Bezirksliga Ost

HT 16 plant und baut: „Wir wollen uns im Hamburger Osten nicht mehr hinter Cordi und V/W verstecken müssen“

13. Februar 2020, 10:59 Uhr

Ahmet Sahin, Vorsitzender des HT 16 und zugleich Trainer der Liga-Mannschaft, hat klare Vorstellungen, wo hin der Verein will. Foto: Herzog

Ahmet Sahin redet gar nicht lange im den heißen Brei herum. „Bislang war der HT 16 in Sachen Fußball kein großer Begriff. Wir hatten hier in den 80er-, 90er-Jahren mal eine gute Zeit mit Marc Fascher als Trainer und dann mal eine starke B-Jugend-Mannschaft, die damals von Matthias Nagel trainiert wurde. Ansonsten ist wenig passiert und wir waren auf der Fußballbühne noch nicht so präsent“, sagt der Vorsitzende des Vereins, der zugleich auch Trainer der „Ersten“ ist, die derzeit in der Bezirksliga Ost auf die Jagd nach Toren und Punkten geht. Doch das soll sich ändern – sowohl, was die Wahrnehmung des HT 16 im Hamburger Amateurfußball – speziell im Osten der Hansestadt – angeht, als auch in Bezug auf die Spielklasse. Wir haben uns mit Sahin über die Ziele und Pläne des Vereins von der Legienstraße unterhalten.

Und die sportliche Heimat des Vereins ist da der beste Punkt, um in die Materie einzutauchen: „Unsere Anlage wird zu einem Kunsrasenplatz umgewandelt“, erklärt Sahin, dass die Begegnungen auf dem ungeliebten Granduntergrund an der Legienstraße auf lange Sicht ein Ende haben sollen – und werden. „Wir haben erst gerade wieder ein Gespräch mit Falko Droßmann, dem Leiter des zuständigen Bezirksamts Mitte, gehabt“, so Sahin weiter. In diesem Gespräch ging es freilich nicht nur um den neuen Belag des Platzes. Nein, der HT 16 denkt und plant noch etwas weiter: „An der Legienstraße wird ein Sportleistungszentrum entstehen“, verrät der Vereinsvorsitzende und präzisiert: „Dort wird es ein neues Gebäude geben, die Geschäfttsstelle wird dort untergebracht sein, es gibt einen Fitnessraum und eine Halle. Unsere Handballer und Basketballer, die derzeit noch an der Burgstraße zuhause sind, kommen dann auch rüber.“

„Kurzfristig wollen wir in die Landesliga aufsteigen und uns dort etablieren“

Fatih Gürel (re.) gehört zu den klangvollen Namen im aktuellen Kader des Ost-Bezirksligisten. Foto: Bode

Für dieses Gebäude, erläutert Sahin, „sollen wir jetzt eine detaillierte Zeichung anfertigen, wie wir uns das genau vorstellen. Bis jetzt hat uns die Stadt sieben Millionen Euro für die Baumaßnahmen zugesichert, das kann aber auch noch mehr werden. Mitte März haben wir den nächsten Termin.“ Es geht also voran beim HT 16 – und das muss es auch, wenn es nach dem Vereinschef geht: „Unser Motto lautet nicht umsonst ‚Es ist Zeit für Veränderungen‘. Es wird Zeit, dass der Kunstrasen kommt“, sagt Sahin. Eigentlich sollte, so der erste Plan der Stadt, erst das Leistungszentrum gebaut werden und dann der Platz umgebaut werden. „Aber was bringt uns das letztlich, wenn wir da so ein Zentrum haben, aber noch keinen Kunstrasen bieten können“, denkt Sahin logisch und ist froh, dass nun eins nach dem anderen in der „richtigen“ Reihenfolge passieren wird. Der Kunstrasen soll, wenn man so will, dann auch der finale Startschuss sein, um den Fußball beim HT 16 weiter voranzutreiben. „Zwischen Oktober und jetzt war der Platz oft und lange gesperrt, weil er unbespielbar war“, konstatiert Sahin, „wir haben mit der Ligamannschaft mehr Auswärts- als Heimspiele gehabt.“

„Dass die Oberliga irgendwann für uns interessant ist, ist klar – aber da sind wir nicht die einzigen“

Ab der kommenden Saison wird Markus Puder als Coach an der Legienstraße fungieren. Foto: Bode

Doch der „Trainer-Vorsitzende“ denkt noch weiter: „Unser Ziel ist es, dass wir uns im Hamburger Osten nicht mehr vor Cordi und V/W verstecken müssen. Wir wollen im Jugendbereich, wo wir bisher nur die C-Jugend in der Landesliga im Leistungsbereich haben, alle Teams im Leistungsbereich haben und unsere Trainer ausbilden. Bei den Herren ist es unser Ziel, in dieser Saison erstmal die Klasse zu halten und kurzfristig in die Landesliga aufzusteigen. Dort würden wir uns dann gerne etablieren.“ Und wenn es ganz gut läuft, soll auch diese Spielklasse nicht das Ende der Fahnenstange sein: „Dass die Oberliga irgendwann für uns interessant ist, ist klar. Aber da sind wir nicht die einzigen, bei denen das so ist.“ Und weil das eben genau so ist, ist die Neugestaltung der Anlage so wichig, verdeutlicht Sahin, der für die kommende Saison bekanntlich die Brüder Markus und Thorsten Puder als Trainer-Duo und Oliver Kröger als Ligamanager gewinnen konnte, abschließend: „Wenn wir zu den Großen gehören wollen, dann müssen wir diese Baumaßnahmen umsetzen, um auch die entsprechenden Bedingungen bieten zu können.“

Jan Knötzsch 

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