Landesliga Hansa

„Ich möchte mir selbst beweisen, dass ich es auch woanders kann“

30. Juli 2020, 10:33 Uhr

Sandro Schraub spricht mit uns im Interview über seinen Wechsel zum Dünberger SV. Foto: Bode

Es ist ein fraglos spektakulärer Wechsel. Einer, der den SV Altengamme „in eine Schockstarre“ versetzt, weil „wir überrascht gewesen sind“, und für den Hansa-Landesligisten, der nun ohne einen echten Stürmer im Kader da steht, „eine mittelschwere Katastrophe darstellt“, wie Ligaobmann Philipp Mohr sagt. Die Rede ist vom Transfer von Sandro Schraub, der sich Altengammes Liga-Konkurrent Düneberger SV anschließt. „Das Ganze lief ohne Vorwarnung ab“, so Mohr gestern im Gespräch mit uns. Wir haben uns Schraub geschnappt und auch mit ihm im Kurzinterview über den Wechsel vom einen zum anderen Hansa-Landesligisten gesprochen...

Sandro, du wechselst aus Altengamme nach Düneberg. Von einem Team aus dem oberen Drittel zu einem, das im Abstiegskamp stand. Warum? Womit hat der DSV dich gelockt?

Sandro Schraub: Ich wollte nach all den Jahren in Altengamme für mich noch einmal eine neue Herausforderung. In den letzten Jahren habe ich so oft zu hören bekommen: „Der funktioniert doch nur in Altengamme“. Ich möchte mir selbst beweisen, dass ich es auch woanders kann.

Dein Vertrag in Altengamme war im Zuge des Wechsels natürlich sofort ein Thema. Er lief bis 2024, du hast den SVA immer als Wohlfühloase gesehen und beschrieben. Warum hast du dich dort nun nicht mehr wohlgefühlt?

Bislang waren Schraub und Dünebergs Defensivmann Aron Pauels (re.) Kontrahenten, künftig kickt auch der bisherige SVA-Stürmer am Silberberg. Foto: Bode

Schraub: Doch, ich habe mich in Altengamme immer noch wohlgefühlt. Der Transfer war eine ganz kurzfristige Sache. Wie gesagt: Mir geht’s um eine neue Herausforderung. Ich bin Altengamme sehr dankbar und hatte dort immer eine Top-Zeit. Ich hoffe, dass ich beim Düneberger SV an diese Zeit anknüpfen kann.

Die Verantwortlichen beim SVA zeigen sich von deinem Abgang völlig überrascht und sind alles andere als begeistert. Wie stehst du zur Kritik an der Art und Weise sowie am Zeitpunkt des Wechsels?

Schraub: Ich verstehe das selbstverständlich. Darüber habe ich mit „Flippo“ (gemeint ist Altengammes Ligaobmann Philipp Mohr, Anm. d. Red.) auch lange gespochen. Es ist enorm schwierig für den SV Altengamme, jetzt einen Ersatz zu finden. Das tut mir leid. Ich mag „Flippo“, der ja auch zu meinem Vater einen guten Kontakt pflegt.

Wie hat die Mannschaft deinen so plötzlichen Abschied aufgenommen?

Schraub: So ähnlich wie „Flippo“. Die Jungs waren ziemlich geschockt. Ich habe viele Nachrichten über WhatsApp bekommen, in denen alle erschrocken und nicht so erfreut waren. Mir tut es für Marcel Mohr, Philipps Bruder, leid. Wir beide können sehr gut miteinander. Er spielt seine letzte Saison im Herren-Fußball jetzt ohne mich. Und wie gesagt: Mir tut's auch für „Flippo“ leid. Welchen Aufwand er als Ligaobmann in den Verein steckt, welchen Zeitaufwand er damit hat – davor kann man nur den Hut ziehen.

Welche Rolle hat für deinen Wechsel gespielt, dass Dennis Tormieporth Trainer beim DSV ist. Ihr kennt euch lange und privat sehr gut...

Der Angreifer (Mi.) kann den Unmut seines bisherigen Vereins über den kurzfristigen Transfer nachvollziehen. Foto: Bode

Schraub: Der Wechsel zu Düneberg passte einfach von der Enfernung gut. Ich wohne in Geesthacht, bin zu Fuß in zehn Minuten am Platz. Das sind Dinge, die andere Vereine, die bei mir wegen eines Wechsels angefragt hatten, nicht haben. Was „Tornie“ angeht: Er ist ein guter Trainer, ein richtiger „Fussi“ – er war mit ein Grund für den Wechsel.

Welche Ziele hast du für dich persönlich und mit deinem neuen Verein in der neuen Saison?

Schraub: Das Wichtigste ist, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Das ist das erste Ziel. Mit der Mannschaft ist ein Platz im oberen Drittel drin. Ich möchte mannschaftsdienlich spielen, viele Tore und Vorlagen zu einer guten Saison beitragen. Und ich möchte in der neuen weniger Gelbe Karten wegen Meckerns sehen (lacht). Ich hoffe, das gelingt mir ebenso, wie möglichst verletzungsfrei zu bleiben. 

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