18.12.2018

„Ich möchte so viel erreichen, wie es geht – nur mit realistischem Auge“

Kicker der Hinrunde in der Oberliga: Tolga Celikten (TSV Sasel)

Duchsetzungskräftig auf dem Flügel: Tolga Celikten (Mitte, hier im Match gegen Meiendorf) ist aus dem Spiel des TSV Sasel nicht wegzudenken. Foto: KBS-Picture.de

Wir haben Euch, liebe Leser, über unsere „facebook“-Plattform dazu aufgerufen, den jeweiligen „Kicker der Hinrunde“ in der Oberliga sowie in den beiden Landesliga zu wählen. Pro Liga haben wir je sechs Spieler zur Auswahl gestellt, aus denen Ihr Euren Favoriten küren und zum Sieg verhelfen konntet. In der Oberliga hat Tolga Celikten das Rennen gemacht. Der „Flügelflitzer“ vom TSV Sasel erhielt 292 Stimmen und setzte sich damit gegen Edison Sa Borges Dju (FC Süderelbe, 204 Stimmen), Jeremy Wachter (TuS Osdorf, 126 Stimmen), Marco Schultz (Altona 93, 67 Stimmen), Davidson Eden (FC Teutonia 05, 37 Stimmen) und Mattia Maggio (TuS Dassendorf, 18 Stimmen) durch. Wir haben mit „Celli“ über seinen Sieg und seine Ziele für das kommende Jahr gesprochen. 

FussiFreunde: Tolga, du bist mit einem klaren Vorsprung zum Spieler der Hinrunde gewählt worden. Wie fühlt sich es sich an, diese Auszeichnung zu holen?

Tolga Celikten: Erstmal vielen Dank für diese Auszeichnung. Man freut sich natürlich über jede Anerkennung und es ehrt mich, von euch als einer der sechs Spieler für den besten Kicker der Hinrunde nominiert zu werden. Dass ich es dann am Ende auch werde, ist um so schöner. Ohne meine Leistung schmälern zu wollen, glaube ich, dass da noch mehr geht. Wenn ich vergleiche, was für gute Kicker in dieser Liga spielen oder gespielt haben und beispielsweise die besten Phasen der letzten Jahre eines Sven Möller, Nico Zankl oder Nick Brisevac vergleiche, wäre ich froh, überhaupt nominiert gewesen zu sein.

In wie weit ist es nochmal was besonderes, wenn nicht nur der eigene Coach und Mitspieler sondern auch die Fans und Leute von anderen Vereinen deine Arbeit auf diese Weise honorieren?

„Ich hätte nicht gedacht, dass so viele für mich voten“, erklärt Celikten (re., hier gegen Dassendorfs Marcel von Walsleben-Schied). Foto: Bode

Celikten: Ich hätte ehrlicherweise nicht gedacht, dass so viele für mich voten und ich am Ende Erster werde. Das gibt mir ein Gefühl, dass sich die Mühe und Arbeit, welche man investiert und leistet, auch irgendwo auszahlt. Ich muss dazu sagen, ohne Kritik an diesem Voting auszuüben, dass man diese Auszeichnung nicht unbedingt alleine wegen der sportlichen Leistung gewinnt, sondern weil Leute einen wählen, da sie einen vielleicht mehr mögen oder kennen. Man muss es dann auch als Voting der Fans und Freunde anerkennen – und das sehe ich auch so. Deswegen ist dieses Lob auch sehr besonders für mich und ich bedanke mich bei jedem einzelnen, der mich auch über die Saison unterstützt hat.

Dein Trainer Danny Zankl sprach bei uns zuletzt davon, dass dein Potenzial noch nicht ausgeschöpft sei. Wohin kann dich dein Weg in Zukunft noch führen?

Celikten: Danny ist keiner der mit seiner Meinung über einen Spieler sehr hochstapelt, sondern alles sehr realistisch und bodenständig sieht. So sehe ich es auch. Bevor ich an Schritt drei und vier denke, versuche ich mit 100 Prozent den ersten Schritt hinzubekommen. Und dieser war es, ein gestandener Oberliga-Spieler zu werden. Das gilt es jetzt erstmal zu bestätigen. Und dann werde ich auch einen Schritt weiter denken. Selbstverständlich möchte ich so viel erreichen wie es geht, nur mit einem realistischen Auge.

Zankl sagte zudem, es gebe „ein, zwei Punkte, an denen wir arbeiten und die ihn zu einem noch besseren Fußballer machen sollen“. Welche Punkte meint er damit?

„Wir müssen unsere Leistung konstanter abrufen“, erklärt Celikten (re.). Foto: KBS-Picture.de

Celikten: Einige Leute die mich schon länger verfolgen wissen, dass ich seit der Jugend Probleme mit meinem Gewicht hatte. Mal ging es hoch und dann wieder runter. Ich hatte im Sommer ein Gespräch mit Danny und seitdem arbeite ich an diesem Problem. Ich möchte fit sein und die nötige Athletik mitbringen, um alles aus mir rauszuholen. Das stand mir in den letzten Jahren oft im Weg. Des Weiteren versuche ich mich mental so gut es geht zu verbessern. Da bin ich aber in guten Händen. Seitdem ich bei Sasel bin, habe ich mich vom Kopf her bestens weiterentwickelt.

Was hast du dir mit dem TSV Sasel für die restliche Saison vorgenommen? Sehen wir euch am Ende ganz oben in der Tabelle?

Celikten: Wir hatten jetzt zwei große Dämpfer, einmal das Spiel beim HEBC und das Pokal-Achtelfinale, das für die Saison natürlich nicht von Bedeutung ist. Dassendorf ist trotzdem das Maßstab, womit wir uns messen wollen und da hat man gemerkt, dass wir unsere Leistung konstanter abrufen müssen. Nichtsdestotrotz stehen wir zwei Punkte hinter dem ersten Platz. Also werden wir im Winter weiter hart arbeiten, um dort oben auch zu bleiben und gucken dann im Mai was so möglich ist – wenn wir überhaupt gucken dürfen.


Interview: Jan Knötzsch

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