23.03.2019

"In Roy Makaay-Manier"

Condor II setzt Duftmarke im Abstiegskampf

Der SC Condor II konnte am Freitagabend drei Punkte aus dem Sport-Duwe-Stadion entführen Foto: Bode

Der Zweitvertretung des SC Condor gelang am Freitagabend beim SC Sperber ein wichtiger Auswärtssieg im Kampf um den Klassenerhalt. Die Mannschaft von Trainer Denis Friedrich setzte sich in einem umkämpften Spiel auf katastrophalem Geläuf mit 3:0 durch. Der Mann des Abends sollte Condor-Schlussmann Tim Schippmann werden, der in einigen Aktionen seine ganze Klasse unter Beweis stellte und maßgeblichen Anteil am Erfolg des SCC II hatte. 

Condors Julian Hilbig übernahm im Abstiegsgipfel Verantwortung Foto: Bode

Die Marschroute beider Teams war bereits nach fünf Minuten klar: langer Hafer und vorne hilft der liebe Gott. Auf dem Acker des Sport-Duwe-Stadions, der unter objektiver Betrachtungsweise eigentlich nicht bespielbar war, operierten die Beteiligten durchgehend mit langen und weiten Bällen. Kaum verwunderlich, dass über einen weit geschlagenen Standard die erste Großchance des Spiels entstand: Sperber-Kapitän Benjamin Baarz beförderte die Kugel aus rund 40 Metern gefährlich in den Strafraum, die daraus resultierende Kopfballchance vereitelte Schippmann allerdings glänzend. Kurz darauf wurde Condors Julian Hilbig in den gegnerischen Strafraum geschickt und ging durch ungeschicktes Zweikampfverhalten seines Gegenspielers zu Boden — Elfmeter. „Den Strafstoß musst du sicherlich nicht zwingend geben, kannst du aber. Das hat Julian clever gemacht“, so Friedrich. Hilbig nahm sich die Kugel und schickte Daniel Göbel in die falsche Ecke — 0:1 (31.). Im Anschluss blieb die erste Hlabzeit ereignislos.

Nach dem Seitenwechsel haderten Sperber und Trainer Ingo Glashoff mit Schiedsrichter Paul Jonas. Die Hausherren forderten nach einem hart geführten Zweikampf von Condors Marc Basedow vehement einen Elfmeter, die Pfeife des Unparteiischen blieb allerdings stumm. Beinahe im Gegenzug das 0:2: Aus einer unübersichtlichen Standardsituation heraus kam Kim Kubik an den Ball und vollendete aus der Drehung. Göbel war zwar mit einer Hand noch am Ball, konnte das Gegentor jedoch nicht verhindern (52.). Torschütze Kubik zog nach dem Spiel Parallelen zu einem ehemaligen Bundesliga-Topstürmer: „Großer Tumult im Strafraum und irgendwie stochere ich den dann in Roy Makaay-Manier über die Linie. Und das sogar mit meinem schwachen rechten Fuß, mit dem habe ich gefühlt noch nie getroffen.“ Sperber erhöhte in den nächsten Minuten den Druck und kam zu einigen gefährlichen Abschlusssituationen, die jedoch entweder von Schippmann entschärft wurden, oder über die Querlatte flogen. In der 70. Minute dann die Entscheidung: Julian Hilbig nahm aus knapp 30 Metern per direktem Freistoß Maß und schweißte die Kugel unhaltbar in die Maschen. „Ich habe während der Erwärmung schon solche Dinger rausgehauen, da musste ich mir den Freistoß einfach nehmen“, äußerte sich der Doppelpacker nach der Begegnung. 

"Geschlossene Mannschaftsleistung über 90 Minuten"

Hielt die Null fest: Condor-Keeper Tim Schippmann Foto: Bode

Denis Friedrich: „Wir sind nach diesem wichtigen Sieg zunächst erstmal erleichtert. Wir haben es nach längerer Zeit mal wieder geschafft, über 90 Minuten eine geschlossene Mannschaftsleistung auf das Feld zu bekommen. Generell ist der Sieg meiner Meinung nach verdient, auch wenn das Ergebnis am Ende vielleicht um ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. Jetzt haben wir eine Woche spielfrei und wollen anschließend BU II das Leben so schwer wie möglich machen und natürlich auch etwas zählbares mitnehmen.“

Condors Lebensversicherung Tim Schippmann, der in den ersten drei Pflichtspielen 2019 auf der Bank Platz nehmen musste, sprach nach Abpfiff von einem „dreckigen Spiel“ und zeigte sich überglücklich über die drei Punkte sowie die eigene Leistung: „Ich bin froh, dass ich mal wieder spielen durfte und zeigen konnte, was in mir steckt. Ich bin mit mir und der gesamten Mannschaft heute sehr zufrieden. So kann man in's Wochenende starten, ich bin einfach happy." 

Auf Seiten Sperbers haderte man indes mit einigen Schiedsrichterentscheidungen sowie mit der eigenen Ungenauigkeit im Torabschluss. Der Abstiegskampf der Bezirksliga Nord verspricht Spannung bis zum letzten Spieltag. 

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