Bezirksliga Süd

Inter 2000: Akbel zieht mit sofortiger Wirkung den Schlussstrich

06. Oktober 2020, 13:44 Uhr

Yusuf Akbel ist ab sofort nicht mehr Coach beim Süd-Bezirksligisten Inter 2000. Foto: Bode

Die Meldung, dass er neuer Trainer bei Inter 2000 wird, liegt fast zwei Monate zurück: Am 12. August 2020 gab der Süd-Bezirksligist bekannt, dass man sich mit Yusuf Akbel, in der vergangenen Saison noch Co-Trainer an der Seite von Marco Stier beim Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst, auf eine Zusammenarbeit geeinigt habe und der 36-Jährige in Zukunft als Coach des Clubs von der Snitgerreihe fungieren werde. Jetzt ist für den ehemaligen Profi des FC St. Pauli aber schon wieder Schluss: Wie uns Akbel mitteilt, hat er sein Amt als Cheftrainer mit sofortiger Wirkung zur Verfügung gestellt.

„Mir ist nicht daran gelegen, schmutzige Wäsche zu waschen oder eine große Schlammschlacht auszutragen“, erklärt Akbel und begründet seinen Abgang wie folgt: „Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen über die Zusammenarbeit. Und es fehlt aus meiner Sicht an den nötigen Strukturen, um den gewünschten Erfolg realisieren zu können.“ Genauer ins Detail gehen will der nun Ex-Inter 2000-Übungsleiter nicht, sagt nur so viel: „Auch, wenn die Trainingsbeteiligung sicher noch ausbaufähig war, will ich mich darüber gar nicht beklagen. Das alles ist ein Prozess. Ich hätte dem Verein und den Jungs Zeit gegeben.“

„Es macht keinen Sinn, wenn die Basics nicht gegeben sind“

Wenn er eine neue Aufgabe als Coach annehmen würde, müssten die Basics stimmen, so der 36-Jährige (re., hier als BU-Co-Trainer mit Fatih Umurhan). Foto: Bode

Aus seiner Sicht, so Akbel, sei es klar, „dass ein Trainer einen gewissen Plan verfolgt, mit dem er Erfolg haben will. Wer mich kennt, der weiß, dass das auch bei mir nicht anders ist und dass ich einen Plan habe und sage: So und so kann man das machen.“ Das betreffe laut Akbel „nicht nur die Mannschaft selbst, sondern auch den Verein. Ich wollte den einen oder anderen Verantwortlichen aus der Komfortzone herausholen.“ Dabei aber habe er erkannt, „dass einige Dinge nicht so laufen, wie ich das gedacht habe. Dann ist es eine ganz einfache Sache: Es macht keinen Sinn, wenn die Basics nicht gegeben sind.“ Klar, so Akbel, „weiß ich, dass ich spät dazu gestoßen bin und wir auch dementsprechend spät am Kader arbeiten konnten. Aber wir haben einige gute Jungs dazugeholt. Für mich war klar, dass es nicht direkt am ersten Spieltag rund laufen wird.“

Bis dies so weit sei, müsse „ein gewisser Prozess“ in der Mannschaft durchlaufen werden – „und der braucht Zeit“, sagt Akbel, „deswegen hätte ich auch nicht aufgehört, wenn wir zwei oder drei Niederlagen nacheinander kassiert hätten. Ich weiß, dass man bei so etwas geduldig sein muss – das zahlt sich früher oder später aus.“ Dass es nun nicht mehr dazu kommen wird, dass Yusuf Akbel eben diesen Prozess bei Inter 2000 begleiten wird, hält den 36-Jährigen nicht davon ab, weiterhin Lust auf Fußball und das Trainerdasein zu verspüren: „Ich habe Bock auf einen Verein, der Bock hat, etwas aufzubauen. Da müssen nicht mal riesige finanzielle Mittel vorhanden sein. Ich traue mir auch zu, mit geringeren Mitteln gute Arbeit zu leisten. Aber die Basics müssen stimmen.“ 


Jan Knötzsch

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