour ließ den Ball nach vorne abprallen und Bauer hatte keine Mühe das Leder ins Netz zu schieben (67.). Die schnellen, kurzen Pässe bereiteten den Gästen große Probleme. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte Zankl lächelnd dazu: „Einige Spieler sind einen Kopf kleiner als ein Toastbrot und da müssen wir flach spielen. Deshalb ist es schon wichtig, dass wir den Spielstil beibehalten und dann müssen wir eben anders sein. Wenn ein Peter Crouch-Typ auch noch richtig geil Fußball spielen könnte, würde ich den haben wollen. Aber lieber erstmal die kleinen, quirligen Spieler.“

Auf dem Feld ging es wie folgt weiter: Yannis Büge steckte auf Höhe der Mittellinie zu Adomat durch, der Hannes Steckel im Laufduell davon zog und dann aus knapp elf Metern abschloss. Haerting bekam das Leder durch die Hosenträger geschickt (71.). Der HSV III versuchte es weiterhin, scheiterte aber oft am letzten Pass oder an Tuffour. Einen sehenswerten Effet-Schuss konnte der Keeper der Heimmannschaft stark parieren (78.). Den Schlusspunkt der Partie setzte der ebenfalls eingewechselte Benedikt Neumann-Schirmbeck. Nico Zankl behauptete sich mit einer trickreichen Drehung im Mittelfeld und passte das Spielgerät auf Celikten, der in Richtung Tor marschierte. Haerting stürmte aus seinem Gehäuse, doch Celikten legte quer auf Neumann-Schirmbeck, der dann keine Probleme mehr hatte, die Kugel über die Linie zu befördern (81.).

Rabenhorst: "Wir konnten bis auf vier oder fünf Gegenstöße nichts dagegen setzen"

„Glückwunsch an Sasel zu dem sehr deutlichen und verdienten Sieg. Es hätte wahrscheinlich, wenn Sasel noch konzentrierter gespielt hätte, noch deutlicher ausgehen können. Der Gegner hat so gespielt, wie wie es erwartet haben und wir konnten bis auf vier oder fünf Gegenstößen trotzdem nichts dagegen setzen. Deshalb geht das Ergebnis auch so in der Höhe in Ordnung“, sagte Gästetrainer Rabenhorst nach dem Spiel. Sein Widerpart Danny Zankl hingegen befand: „Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel heute gewonnen haben und den Auswärtssieg, den wir letzte Woche geholt haben, vergolden konnten und punktetechnisch nachgelegt haben.“ Ganz zufrieden war der Trainer der Hausherren jedoch nicht und fügte an. „Für uns geht es darum, eine Lücke nach unten zu reißen. Dafür müssen wir selber Punkte holen. Mit dem Spiel selbst sind wir nicht ganz zufrieden, wir haben nicht die beste Begegnung gezeigt. Das wäre aber Meckern auf hohem Niveau, deswegen freuen wir uns heute und ab morgen geht die Vorbereitung auf Süderelbe los.“

Kommentieren