29.08.2018

„Kein Licht am Ende des Tunnels“ – FC Bergedorf 85 meldet Liga-Mannschaft ab!

Nach Derby-Demütigung: "Elstern" ziehen zurück

Foto: KBS-Picture.de

Ausgerechnet das 0:18 gegen den großen „Rivalen“ vom ASV Bergedorf 85 wird in die Geschichtsbücher des FC Bergedorf 85 eingehen – und das nicht nur aufgrund des Ergebnisses. Denn: Präsident Ali-Osman Sözen teilt uns mit, dass die „Elstern“ ihre Liga-Mannschaft per sofort vom Spielbetrieb zurückziehen! „Wenn ich auch nur ein bisschen Licht am Ende des Tunnels gesehen hätte, dann hätte ich gesagt: Wir machen weiter“, so Sözen – doch in Wirklichkeit stand es so finster um den FCB, dass ein Rückzug unumgänglich sei.

„Manchmal muss man eben einen Schritt zurückgehen, um dann wieder zwei nach vorne machen zu können“, lautet nicht nur eine Binsenweisheit, sondern trifft – laut Präsident Ali-Osman Sözen – in der aktuellen Situation auch auf den FC Bergedorf 85 zu. Die Abmeldung sei „eine Art der Erlösung“, gesteht er ganz offen. „Es ist kein Zuckerschlecken, jede Woche 14 oder 18 Gegentore zu kriegen. Auch wenn das die Mentalität der Jungs zeigt, sich trotzdem nicht aufzugeben.“ Vor dem Derby gegen den ASV hat man mit Michael Meier, der vor der Saison aus Escheburg kam und zunächst die Bergedorfer Zweitvertretung trainierte, einen neuen Trainer installiert. „Er war – und das meine ich im absolut positiven Sinne – so verrückt und wollte das nochmal angehen. Das macht in der Lage ja kein normaler Mensch. Deshalb kann ich ihm nur meinen Dank aussprechen, denn für ihn ist ‚Aufgeben‘ ein absolute Fremdwort.“

Dementsprechend groß war die Enttäuschung. „Ihm tat das in der Seele weh“, so Sözen, als er ihn von der Entscheidung unterrichtete. „Aber man muss der Wahrheit ins Auge sehen. Wir standen gegen den ASV mit elf Leuten da, weil wir auch die Zweite nicht vernachlässigen wollten. Beendet haben wir das Spiel mit acht Mann. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man es – auch mit Hinblick auf den Winter – irgendwie noch hätte hinbiegen können. Man darf aber auch nicht vergessen, dass das alles junge Leute sind. Die können und wollen wir nicht verheizen, indem es Woche für Woche solche Ergebnisse setzt.“ Deshalb fange man nun wieder „zusammen ganz unten an, um ein gesundes Fundament aufzubauen“, erklärt Sözen, der Meier bereits seit gut 35 Jahren kennt und einst mit ihm zusammen bei Bergedorf-West spielte. Demnach sei es nur eine logische Konsequenz, dass jener Meier künftig wieder die Zweite trainieren wird, die dann in der kommenden Saison zur neuen Liga-Mannschaft wird.

Denn: „Wir werden in der kommenden Saison auf jeden Fall im Herren-Fußball an den Start gehen“, entgegnet Sözen auf Nachfrage, ob man den Fokus künftig komplett auf die Jugendabteilung beim FC Bergedorf 85 legen wird. Doch zunächst einmal hat der bittere Absturz der letzten Jahre ein jähes Ende gefunden…

Autor: Dennis Kormanjos

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