Landesliga Hammonia

Josipovic zollt HR „großen Respekt“ und spricht auch Barthel „ein riesen Kompliment aus“

02. Dezember 2019, 12:41 Uhr

Lokstedt-Coach Anto Josipovic (re.) fand extrem lobende und anerkennende Worte für den Gegner. Foto: Olaf Both

Obwohl sein Team in doppelter Überzahl als Verlierer vom Platz ging, zollte Anto Josipovic seinen Jungs Respekt – und fand zudem überaus anerkennende sowie lobende Worte für den Gegner und dessen Trainer: „Ich muss einen riesengroßen Respekt an Heiko Barthel aussprechen, der das von draußen extrem gut moderiert hat. Immer, wenn wir laut wurden und auf Angriff aus waren, hat er seiner Mannschaft von außen Energie und Unterstützung gegeben. Ein riesen Kompliment“, wählte der Trainer von Eintracht Lokstedt enorm faire Worte. 

Auch über die SV Halstenbek-Rellingen, die im Verfolgerduell letztendlich mit 3:2 die Oberhand behielt, konnte sich Josipovic ausschließlich positiv äußern: „Ein super Team. Die haben sich zu einer Top-Mannschaft entwickelt und eine ganz starke Leistung abgerufen. Das muss man respektieren und anerkennen. Wir haben alles gegeben und versucht, es hat trotzdem nicht gereicht, weil die das super clever gemacht haben.“ Insbesondere in jener Phase, in der die Hausherren nur noch zu neunt agieren mussten. Erst sah Luis Diaz Alvarez die Ampelkarte, als er sich nach einem vermeintlichen Ellbogenschlag, der nicht geahndet wurde, so sehr echauffierte, dass ihn Schiedsrichter Dominik Kopmann (E. Norderstedt) des Feldes verwies (67.). Kurz darauf vergriff sich Ümit Karakaya im Ton und sah wegen Schiedsrichter-Beleidigung glatt Rot (73.). Zu diesem Zeitpunkt lag die Barthel-Equipe mit 3:1 in Front. Aber Lokstedt hatte noch 17 Minuten Zeit, die Partie zu drehen.

"Das muss man uns ankreiden"

Daniel Diaz Alvarez (li.) brachte HR in Front und war auch am dritten Treffer entscheidend beteiligt. Foto: KBS-Picture.de

Und es dauerte auch keine 60 Sekunden, bis Ante Beslic nach einem ruhenden Ball per Kopf den Anschluss markierte (74.). Nun schien alles auf eine komplette Wende hinzudeuten. Aber: „Ab da ist unser Spiel leider etwas verflacht. Wir haben keine Lösungen mehr gefunden, waren nicht klar in unseren Aktionen und kamen nicht mehr vorne rein. Das muss man uns ankreiden“, so Josipovic. Während HR die knappe Führung „mit purer Leidenschaft“ über die Runden rettete. „Was unsere Mannschaft in den letzten 20 Minuten – inklusive Nachspielzeit – abgeliefert hat, war einfach Weltklasse. Dieser Kampf, dieser Wille, diese Leidenschaft haben einige Male auf dem Platz gefehlt“, hieß es auf der facebook-Seite der „Baumschuler“, die nicht minder stark in die Partie kamen. „Wir wollten dagegenhalten, aggressiv sein und trotz des tiefen Rasenplatzes vorne anlaufen und auf Ballgewinne gehen. In der ersten Halbzeit hat das leider nicht hingehauen. HR war extrem stark, hat uns unter Druck gesetzt und immer, wenn wir vorne den Ball behaupten wollten, waren sie da, aggressiv, haben sofort den Zweikampf geführt und uns den Schneid abgekauft. Sie haben verdient geführt“, gestand Josipovic.

"Noch haben wir in den ‚Top Vier‘ nichts zu melden"

Ümit Karakaya erzielte das zwischenzeitliche 2:0 und sah im zweiten Durchgang glatt Rot. Foto: KBS-Picture.de

Zunächst verwertete Daniel Diaz Alvarez einen Angriff über Mike Theis und Marcel Schöttke zum 1:0 (13.), ehe Ümit Karakaya mit dem Pausenpfiff eine Flanke von Jannik Arnold in den Winkel setzte (45.). Dem vorausgegangen sei „ein extrem krasser Fehler von uns, wodurch wir in einen Konter laufen“, erklärte Josipovic, dessen Elf besser aus der Halbzeit und zum 1:2 durch Mario Beslic (50.) kam. Nun war die Eintracht voll drin, auf den Ausgleich aus – doch dann veredelte Sergio Batista Monteiro einen Doppelpass mit dem in dieser Szene uneigennützig agierenden Daniel Diaz Alvarez zum 3:1 für die Barthel-Boys. „Das haben sie unfassbar gut ausgespielt“, erkannte Josipovic den Vortrag der Halstenbeker neidlos an. Es folgte die turbulente Schlussphase, in der Lokstedt trotz doppelter Überzahl mit leeren Händen die Heimreise antreten musste. Dennoch: „Unsere Entwicklung berührt mich extrem. Den eingeschlagenen Weg wollten wir auch gegen einen unfassbar starken Gegner zeigen. Aber der war im Endeffekt besser. Noch haben wir in den ‚Top Vier‘ nichts zu melden. Aber wir sind nichtsdestotrotz auf einem guten Weg.“

"Das war nicht nur Drama, sondern vor allem Leidenschaft pur"

Und so stand einer feucht-fröhlichen Weihnachtsfeier – trotz der Niederlage – nichts im Weg. Gefeiert werden konnte auch auf der anderen Seite – und zwar der Sieg sowie die drei erkämpften Punkte. „Das war nicht nur ein Drama, sondern vor allem Leidenschaft pur. Ein 3:2 Sieg, der ordentlich Kraft gekostet hat, aber auch eine Menge Moral zeigt. Mehr als 90 Minuten purer Kampf, der das ganze Team noch enger zusammengeschweißt hat“, bilanzierte die SVHR auf ihrer „facebook“-Plattform.

Autor: Dennis Kormanjos

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