Oberliga

„Kann es auch selbst nicht mehr hören: Aber es ist der Wurm drin!“

Fünfte Niederlage in Folge: Osdorf unterliegt auch Süderelbe

21. September 2019, 17:32 Uhr

Für Osdorf-Neucoach Philipp Obloch setzte es am Freitagabend gegen Süderelbe die fünfte Pleite in Folge. Foto: Bode

„Sinnbildlich für die letzten Spiele“, so Cemil Yavas, sei das, was sich am Freitagabend am Blomkamp abspielte. „Wir machen erneut das Spiel, erzeugen massiven Druck, pressen gut, dominieren den Gegner und spielen uns zig Torchancen heraus – haben zurzeit aber einfach nicht das Glück auf unserer Seite“, musste der Manager des TuS Osdorf einmal mehr ernüchtert feststellen. „Ich kann es ehrlich gesagt auch selber nicht mehr hören, aber es ist einfach der Wurm drin!“

Yalcin Ceylani hielt seinen FC Süderelbe lange Zeit im Spiel und war zweimal mit dem Aluminium im Bunde. Foto: KBS-Picture.de

Eine knappe Viertelstunde vor Ultimo zeichnete sich die fünfte Niederlage in Folge für den TuS ab, als die Gäste aus Neugraben-Fischbek zum Entsetzen der Hausherren das Geschehen auf den Kopf stellten. Ausgerechnet „Rückkehrer“ Samuel Louca war es, der in seinem zweiten Einsatz für den FCS nach seiner „Beförderung“ zur Liga-Mannschaft zum zweiten Mal traf und für kollektiven Jubel beim Gürsan-Ensemble sorgte (76.). Keeper Yalcin Ceylani leitete den Treffer mit einem langen Abschlag auf Vitor Cadilhe Branco ein. Dieser behauptete sich stark, machte den Ball fest und sah – anstatt selbst abzuschließen – den besser postierten Louca, der trocken vollendete! Nachdem Osdorf „bestimmt fünf, sechs hundertprozentige Torchancen nicht genutzt“ hatte, wie Yavas befand, machte Marvin Alidemi den Auswärts-Dreier perfekt, als er einen kapitalen Bock von Tjark Grundmann, der versuchte, den Süderelbe-Akteur auszuspielen, was gründlich misslang, bestrafte und die Situation der Obloch-Kicker verschärfte (84.).

„Osdorf hat gedrückt, wir haben gekontert“

TuS-Manager Cemil Yavas ist „felsenfest davon überzeugt“, dass die Ergebnisse schon bald wieder stimmen werden. Foto: KBS-Picture.de

„Es war wieder einmal eine sehr unglückliche Niederlage für uns – auch eine sehr bittere“, konstatierte Yavas, der erneut „ein gutes Spiel“ von seiner Mannschaft sah und dieser „keinen Vorwurf“ machen konnte. War die Partie im ersten Abschnitt noch recht ausgeglichen – Torben Krause scheiterte für den TuS an der Latte, während Abraham Yeboah Boateng nach einem Pass von Roberto d’Urso im Eins-gegen-Eins vergab –, änderte sich das Bild nach Wiederanpfiff. „Osdorf hat gedrückt, wir haben gekontert“, verriet Ceylani, der den Rückstand verhinderte, als er einen Schuss aus kurzer Distanz mit der Schulter noch irgendwie an den Pfosten lenkte. Auf der anderen Seite landete ein schlenzte von Ljubisa Panic am Querbalken. Nach dem Führungstreffer für sein Team war es erneut Ceylani, der einen Schuss des eingewechselten Jeremy Wachter noch irgendwie an die Oberkante der Latte lenkte. „Man darf nicht vergessen, dass wir neben den länger verletzten Ahmet Colak und Simon Keisef diesmal auch auf ‚Cello‘ (Marcel Rodrigues; Anm. d. Red.) und Marius Wilms verzichten mussten“, so Ceylani, der anfügte: „Das hat das Team mit einer engagierten Leistung aufgefangen.“ Und mit einem unheimlich emsigen Danjuma Langer, der entweder einen Fuß oder noch den Kopf dazwischen bekam und einige Situationen vereitelte.

„Der festen Überzeugung, dass die Mannschaft mental stark genug ist“

Tristesse hingegen am Blomkamp. „Die Ergebnisse stimmen nicht“, sieht auch Yavas, dass Aufwand und Ertrag zurzeit in keinem Verhältnis zueinander stehen. „Nichtsdestotrotz bin ich mir sehr sicher, dass wir auch dieses Problem in den nächsten Wochen lösen und dann werden auch die Ergebnisse einfahren werden“, gibt sich Yavas kämpferisch – und nimmt sein Team gleichzeitig in die Pflicht: „Jetzt müssen wir auswärts in Bramfeld Flagge zeigen und mit aller Macht die drei Punkte holen. Ich weiß, dass es nicht einfach wird, aber ich bin der festen Überzeugung, dass die Mannschaft mental stark genug ist, um das Glück auch wieder zu erzwingen!“

Autor: Dennis Kormanjos

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