Regionalliga Nord

Kehrt Hadid zum AFC zurück? „Ein schönes Gefühl, wieder für diesen Verein zu spielen“

15. Januar 2022, 19:49 Uhr

Mustafa Hadid (li.) mischte im Testspiel des AFC beim Oberligisten TSV Sasel als Testspieler mit. Foto: noveski.com

Die Überraschung war durchaus groß, als der Blick auf den Spielberichtsbogen ging – und beim Altonaer Fussball-Club ein Name auftauchte, der eine lange Historie beim Hamburger Traditionsverein hat: Stolze neun Jahre lang trug Mustafa „Mucki“ Hadid das Trikot des AFC, erlebte mit den Mannen von der Adolf-Jäger-Kampfbahn unzählige Höhen und Tiefen mit. Mehr noch. Bei Altona 93 reifte der inzwischen 33-Jährige sogar zum Nationalspieler seines Heimatlandes Afghanistan heran. Inzwischen hat Hadid ganze 37 Länderspiele (ein Tor) absolviert. Steht er nun vor einer Rückkehr zu seiner sportlichen „Liebe“?

Mit seiner Erfahrung könnte Hadid in der sehr jungen Mannschaft im Abstiegskampf eine Stütze sein. Foto: noveski.com

Ob es zu einer Verpflichtung kommen wird, könne er zum jetzigen Zeitpunkt „wirklich noch nicht sagen“, so Altonas Cheftrainer Andreas Bergmann nach der 0:2-Niederlage im Testspiel bei Oberligist TSV Sasel. Aber: „Mucki wird mit Sicherheit noch ein bisschen bei uns bleiben und die Möglichkeit haben, sich zu zeigen.“ Wozu Hadid in der Lage ist, hat er jahrelang unter Beweis gestellt. Lange gehörte er zu den besten „Flügelflitzern“ in ganz Hamburg und wurde von den Altonaer Anhängern geliebt. Im Sommer 2018 schlug es ihn – nach neun Jahren an der „AJK“ – aus beruflichen Gründen nach Nordrhein-Westfalen. Dort kickte der afghanische Nationalspieler zunächst drei Jahre lang für den Duisburger FV 08. Zuletzt war er ein halbes Jahr für den FC Eintracht Rheine in der Oberliga Westfalen aktiv.

"Mal gucken, ob das klappt"

Doch nun ist Hadid „beruflich bedingt wieder zurück in Hamburg“, wie er uns unmittelbar nach seinem ersten Auftritt im AFC-Dress verriet. Der Kontakt zu seinem Ex-Club, der inzwischen nahezu runderneuert ist, kam über Co-Trainer Philipp Körner zustande. Mit dem 30-Jährigen spielte „Mucki“ einst selbst noch Seite an Seite. „Ich habe ihn angeschrieben. Und er hat mich dann gefragt, ob ich nicht mittrainieren will“, so Hadid, der in der Hansestadt nach einem neuen Verein sucht. „Mal gucken, ob das mit Altona klappt“, macht er keinen Hehl daraus, für wen sein Herz schlägt.

"Ich habe die Zeit hier vermisst"

Auch Stürmer Kim Min-sung mischte im Test beim AFC mit. Foto: noveski.com

„Ich habe die Spiele und Ergebnisse mitverfolgt“, hat der Rechtsverteidiger seinen ehemaligen Verein nie so ganz aus den Augen verloren. Obwohl „viel neu ist“, wie er mit einem Schmunzeln feststellen muss. „Aber das Niveau ist ganz gut. Potenzial ist auf jeden Fall da“, befindet der Routinier, der nach seinem ersten 45-minütigen Auftritt konstatierte: „Es ist ein schönes Gefühl, wieder für diesen Verein zu spielen. Ich habe die Zeit hier vermisst!“ Eine kleine Liebeserklärung an seinen AFC. „Natürlich ist es mein Ziel und auch mein Wunsch“, gibt er offen zu, zu seinen 93ern zurückkehren zu wollen. „Ich habe neun Jahre lang hier gespielt. Das ist meine Nummer eins in Hamburg! Wenn es klappt, dann freue ich mich. Wenn nicht, dann muss ich mich weiter umgucken.“

"Würde gerne wieder das Altona-Trikot anziehen"

Aber: Er mache sich keinen Druck, betont Hadid. Auch mit Blick auf die Nationalmannschaft. „Ich habe diese Woche erst angefangen, hier mitzutrainieren. Das war mein erstes Spiel nach zwei Monaten Pause“, sieht er noch Luft nach oben. Wenngleich er abschließend auf Nachfrage zu Protokoll gab: „Ich kenne die Leute aus dem Vorstand, die Fans – und hatte hier eine sehr gute Zeit. Ich würde schon gerne wieder das Altona-Trikot anziehen.“

Auch ein Stürmer mischt beim AFC mit

Ein weiterer Akteur, der sein Können bei der Testspiel-Pleite zur Schau stellen durfte: Kim Min-sung. „Er ist auch ein Probespieler, ein Stürmer“, klärte Bergmann auf. „Für uns ist es natürlich immer interessant, wenn sich im Offensivbereich etwas ergibt.“ Schließlich stellt das abgeschlagene Schlusslicht der Regionalliga Nord mit gerade einmal 13 erzielten Toren die schlechteste Offensive der Liga. Aber auch beim Südkoreaner müsse man „mal sehen“, will Bergmann weitere Eindrücke sammeln. Wie auch bei Mustafa „Mucki“ Hadid…

Autor: Dennis Kormanjos

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