„Wollte eigentlich komplett aufhören“

„Käthe“ kickt und knipst für Komet!

17. Oktober 2020, 11:23 Uhr

Am Freitagabend stand Jan-Henrik Kaetow - nach seinem Debüt in der Woche beim TuS Osdorf II (3:1) - in der Startformation von Komet Blankenese. Foto: Mewes

Mit Tim Vollmer, Sören Lühr, Christian Dirksen, Sascha Richert, Yannick Bräuer oder auch Christian Schümann, um nur einige aufzuzählen, hat die FTSV Komet Blankenese diverse Oberliga-erfahrene Akteure in den Reihen. Hinzu kommt Torjäger Steven Schönfeld, der mit seinen 47 Buden (!) in 17 Einsätzen maßgeblichen Anteil am Bezirksliga-Aufstieg hatte. In der neuen Spielklasse machte Komet direkt da weiter, wo man in der vergangenen (Abbruch-)Spielzeit aufhören musste – und zwar mit dem Gewinnen. Nach zwei Erfolgen zu Beginn reisten die Mannen von Trainer Joachim Dankowski zum 1. FC Quickborn – und präsentierten dabei ein weiteres (neues) prominentes Gesicht in der Aufstellung…

Zum 7:3-Kantesieg beim 1. FC Quickborn steuerte Kaetow zwei Tore bei. Foto: Mewes

„Ich habe mich eigentlich dazu entschieden, komplett mit dem Fußball aufzuhören“, entgegnete er auf Nachfrage. Kein Wunder, schließlich plagte er sich die vergangenen Jahre immer wieder mit Verletzungen herum. Probleme, die ihn mehr oder weniger zum Karriereende zwangen. „Nach langem Kampf mit vielen Rückschlägen heißt es für Jan-Henrik Kaetow Abschied vom Leistungs-Fußball zu nehmen. Dies bedeutet das Karriereende für den Sympathieträger“, verkündete der TSV Sasel im April den Abschied von „Käthe“, der in seiner Laufbahn neben 13 Regionalliga-Einsätzen für Eintracht Norderstedt auch diverse Oberliga-Spiele für den FC Elmshorn, den VfL Pinneberg oder eben auch den TSV Sasel zu Buche stehen hat. Stationen, die den 30-Jährigen nicht nur ein Stück weit geprägt haben, sondern auch dafür sorgten, dass in der Zeit diverse Freundschaften entstanden sind, die bis heute Bestand haben. Freundschaften, die dafür sorgten, dass Kaetow am Freitagabend plötzlich da stand. Auf dem Grün im Holstenstadion in Quickborn.

"Ich gucke mal, wie lange das mit dem Knie funktioniert"

„Daniel Brehmer, Christian Dirksen und ‚Schümi‘ (Christian Schümann, Anm. d. Red.) haben mich gefragt, ob ich hier nicht nochmal anfangen und es probieren möchte. Jetzt habe ich mich so ein bisschen dazu durchringen lassen“, verriet er unmittelbar nach dem 7:3-Sieg beim 1. FCQ, zu dem er – trotz weniger Trainingseinheiten – mit zwei Toren auf Anhieb seinen Teil beitrug. Kaetow kickt für Komet! „Es hapert noch ein bisschen an der Luft. Aber ich bin ein ‚Fussi‘ durch und durch. Das hat mir schon gefehlt. Jetzt bin ich hier und gucke mal, wie lange das mit dem Knie funktioniert“, will er sich nicht darauf festnageln lassen, wie lange das Intermezzo beim Bezirksliga-West-Aufsteiger anhalten wird. Aber: „Es war schon ein richtig gutes und überragendes Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen. Vor allem mit den Jungs“, sprach der „Blondschopf“ auf das „Revival“ mit etlichen Bekannten und Freunden an. „Und vielleicht auch, es mit den Jungs zu beenden.“ Denn Kaetow weiß auch: „Ich habe mit allen gesprochen, dass ich das Ganze, wenn es wieder schlimmer werden sollte, abbrechen und beenden kann.“

"Ich wäre zu keinem anderen Verein gegangen"

Zuletzt war Kaetow (Mi.) beim Oberligisten TSV Sasel aktiv, musste aber nach zahlreichen Verletzungen vorerst die "Buffer" an den Nagel hängen. Foto: KBS-Picture.de

Doch augenblicklich herrscht eher Freude darüber, dass „die Connection zu den Jungs“ zur Wiedervereinigung geführt hat – in welcher Liga auch immer. „Ich wäre zu keinem anderen Verein gegangen“, machte „Käthe“ keinen Hehl daraus, gestand aber auch, dass er „liebend gerne bei Sasel nochmal eine Saison ohne Verletzungen durchgezogen“ hätte. Sein Körper streikte jedoch und machte den leistungsbezogenen Fußball in der Oberliga nicht mehr möglich. Dementsprechend klar ist die Zielsetzung: „Verletzungsfrei zu bleiben – wobei ich das ja immer noch nicht bin. Aber zumindest schmerzfrei durch die Saison zu kommen“, hofft Kaetow, dass insbesondere das Knie hält. „Das stumpfe Laufen geht. Da reagiert mein Knie fast gar nicht mehr drauf. Aber den Kunstrasen merke ich.“

"Mit der Mannschaft sollten wir um den Aufstieg mitspielen"

In Pinneberg spielte Kaetow (re.) einst unter anderem mit Christian Dirksen (3. v. re.) zusammen. Jetzt sind sie wieder vereint. Foto: KBS-Picture.de

Da der Defensiv-Allrounder nebenbei auch noch studiert, werde er „maximal einmal die Woche trainieren können“, aber trotzdem seine Läufe absolvieren, um sich fit zu halten. Was die Ziele mit Komet anbelangt, entgegnete Kaetow abschließend: „Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich das Coronavirus weiter ausbreitet und ob wir die Saison überhaupt durchziehen können. Aber grundsätzlich denke ich, dass wir mit der Mannschaft und den Jungs schon um den Aufstieg mitspielen sollten“, strebt er weiter nach dem maximalen Erfolg.


Text: Dennis Kormanjos/Johannes Mewes

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