18.03.2018

Im Schongang: Paloma torhungrig ins Spitzenspiel!

Hanssen: „Hatte schon zur Halbzeit die Befürchtung, dass wir eine richtige Klatsche kriegen“

Jubel beim USC Paloma nach dem lockeren Kantersieg gegen SCALA. Foto: timelash.de

Als Palomas Abteilungsleiter Wolfgang Wüpplinger dem gerade zur Pressekonferenz eingetroffenen SCALA-Coach Holger Hanssen ein Getränk anbot und ihm dieses in aller Gastfreundlichkeit einschenken wollte, entgegnete Hanssen nur: „Ihr habt uns heute schon genug eingeschenkt!“, und füllte sich das Glas mit Wasser selbst nach. Ein süffisanter Spruch, der die Kraftverhältnisse an der Brucknerstraße aber doch ganz treffend wiedergab.

Dreimal versuchte Tamer Dönmez sein Glück. Zweimal zielte er etwas zu ungenau und einmal fischte USC-Torhüter Dennis Gansel, der dem SCALA-Offensivakteur den Ball allerdings auch unglücklich vorlegte, die Kugel aus dem Eck. Mehr war von den Alstertalern in der Offensive nicht zu sehen. Stattdessen reichte den Uhlenhorstern eine – vor allem in den ersten 45 Minuten – durchschnittliche Leistung zu einem gänzlich ungefährdeten Kantersieg. Dabei befand auch Paloma-Coach Steffen Harms: „Mit der ersten Halbzeit waren wir gar nicht mal so zufrieden.“ Nicht zuletzt, weil sein Team nach der Blitz-Führung durch Tom Bein, der nach einem herrlichen Pass des bärenstarken Youcef Madadi und anschließendem Abschluss von Francisco Javier Bacabo Ebongo, der noch an Christian Hillmer scheiterte, abstaubte (5.), das Fußballspielen nahezu einstellte. Nicht umsonst forderte Max Krause nach knapp 25 Minuten: „Wacht mal auf jetzt!“

"Das zweite Mal in der Saison, dass wir total versagt haben"

Palomas Youcef Madadi (Mi-) zeigte eine glänzende und spielfreudige Vorstellung. Foto: timelash.de

Da der Gegner offensiv jedoch überhaupt nicht stattfand, konnten sich die „Tauben“ die Auszeit erlauben, ehe Bacabo Ebongo auf der linken Seite mal wieder den Turbo zündete und Gegenspieler Matthias Klama abschüttelte. Daraufhin flankte Madadi punktgenau auf den Kopf von Bein – 2:0 (34.)! „Ich hatte schon zur Halbzeit die Befürchtung, dass wir heute eine richtige Klatsche kriegen würden“, gestand Hanssen hinterher – und seine Schützlinge hatten sogar noch Glück, dass der USC nicht bis zur allerletzten Minute „die Konsequenz und Zielstrebigkeit“, so Harms, an den Tag legte. Und dennoch wurde es deutlich. Nachdem Bein, dessen Kopfball an der Latte landete, und Christian Merkle eine Hereingabe von Denny Schiemann noch nicht im Eckigen unterbringen konnten, leistete Bacabo Ebongo im dritten Anlauf Abbitte (48.).

Allein Paloma-Angreifer Tom Bein gab drei-, wenn nicht sogar viermal so viele Schüsse auf das SCALA-Gehäuse ab, wie der Gast insgesamt. Nachdem er drei weitere Möglichkeiten liegen ließ, schloss er einen wirklich sehenswert vorgetragenen Angriff über den eingewechselten Lion Mandelkau, Madadi und Lennard Wallner von links zum 4:0 ab (64.)! Keine 60 Sekunden später veredelte Merkle ein tolles Madadi-Zuspiel zum 5:0-Endstand (65.)! „Das war das zweite Mal in der Saison“, so Hanssen, der damit auf das 2:5 gegen den HEBC ansprach, „dass wir mehr oder minder total versagt haben. Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen, aber davon hat nichts geklappt. Paloma war heute eine Klasse stärker, da gibt es nichts dran zu deuteln“, bilanzierte er und erkannte – angesichts von 30 Punkten auf der Habenseite – ein „Luxus-Problem“, nun schon für die neue Saison planen zu können.

"Das Spitzenspiel haben wir uns erarbeitet"

Francisco Javier Bacabo Ebongo (Mi.) staubt zum zwischenzeitlichen 3:0 ab. Foto: timelash.de

Währenddessen freute sich Harms über den nächsten Schritt auf der Entwicklungsstufe: „Im Gegensatz zur Hinrunde schaffen wir es, wenn es mal nicht so läuft, das Spiel stabil zu halten, den Ball zu kontrollieren und trotzdem Torchancen zu kreieren – vor allem aber, defensiv gar nichts zuzulassen. Das ist, wenn’s mal nicht wie geschnitten Brot läuft, einfach Gold wert. Da haben wir einen Schritt gemacht.“ Und nun wartet in der kommenden Woche das absolute Gipfeltreffen beim Primus HEBC auf den USC Paloma. Harms: „Wir sind sehr zufrieden, dass wir so gestartet sind und haben uns jetzt in der nächsten Woche dieses Spitzenspiel erarbeitet. Darauf freuen wir uns!“ Dann wird sicher auch der eine oder andere am heutigen Vormittag „Geschonte“ – wie zum Beispiel Dominic Ulaga – ins Aufgebot der Uhlenhorster zurückkehren.

Autor: Dennis Kormanjos

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