Bezirksliga Nord

Invest at its best: Wulf und Susemihl sind für Paloma II zu viel

08. Dezember 2019, 14:11 Uhr

Zweikampf direkt vorm Schiri: Palomas Maximilian Dälle (verdeckt) führt den Ball, während ihn Gian Luca Verago ihn attackiert und Philipp Strüder (re.) zusieht. Foto: Knötzsch

Max Groenhagen wusste genau, was in diesem Moment zu tun war. Der Abwehrmann des USC Paloma II eilte zu einem Teamkollegen Kristian Kreis, legte diesem aufmunternd den Arm um die Schultern und redete ihm gut zu. Soeben hatte jener Kristian Kreis in der 76 Minute des Spiels zwischen der „Zweiten der „Tauben“ und dem FC Alsterbrüder kurz vorm Strafraum einen Fehler produziert – und das hatte sich bitter gerächt. Maximilian Susemihl war letztlich der Nutznießer, der nach einem Pass blank stand und sich die Ecke aussuchen konnte. Er entschied sich für rechts unten und netzte ein – 2:0 für den FCA. Die Entscheidung. Und mit dem Fehler von Kreis hatte sich, Achtung Wortspiel, ein Kreis geschlossen.

Denn auch an der Entstehung des ersten Treffers im Duell der beiden Nord-Bezirksligisten aus der Spitzengruppe der Liga hatte der USC II seinen Anteil – dabei war auch dies allerdings kein Treffer zugunsten der Palomaten gewesen: Es lief die 58. Minute, als der Ball nach rechts auf den Flügel geschlagen wurde. Einem Abwehrmann der Hausherren rutschte die Hereingabe derart unglücklich über den Schädel, dass die Kugel wider Willen bei Stephan Wulf landete. Der war zwar einen Moment lang überrascht, tat dann aber das Richtige und schaltete schnell.

Nitsch: „Es ist aktuell eine harte Phase – und die tut auch ein bisschen weh“

Und weg mit dem Ball: Alsterbrüder-Akteur Carl Janta (re.) schlägt die Kugel Richtung Strafraum. Foto: Knötzsch

Und das sah so aus: Gegen konsternierte und einen kleinen Moment lang zu unachtsame Palomaten nahm Wulf das Leder an, schaute kurz und schlenzte das Spielgerät dann über USC II-Schlussmann Maurice Rosenow hinweg. Der Ball flog und flog und senkte sich ins linke obere Eck. Wulf drehte ab, jubelte und wurde nach ein paar Metern von seinen Teamkollegen zur kollektiven Feier des Führungstreffers eingefangen. Bis dahin hatten beide Mannschaften auf dem Kunstrasen an der Brucknerstraße sich gegenseitig größtenteils neutralisiert, wie man so schön sagt. Beide hatten nach vorn ihre Momente, beide passten aber auch hinten genügend auf, so dass zur Pause die „Null“ stand.

„In der ersten Halbzeit war das ein 50:50-Spiel“, befand auch Marius Nitsch, „die Alsterbrüder hatten gleich zu Beginn eine Chance, aber wir hatten danach mit Julian Hilbig auch zwei Hochkaräter, die gut gehalten werden.“ Es sei, so der Paloma II-Übungsleiter, im Endeffekt ein ähnliches Spiel gewesen, wie das gegen den TSV Sasel II vor einer Woche, das die „Tauben“ mit 0:1 verloren hatten. „Auch gegen Sasel sind wir viel angelaufen und haben viel aufs Tor gespielt. Wir hatten gute Ballbesitzphasen und haben eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht. So richtig viel konnten wir uns nicht vorwerfen lassen“, konstatierte Nitsch, „leider verlieren wir im Moment durch individuelle Fehler, von denen wir auch diesmal wieder zwei machen, die Spiele.“

Hitscher: „Das war ein Spiel, in dem es keine so großen Unterschiede gab“

USC-Stürmer Julian Hilbig (vo.) hatte diesmal kein Glück und blieb ohne einen Treffer. Foto: Knötzsch

Es sei, so der Paloma II-Trainer weiter, „aktuell eine harte Phase – und die tut auch ein bisschen weh. Die Winterpause kommt für uns so gesehen zum richtigen Zeitpunkt.“ Trotz der Niederlage aber „geht es weiter“, blickte Nitsch schon einmal ins neue Jahr – allerdings nicht, ohne auch das alte noch mit Worten zusammenzufassen: „Wir haben eine gute Hinrunde beziehungsweise insgesamt ein gutes Jahr 2019 gespielt.“ Sein Gegenüber Gunnar Hitscher beschied derweil mit Blick auf die beiden Fehler, die Paloma II gemacht hatte: „Davon haben wir in der ersten Hälfte auch ein paar gemacht. Das war ein Spiel, in dem es keine so großen Unterschiede gab. Beide Teams hatten personelle Probleme. Letztlich sind die entscheidenden Situationen zu unseren Gunsten ausgefallen.“

Genau das sei, so der Alsterbrüder-Coach, „immer auch ein bisschen Glück. Aber: Die Truppe macht im Moment vom Invest her das, was drin ist.“ Und das war diesmal, wie Hitscher es zusammenfasste, eben „ein Arbeitssieg – auch wenn sich das so anhört, als hätten wir gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel gespielt. Aber das meine ich damit nicht.“ Sondern? „Das war ein ganz enges Spiel. Wir haben schon in der Pause gesagt: Es wird darauf ankommen, wie wir in den entscheidenden Momenten verteidigen und wie wir vorne da sind. So ist es im Fußball dann eben“, bilanzierte Hitscher. Oder anders gesagt: Mit den beiden Treffern betrieben die Alsterbrüder ihr Invest at ist best… 

Jan Knötzsch

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